Prof. Dr. Lilian Haberer

Professorin für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff
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lilian.haberer@khm.de

Meine Forschungsfragen und -Felder befassen sich neben dem erweiterten Materialbegriff, mit Materialitäten und Materialismen, mit Kontaminationen als kollaborative, aber auch durch Kontakt entstehende Praxis. Die Materialitätsreflektion bezieht sich auch auf Aspekte von Skalierung, Taktilität von Fotografie, Bewegtbild und (post-)digitale Medien. Darüber hinaus stehen Bildpolitiken und Bildpraxen in Zeiten von networked images im Fokus. Inwiefern lassen sich Epistemologien der Bewegung, kollektive und transversale Praktiken, mit Prozessen des Verlernens in der Lehre und in der wissenschaftlichen Forschung verbinden? Dabei beschäftigt mich auch die Rolle von kuratorischen Prozessen als agencement, als langfristiges, nachhaltiges Verfahren in Schichten. In welcher Weise thematisieren mediale und Bewegtbildinstallationen und Ausstellungen andere Räumlichkeits-und Zeitlichkeitskonzepte (etwa diasporische Zeitlichkeit)? In welcher Weise sind ökokritische und Klimagerechtigkeitsfragen mit langfristigen Strukturen und Zeiträumen verbunden und inwiefern trägt Kontamination, Toxizität und Sozialität zu einem anderen Verständnis von Ökologie bei? Dabei beschäftigen mich ebenfalls Geopoetiken und geopoetische Verfahren in der Kunst.


Für die Lehre sind mir Seminarkooperationen über die Fächergruppen hinweg, aber auch innerhalb von Kunst- und Medienwissenschaften ein wichtiges Anliegen und die langfristige Kooperation mit Ausstellungsräumen, Kunstinstitutionen, Initiativen und Archiven aber auch mit Gäst:innen wie Wissenschaftler:innen, Kurator:innen und Künstler:innen, Ausstellungsformaten (documenta, Manifesta etc.) und Festivals (Ruhrtriennale, Blonde Cobra etc.) für eine vielsprachige und multiperspektivische Lehre. Im Lehrgebiet Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff sind Anna Bromley und ich seit dem WS 2024 mit Karina Nimmerfall und Leon Filter, dem Labor für Kunst und Forschung an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln eine Lehrkooperation eingegangen, mit einem transdisziplinären institutionsübergreifenden und langfristigen Format, wie der Longshot- Reihe zur künstlerischen Forschung: 2024 gab es in der Bibliothek der KHM eine Reihe von Library Talks mit Gesprächen, Vorträgen und Workshops, etwa Über künstlerisches Re-Historisieren im WS 2025/26 oder zu Räumen der Vielsprachigkeit in Zusammenarbeit mit der Temporary Gallery Köln statt. Mit Ilka Becker (Hochschule Mainz), gab es im WS 2024/25 ein Kooperationsseminar zu Sozialen Ökologien mit der Temporary Gallery und in Kooperation mit dem schottisch-karibischen Kuratorinnenkollektiv Sourgrass. Im SoSe 2026 und WS 2026/27 findet im Rahmen von Athanor Now in Kooperation mit der Anna Polke Stiftung und dem Museum Abteiberg Mönchengladbach der Studientag Reflections und Fluidities. Über Material und Prozess ausgehend von Polkes Biennale-Zyklus und eine Ausstellung Then I heard a cracking of. der Küsntler:innen und Studierenden des begleitenden Seminars statt.


Jüngere Publikationen (Auswahl):


Monografien/Herausgeber:innenschaft


  • erkörperte Moderne. Sozialität und Gegenkultur in der Gegenwartskunst (erscheint 2027).


  • Screen | Scapes. Architecture’s configurations in Film and Video works (erscheint 2027).


  • (hg. mit Karina Nimmerfall), Movement | Mouvement. Handlungsfelder des Ästhetischen und Politischen in der Kunst. Festschrift für Ursula Frohne, edition Metzel, München, 2022.


  • (hg. mit Philipp Hohmann, Anna Polze, Julia Reich, Jolanda Wessel)., Text\Werk. Lektüren zu Hito Steyerl, Hatje Cantz, Berlin 2022.


