Film & Talk: HAPPY HOLIDAYS

KHM
Still aus „Happy Holidays“ von Scandar Copti

Der palästinensische Filmemacher Scandar Copti zeigt seinen preisgekrönten Spielfilm „Happy Holidays“ (2024) an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit dem Regisseur statt.

Mittwoch, 4. November 2026, 19 Uhr, Aula
Aula der KHM, Filzengraben 2, 50676 Köln
Film & Gespräch auf Englisch / Film & Talk in English Eintritt frei / Free entry
Moderation: Prof. Pia Marais, Markéta Polednová

„Happy Holidays“ spielt im heutigen Haifa und begleitet vier miteinander verbundene Figuren, deren Leben sich zunehmend in einem Geflecht aus familiären Erwartungen, persönlichen Geheimnissen und widersprüchlichen Loyalitäten verstrickt. Der Film bewegt sich zwischen palästinensischen und jüdisch-israelischen Familien und untersucht Spannungen rund um Geschlechterrollen, Generationsunterschiede und kulturelle Identität. Dabei zeigt er, wie gesellschaftliche Konventionen und politische Realitäten intime Beziehungen und individuelle Entscheidungen prägen.


Scandar Copti ist im Rahmen des Seminars Encounters LAB an der KHM zu Gast. Bekannt für seinen unverwechselbaren Ansatz bei der Arbeit mit Laiendarsteller*innen, entwickelt Copti fiktionale Erzählungen durch Improvisation und die persönlichen Erfahrungen seiner Darsteller*innen. Im Gespräch nach der Filmvorführung wird es um seine kollaborativen Methoden, das Verhältnis zwischen Fiktion und gelebter Erfahrung sowie seine Arbeit als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent gehen.


„Happy Holidays“ feierte 2024 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere und wurde dort mit dem Orizzonti-Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Anschließend gewann der Film den Goldenen Stern beim Internationalen Filmfestival von Marrakesch und den Goldenen Alexander für den besten Spielfilm beim Internationalen Filmfestival von Thessaloniki. 

„Happy Holidays“ von Scandar Copti
PS / DE / FR / IT / QA, 2024, 123 Min.
Arabisch und Hebräisch mit deutschen und englischen Untertiteln

Vier miteinander verbundene Figuren teilen ihre ganz eigenen Lebensrealitäten und beleuchten dabei die Komplexität der Beziehungen zwischen den Geschlechtern, Generationen und Kulturen. Rami, ein Palästinenser aus Haifa, muss sich mit dem plötzlichen Sinneswandel seiner jüdischen Freundin hinsichtlich ihrer geplanten Abtreibung auseinandersetzen. Seine Mutter Hanan steht vor einer finanziellen Krise und gerät in Schwierigkeiten, als sie versucht, eine Entschädigung für den Unfall ihrer Tochter Fifi zu erwirken. Miri ist gezwungen, sich mit der Depression ihrer Tochter auseinanderzusetzen, während sie gleichzeitig versucht, die Schwangerschaft ihrer Schwester mit Rami zu vereiteln. Fifi kämpft mit Schuldgefühlen, weil sie ein Geheimnis verbirgt, das den Ruf ihrer Familie und ihre aufkeimende Beziehung zu Dr. Walid gefährdet.


Scandar Copti ist ein palästinensischer Filmemacher und bildender Künstler aus Jaffa. Bekannt für seinen einzigartigen Ansatz bei der Arbeit mit Laiendarsteller*innen, unterrichtet er diese Technik an der NYU Abu Dhabi und international. Seine Arbeit schöpft aus persönlichen Erfahrungen sowie aus breiteren gesellschaftlichen und politischen Narrativen und bietet eine differenzierte Perspektive auf die palästinensische Minderheit in Israel. Coptis Spielfilmdebüt „Ajami“, das er gemeinsam mit Yaron Shani inszenierte, erhielt die „Camera d’Or Special Mention“ bei den Filmfestspielen von Cannes und wurde bei der 82. Oscar-Verleihung als bester fremdsprachiger Film nominiert. Außerdem ist er Träger der Sutherland Trophy.

Redaktion — Giulia Maion

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