
Freitag, 24. März, 1930 Uhr,
Eröffnungsrede: Prof. Dr. Lilian Haberer
21 Uhr, Performance mit dem Künstler Steve Sebera aus Ruanda und der Künstlerin Marie Köhler
Die kulturellen Referenzräumen Europa und
Afrika und die wechselseitigen Zuschreibungen und Stereotype verarbeitet Marie
Köhler in ihrer gerade entstandenen installativen Arbeit
"Muzungu", die sich aus dem Archiv an Erlebnissen, Eindrücken und
Szenen mit den Partnern, Menschen, Institutionen und den politischen Realitäten
in den unterschiedlichen Ländern speist. Dabei thematisiert sie Interaktionen
zwischen (helfenden) Weißen und mit diesen konfrontierten Afrikanern, ihr
unausweichliches Verstrickt-Sein in ein Geflecht von gegenseitigen
Zuschreibungen und den Versuch, diese wenn auch nur zeitweise aufzuheben.
Ästhetisch zurückkommend zu ihren eigenen Anfänge, reflektiert sie in
Selbstinszenierungen dabei insbesondere auch die Rolle der weißen Frau in
diesem Spannungsfeld. Sie berührt die Ambivalenzen
unseres Verhältnisse zu Afrika zwischen akzeptierter Notwendigkeit von
Entwicklungshilfe, fortgesetzter, wirtschaftlicher Ausbeutung und Erschließen
der Märkte der Zukunft und zeigt dieses als zutiefst selektives und
gespaltenes.
Marie Köhler (studiert seit 2014 an der KHM), bewegt sich zwischen tradierten Kunstsparten und fokussiert sich in ihrer, mit Selbstinszenierungen begonnenen Arbeit, in den letzten Jahren konsequent auf das Verhältnis von Europa und Afrika. Nachdem sie zuerst an der FH Dortmund Fotografie studierte, begann sie im Rahmen ihres Abschlusses erste Projekte im Austausch und in Kooperation mit afrikanischen Künstlern. Dazu besuchte sie zuerst das Operndorf von Christoph Schlingensief in Burkina-Faso und unternahm dann weitere selbstorganisierte Reisen nach Ruanda und in die DR Kongo. Die eigenwilligen und berührenden Ergebnisse dieser Arbeit sind in den beiden veröffentlichten Bildbände zu "Mach Dir ein Bild!" dokumentiert.