Simoné Goldschnidt-Lechner ist Autorin, Übersetzerin und interdisziplinäre Künstlerin, die Literatur- und Medienfestivals sowie Veranstaltungen organisiert. Ihr Interesse gilt queeren Online-Fandoms, (postmigrantischen) Horrorgeschichten, Sprache in Videospielen und sprachlichen Experimenten. In ihrer künstlerischen Praxis konzentriert sich Simoné auf Geschichten und Stimmen, die von der Mainstream-Gesellschaft traditionell ignoriert werden, in der Hoffnung, ihnen eine Plattform zu bieten. Simoné schreibt in verschiedenen Genres und Formen. Vor kurzem hat sie „Love & Literature Hamburg im Jahr 2025“ ins Leben gerufen, ein Projekt, das den Dialog zwischen (deutscher) zeitgenössischer Literatur und Science-Fiction, Fantasy, Horror, Liebesromanen und Krimis fördern soll. Die erste Ausgabe des Festivals „Beyond Borders: Love & Literature“ fand im August 2026 statt. Derzeit entwickelt Simoné gemeinsam mit verschiedenen Kunst- und Gaming-Kollektiven unterschiedliche Multimedia- und Gaming-Formate.
Seit 2018 schreibt Simoné Belletristik auf Deutsch und Englisch. Von März 2019 bis September 2021 gehörte sie zum Redaktionsteam der deutschen Literaturzeitschrift „BELLA triste“ und war Mitglied des Organisationskomitees von „PROSANOVA 2020“, einem Festival für zeitgenössische deutsche Literatur; außerdem organisierte sie das Online-Festival „Futur 3.0“ im Rahmen der Streaming-Veröffentlichung des Films „No hard feelings / FUTUR DREI“ von JÜNGLINGE Film. Zusammen mit Aidan Riebensahm und Arpana Aischa Berndt initiierte sie BREAK ROOM, ein Schreibprojekt für junge, marginalisierte Autor*innen. Seit 2022 ist Simoné an verschiedenen Theater- und Performance-Projekten sowie an Filmprojekten beteiligt. Sie ist Mitherausgeberin des „Process*in Magazine“, einer Zeitschrift über den Schreibprozess, und moderiert gemeinsam mit dem Autor Brian Frank den Podcast „WE LIKE IT DARKER“ über Horror und düstere Literatur.
Auszüge aus Simonés erstem Roman „Messer, Zungen“ (2022) wurden für den 28. Open Mike nominiert und standen auf der Shortlist für den FM4-Wortlaut-Preis 2021. Ihre Novelle „Days you’ll find me (in a place I like to go)“ (2024) wurde mit dem Hamburger Literaturpreis in der Kategorie „Buch des Jahres“ ausgezeichnet. Ihr Sachbuch „Nerd Girl Magic“, das sich eingehend mit der Nerd- und Geek-Kultur aus marginalisierten Perspektiven befasst, wurde 2026 für den Kurd-Laßwitz-Science-Fiction-Preis nominiert. Simoné erhielt zahlreiche Stipendien für ihr schriftstellerisches und interdisziplinäres Schaffen, darunter das Schloss-Solitude-Stipendium (2023/24) und das Stipendium des Künstlerdorfs Schöppingen (2025). Im Jahr 2025 war sie Writer-in-Residence am Goethe-Institut in Helsinki.