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Brinkmann-Stipendiatin Lisa Roy liest im Literaturhaus

Lisa Roy ist die Preisträgerin des Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiums für Literatur 2021. Das mit 12.000 Euro dotierte Stipendium ist mit einer Lesung im Literaturhaus Köln verbunden.

Donnerstag, 9. Dezember 2021, 20 Uhr, Literaturhaus Köln
Großer Griechenmarkt 39
50676 Köln

Lisa Roys Romanvorhaben "Brennpunkt" behandelt das Verschwinden zweier junger Mädchen in einem sogenannten Brennpunkt-Viertel in Essen. Mit sprachlich konsequenter Illusionslosigkeit schreibt die 1990 in Leipzig geborene Autorin gegen den Mythos einer klassenlosen, privilegierten Gesellschaft an: preiswürdig! Brigitta von Bülow begrüßt im Namen der Stadt Köln. Natalie Harapat moderiert.


Die Protagonistin in Lisa Roys Romanvorhaben ist in eben jenem Brennpunkt-Viertel aufgewachsen, in dem zwei junge Mädchen verschwinden. Sie kehrt nun dorthin zurück und wird mit Fragen der Vergangenheit und Zukunft, der Herkunft und Selbstbestimmung konfrontiert.


Die Jury begründet die Vergabe des Stipendiums an Lisa Roy folgendermaßen:
Die Autorin zeichnet mit großem Realismus das Bild einer post-migrantischen Gesellschaft, in der Chancengleichheit und Emanzipation nur zum Schein existieren. Lisa Roys Erzählstil ist beeindruckend scharf und dennoch sensibel und umsichtig; sie ist eine Wanderin über die Milieugrenzen hinweg, was ihre Perspektive, ihren Blick nochmal ganz anders schärft. Sie zeigt, was Sprache vermag, nämlich gewaltvoll zu urteilen, szenisch und/oder sinnlich zu beschreiben und vor allem mit Witz und Weitsicht gesellschaftliche Zustände zu reflektieren.


Lisa Roy veröffentlichte sie einige Kurzgeschichten, 2016 folgte ihr erstes Buch. Nach einem Abschluss in Literaturwissenschaften und Theologie studiert sie seit 2018 Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM).

Redaktion — Juliane Kuhn
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