  • Herausgeberin mit Ursula Frohne und Annette Urban von Display | Dispositiv. Ästhetische Ordnungen (Paderborn 2019),


  • „Random Access. Medientechnologien partizipativ und experimentell“ (dt./engl), in: 9. Nam June Paik Award, Ausst.-Kat. Westfälischer Kunstverein, Münster 2019. „Screenings zum Documentary Turn“, in: Sandra Aßmann u. a. (Hg.), Wenden in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, (Wiesbaden 2017),


Aufsätze/Katalogbeiträge/Zeitschriftenbeiträge


  • „Transversale und diasporische Zeitlichkeit. Filmische und sonische Montagen bei Isaac Julien, Sondra Perry und Elizabeth Price“, in: Architektur – Film – Klang. Zur Medialität des filmischen Raums, hg. v. Julian Blunck und Kassandra Nakas, (= Architektur der Medien. Medien Der Architektur, Bd. 4), Göttingen 2026, 184–223.


  • „Hybrid Dance Floor: Bildarchiv vergleichenden Sehens und Display sozialer Interaktion“/„Hybrid Dance Floor: An Image Archive of Comparative Viewing and a Display of Social Interaction“, in: Philipp Goldbach. Training Images, Berlin 2026, S. 62–69.


  • „Stan Douglas, Zur Doppelbewegung und Liveness postdigitaler Bilder/Stan Douglas. On the Dual Movement and Liveness of Post-Digital Images“, in: Camera Austria, After the Index (guest editor: Karina Nimmerfall) 174 (2026), pp. 37–44.


  • „Indexeffekte taktiler und thermosensibler Bilder in einer brennenden Welt/ Index effects of tactile and thermosensitive images in a burning world“, in: Alex Grein. Ongoing, Luise-Straus-Preis, Ausst.-Kat. Max Ernst Museum, Brühl 2026. pp. 14–22.


  • „Imaginiert, konstruiert oder projiziert?“, in: Julian Jachmann/Sergiusz Kazmierski

    (Hg.), Zur Wahrheit. Sein und Schein in Philosophie, Literatur und Kunst (= Regensburger Klassikstudien, Bd.9) Regensburg, 2026, S. 185–217.


  • (Debattenbeitrag Klimagerechtigkeit) Hui Luan Tran/Maurice Saß, „Träumen auf dem Boden der Tatsachen. Wie geht klimagerechte Kunstgeschichte? Gespräch mit David Ganz, Lilian Haberer, Kaja Ninnis und Miriam Swaszt“, in: kritische berichte 54/1 (2026), S. 106–113.


  • „Unfügsam bleiben. Dissonante Bewegungen“, in: Anna Bromley/Katrin M. Kämpf (Hg.) Not a Festschrift. Isabell Lorey. Die Kunst, nicht so regiert zu werden, Kunsthochschule für Medien, Köln 2024, S, 68–83.


  • „Elsewhere. Geopoetiken und ihre Differenzräume in der Kunst“, in: KHM Magazin, Nr. 2, Köln (sollte 2024 veröffentlicht werden), S. x–y.


  • „Displaced migrant mobility. On reappropriating spaces through embodied materiality“, in: Cathrine Bublatzky/ Burcu Dogramaci/Kerstin Pinther/Mona Schieren (Hg.), Entangled Histories of Art and Migration. Theories, Sites and Research Methods, Bristol 2024, S. 198–213.


  • Lemma „Zeitbasierte Medienkunst“, in: Marcel Schumacher/Elke Kania (Hg.), A–Z. Kunst in NRW. 2000–2023. Sammlung Kunsthaus NRW, Berlin/München 2024, S. 336.


  • „Resolution determines visibility. Zur Übersetzung und Störung fotografischer Bilder“, in: Linda Conze (Hg.), Size Matters. Größe in der Fotografie, Berlin 2024, S. 79–80, 90–91.


  • (mit Katrin M. Kämpf), „Julia Schers R.S.I/Julia Scher's R.S.I“, in: Julia Scher. Real/Fake. Surveillance. Infrastructures, Ausst.-Kat. Museuum Abteiberg, Mönchengladbach, Kunsthalle Zürich, Kunsthalle Gießen, Mamco Geneva, Berlin 2024, S. 15–21, 81–93, 157–169, 223–231.


  • „In Bildern mit Sprache Räume öffnen“, in: Anne Schülke (Hg.), zat #8. Bilder in Texte verwandeln, o.S.


