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Deutscher Kurzfilmpreis 2026: Die Shortlist

Die Preisverleihung findet in der Kulturfabrik KAMPNAGEL in Hamburg statt (nur auf Einladung).
Mit der Shortlist des Deutschen Kurzfilmpreises würdigen die unabhängigen Jurys diejenigen eingereichten Filme, die aus ihrer Sicht eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Unter den für die Shortlist ausgewählten Filmen befinden sich gleich zwei Filme von Studierenden der Kunsthochschule für Medien Köln: „Garden of Edie“ von Miri Klischat in der Kategorie Dokumentarfilm (bis 30 Minuten) sowie „No Mother Tongue for Everyone“ von Jinhyun Kim in der Kategorie Mittellanger Film (30 bis 78 Minuten). Außerdem wurde der Absolvent Simon Rittmeyer mit seinem neuen Film „Ku Yendza (Trajectories)“ in der Kategorie Experimentalfilm vorausgewählt.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 219 Kurzfilme für den Deutschen Kurzfilmpreis vorgeschlagen. Die Spielfilm-Jury hat aus 85 eingereichten Filmen ihre Shortlist ausgewählt; die Jury der Kategorien Animations-, Experimental- und Dokumentarfilm sowie des Preises für den besten mittellangen Film (30 bis 78 Minuten) aus 134 Einreichungen.
Die Filme der Shortlist 2026 finden Sie hier
Mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ehrt die Bundesregierung jährlich herausragende Leistungen bei der Produktion von Kurzfilmen. Er ist die höchstdotierte Auszeichnung im Bereich des Kurzfilms in Deutschland. Der Gewinn des Deutschen Kurzfilmpreises ist mit einer zweckgebundenen Prämie von 30.000 Euro verbunden, die Nominierung mit einer von 15.000 Euro. Die Prämie für den besten mittellangen Film beträgt 20.000 Euro. Die Prämien sind jeweils für die Herstellung oder Entwicklung eines neuen Films mit künstlerischem Rang zu verwenden.
모두를 위한 모국어는 없다
„No Mother Tongue for Everyone"
Dokumentarfilm, 2026, 67 Min., mehr
Koreanisch, Japanisch, Deutsch mit engl. UT
Aufgewachsen mit ihrem nonverbalen Bruder mit Behinderung bewegt sich Jinhyun Kim in einer von Scham geprägten Zuneigung und einer durch Distanz geformten Intimität. Ihre Reise führt durch Institutionen in Korea, Japan, Deutschland und dem Vereinigten Königreich und zeichnet die Konturen von Ausgrenzung nach. Die Kamera dringt nicht ins Innere ein; sie bleibt an der Schwelle und sammelt die sensorischen Spuren von Kontrolle. Züge verbinden diese fragmentierten Landschaften und fahren in die Nacht hinein – dorthin, wo Sprache sich auflöst und das, was bleibt, nicht gesagt, sondern gefühlt wird. Dies ist ein Film für all das, was nicht in Worte gefasst werden kann.
Bewertung der Jury: „Ein einfühlsamer Film über die ausschließende Charakteristik von Sprache und Intellekt, auf deren Grundlage wir unsere Gesellschaft konstruiert haben, die infolgedessen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen an Ränder drängt. Indem die Filmemacherin ihre Protagonisten konsequent nicht zeigt, fordert sie uns unaufdringlich dazu auf, Zeit mit ihnen zu verbringen und uns umfassend mit unserer eigenen Exklusion auseinanderzusetzen.“
„Garden of Edie“ von Miri Klischat
Dokumentarfilm, 2026, 20 Min. mehr
Wenn klein Edie erwachsen ist, möchte sie Autorin werden. Zwanzig Jahre später schreibt die katholisch aufgewachsene Edie Montana einen Brief an ihr junges Ich und erzählt ihr, wie sie sich ihren Traum erfüllt hat, in dem sie neben ihrer aktivistischen Kunst auch als Sexarbeiterin arbeitet, um genug Zeit zum Schreiben zu haben. Doch dafür musste sie sich erst von den düsteren Stimmen in ihrem Kopf befreien.
Die Bewertung der Jury: „‚Es werde Licht‘: Mit selbstbewusster Geste beginnt der Film mit nichts Geringerem als der Erschaffung der Welt, um den Ursprungsmythos im selben Atemzug zu dekonstruieren. Dabei entstehen Räume: für die eigene Perspektive der Autorin Edie Montana, auf ihren Körper und ihr Begehren, ihre Arbeit als Sexarbeiterin und für ihren Blick auf den Blick der anderen. Entstanden ist eine kraftvolle Gesamtkomposition, getragen von einer eindringlichen visuellen Sprache, die selbst von Worten gehalten wird.“
„Ku Yendza (Trajectories)“ von Simon Rittmeier
Experimentalfilm, FR/D, 2026, 16 Min.
„Das Fallenlassen eines Objekts ist niemals ein Zufall. Es ist ein Element, das Teil meiner Kunst ist. Es ergänzt meine Routinen, meine Kompositionen, meine Musik.“ Dimas Tivane jongliert nicht nur mit Gegenständen, sondern auch mit Klängen. Seine Gesänge und Musikstücke umkreisen die Fragmente seiner Geschichte als Reisender zwischen Mosambik und Frankreich.
Die Bewertung der Jury: „Die rhythmische Aufschlüsselung der Transitphase eines Künstlers, der sich an einem neuen, fernen Ort durchs Leben jongliert. In den suchenden Beats, die der Film dokumentiert, liegt schmerzende Sehnsucht, aber auch tröstende und treibende Kraft.“
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