KHM-Abschlussfilm erhält Deutschen Kurzfilmpreis in Gold 2026

Still aus „NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE“ von Jinhyun Kim

Jinhyun Kim erhält für ihren Abschlussfilm „NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE“ an der Kunsthochschule für Medien Köln den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold 2026 in der Kategorie "Bester mittellanger Film". Die Verleihung der Goldenen Lolas findet am 16. November statt.

Montag, 16. November 2026
Die Preisverleihung findet in der Kulturfabrik KAMPNAGEL in Hamburg statt (nur auf Einladung).

Am 27. Oktober hat Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer die zwölf Nominierten für den Deutschen Kurzfilmpreis 2026 bekannt gegeben. Die Nominierungen wurden von unabhängigen Fachjurys aus 239 Einreichungen ausgewählt. Die Verleihung der Deutschen Kurzfilmpreise findet am 16. November auf Kampnagel in Hamburg statt. Die Auszeichnung für den besten mittellangen Film mit einer Laufzeit von mehr als 30 Minuten bis 78 Minuten Laufzeit steht bereits fest: Er geht an den Dokumentarfilm „NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE“, Abschlussfilm von Jinhyun Kim an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). 

Die Jury des Deutschen Kurzfilmpreis 2026 begründete ihre Entscheidung für den Film wie folgt: „Ein einfühlsamer Film über die ausschließende Charakteristik von Sprache und Intellekt, auf deren Grundlage wir unsere Gesellschaft konstruiert haben, die infolgedessen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen an Ränder drängt. Indem die Filmemacherin ihre Protagonisten konsequent nicht zeigt, fordert sie uns unaufdringlich dazu auf, Zeit mit ihnen zu verbringen und uns umfassend mit unserer eigenen Exklusion auseinanderzusetzen.“ 


„NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE“ (2026, 68 Min.) feierte im April dieses Jahres beim Filmfestival Visions du Réel in Nyon Premiere. In ihrem Dokumentarfilm erforscht die KHM-Absolventin, geboren und aufgewachsen in Südkorea, Themen wie Ausgrenzung und soziale Barrieren und erzählt von ihren persönlichen Erfahrungen beim Aufwachsen ihres nicht-verbalen Bruders sowie von Kommunikation jenseits von Sprache.
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Der Deutsche Kurzfilmpreis: Mit dem Preis ehrt die Bundesregierung jährlich herausragende Leistungen bei der Produktion von Kurzfilmen und würdigt Filmemacher*innen „für ihren Mut, künstlerisch anspruchsvolle Werke im kurzen Format zu produzieren. Der Preis soll sie darin bestärken, diesen Weg weiter zu verfolgen.“ Der Deutsche Kurzfilmpreis ist die höchstdotierte Auszeichnung im Bereich des Kurzfilms in Deutschland. Der Gewinn des Deutschen Kurzfilmpreises ist mit einer zweckgebundenen Prämie von 30.000 Euro verbunden, die Nominierung mit einer von 15.000 Euro. Die Prämie für den besten mittellangen Film beträgt 20.000 Euro. Die Prämien sind jeweils für die Herstellung oder Entwicklung eines neuen Films mit künstlerischem Rang zu verwenden.

모두를 위한 모국어는 없다
NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE
Dokumentarfilm, 2026, 67:40 Min.
Koreanisch, Japanisch, Deutsch mit engl. UT

Aufgewachsen mit ihrem nonverbalen Bruder mit Behinderung bewegt sich Jinhyun Kim in einer von Scham geprägten Zuneigung und einer durch Distanz geformten Intimität. Ihre Reise führt durch Institutionen in Korea, Japan, Deutschland und dem Vereinigten Königreich und zeichnet die Konturen von Ausgrenzung nach. Die Kamera dringt nicht ins Innere ein; sie bleibt an der Schwelle und sammelt die sensorischen Spuren von Kontrolle. Züge verbinden diese fragmentierten Landschaften und fahren in die Nacht hinein – dorthin, wo Sprache sich auflöst und das, was bleibt, nicht gesagt, sondern gefühlt wird. Dies ist ein Film für all das, was nicht in Worte gefasst werden kann.


Das Team – Regie, Buch, Bildgestaltung und Montage: Jinhyun Kim; Sounddesign: Jenny Winter, soundslikewinter;

Tonmischung: Judith Nordbrock; Colorgrading: Ewald Hentze; Betreuung: Prof. Alejandro Bachmann, Prof. Philip Scheffner, Prof. Dr. Isabell Lorey; Produktion: Jinhyun Kim, Kunsthochschule für Medien Köln

Redaktion — Ute Dilger

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