  • „Körper in Bewegung – Zur Wiederaneignung und Materialität von Räumen“, in: Lilian Haberer/Karina Nimmerfall (Hg.), Movement Mouvement. Handlungsfelder des Ästhetischen und Politischen in der Kunst. Festschrift für Ursula Frohne, München 2022, S. 297–305.


  • „Tangible files and merged displays. Zur Materialität fotografischer Praktiken“, in: Beate Gütschow/Alex Grein/Susanne Holschbach (Hg.), Photographic Materials: Archives and new Tools, Köln 2022 (im Druck, Frühjahr 2022).


  • „Prothetische Screens? Modi der verkörperten Wahrnehmung in virtuellen und 3D-Raumerfahrungen“, in: Mit weit geschlossenen Augen. Virtuelle Realitäten entwerfen, hg. von Carolin Höfler/Philipp Rheinfeld, Paderborn 2022.


  • „Kuratieren als kollektives agencement. Über das Verlernen und Enflechten in transmedialen Verlaufsformen“, in: Lisa Gotto/Annette Simonis/Nicole Kandioler/Marion Biet (Hg.), Medienkomparatistik. Beiträge für vergleichende Medienwissenschaft, „Kuratieren als medienkomparatistische Methode“, 3 (2021), S. 143–163.


  • „Zur Resonanz und sensorischen Erfahrung von Projektionen im Werk Mischa Kuballs“ (dt./engl), in: Andreas Beitin/Holger Broeker/Fritz Emslander (Hg.) in Zus.arbeit mit Vanessa Joan Müller, Referenz Räume, Künstlerbuch u. Ausst.-Kat. Kunstmuseum Wolfsburg/Museum Morsbroich, Leverkusen, Köln 2021, S. 176–183.


  • „Transpositionen. Künstlerisches Forschen und verkörperte Erfahrung“ (dt./engl), in: Céline Berger, András Blaszek, Viktor Brim, Anna Ehrenstein, Kerstin Ergenzinger, Denzel Russel, Søren Siebel presents Bas Grossfeldt. degree_show_out of khm, Ausst.-Kat. KIT, Düsseldorf 2021, S. 8–88.


  • „Movement as driving element and Mode of Reflection in Alexander Kluge’s cooperations with Female Artists“, in: Richard Langston/Leslie A. Adelson/N.D. Jones/Leonie Wilms (Hg.), Alexander-Kluge-Jahrbuch, Bd. 6. The Poetic Power of Theory, Göttingen 2020, S. 273–290.


Kurzbiografie

Lilian Haberer ist seit 2020 Professorin für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff an der Kunsthochschule für Medien Köln. Sie hatte nach einem Studium der Kunstgeschichte, Italianistik und Philosophie mit Auslandssemster an der Università La Sapienza Rom und in diversen Forschungsinstituten während ihrer Promotion eine wissenschaftliche Assistenz für Rosemarie Trockel absolviert. Parallel dazu hat sie eine Reihe von kuratorischen Projekten für Museen und Institutionen realisiert, etwa im Rahmen der niederländisch-deutschen Plattform gap, sowie zusammen mit Regina Barunke den Ausstellungsraum Projects in Art & Theory geleitet, der eine sich einer Annäherung von Ausstellungs-, kuratorischer Praxis und wissenschaftlichem Diskurs widmete und bislang noch nicht in Deutschland gezeigten Künstler:innen. Von 2007 bis 2014 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin u. Projektkoordinatorin des DFG-Projekts Reflexionsräume kinematographischer Ästhetik an der Universität zu Köln, in dem bereits die Materialität der Medien und gebauten Projektionsräume im Fokus standen. Von 2011–2016 war sie dort ebenfalls als wissenschaftliche Assistentin für Kunst des 20./21. Jh. am Kunsthistorischen Institut tätig. Von 2015–2018 initiierte sie mit Prof. Karina Nimmerfall im Rahmen einer Förderung der digitalen Lehre das Labor für Kunst und Forschung, Mass Observation 2.0, an der Humanwissenschaftliche Fakultät der Kölner Universität. Von 2019–23 arbeitete sie mit Karin Lingnau an einem Archiv- und Materialforschungsprojekt zur Materialität in künstlerischen Prozessen mit Workshops und Forschungsreisen zum Aufbau einer Materialbibliothek.

Vorlesungen – Seminare