Fächergruppe Kunst

Die Fächergruppe Kunst im Studiengang Mediale Künste versteht sich als experimentelles, offenes Arbeitsfeld und interdisziplinäres Labor, das innovative Formate, Sichtweisen und künstlerische Praxen fördert.

Der Fokus der hier entwickelten Strategien liegt darin, den Respekt vor der medialen Komplexität durch alltägliche Aneignung sowie durch entsprechende Lehre und technische Betreuung aufzuheben und ein intelligentes künstlerisches Freibeutertum zu fördern. Die Studierenden entwickeln ihren Interessen gemäße Projekte, die weit über traditionelle Verfahren oder herkömmliche Medienpraxen hinausgehen.


Aufgrund des integrativen Ansatzes in diesem Bereich können die Studierenden selbst die für sie relevanten Schwerpunkte bestimmen. Sie entwickeln adäquate Methoden und nutzen ihre Fähigkeiten zur verantwortungsvollen Umsetzung persönlicher und gesellschaftlicher Visionen. Der Werkstoff der künstlerischen Praxis sind digitale wie analoge Medien, mit denen die Studierenden in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bezugsfeldern intervenieren und ein eigenes Bild von der Welt entwerfen.

Aufgrund des integrativen Ansatzes in diesem Bereich können die Studierenden selbst die für sie relevanten Schwerpunkte bestimmen. Sie entwickeln adäquate Methoden und nutzen ihre Fähigkeiten zur verantwortungsvollen Umsetzung persönlicher und gesellschaftlicher Visionen. Der Werkstoff der künstlerischen Praxis sind digitale wie analoge Medien, mit denen die Studierenden in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bezugsfeldern intervenieren und ein eigenes Bild von der Welt entwerfen.


Aus der Vielfalt und Verschränkung von Methoden in der Kunst und der engen Nachbarschaft zu den anderen Fächergruppen ergibt sich ein einzigartiges Spannungsfeld aus unterschiedlichsten Positionen der zeitgenössischen Kunst.


Die hier praktizierte interdisziplinäre Durchdringung liefert ausschlaggebende Impulse für eine Aktualisierung traditioneller Disziplinen. 

Der experimentelle Film an der KHM umfasst alle freien, non-narrativen künstlerischen Formen des bewegten Bildes. Dabei muss der Versuch, eine Vielzahl hybrider Werke unter dem belasteten und unscharfen Sammelbegriff Experimentalfilm zu subsumieren und zu einer Gattung zu formieren, scheitern. Experimentelle Filme haben sich befreit aus den starren Definitionen der Theorie und den langen Schatten des in Selbstreferentialität und formalen Orthodoxien erstarrten strukturellen Films. Längst steht die Person des Künstlers im Mittelpunkt – mit seinen individuellen Interessen und Energien, und dieser Fokus „beschränkt zwar den Radius, vertieft aber die Wahrnehmung” (Karsten Witte). So werden neue Formen generiert, in denen sich analoge mit digitalen Verfahren verschränken, Low und High Tech, originales mit angeeignetem Material. Längst kann es auch um ein bewusstes Aufgreifen von Traditionslinien gehen, die Aufarbeitung und Fortführung der Genealogien einer „Subgeschichte des Films”, beispielsweise von Ideen des Expanded Cinema in raumgreifenden Filminstallationen.



Lange Zeit exkommuniziert aus der bildenden Kunst, aus der der Experimentalfilm erwachsen ist, ist seine Heimatlosigkeit vielfach beklagt worden; heute erheben experimentelle Filmemacher das Nomadische zum kreativen Programm. Sie bewegen sich ebenso selbstverständlich zwischen Kino und Galerie wie zwischen Film und anderen Medien.


In den Veranstaltungen zum experimentellen Film geht es auch darum, eine Orientierungshilfe in der Unübersichtlichkeit der beschriebenen Situation anzubieten, Wissen um die unterschiedlichen Mechanismen von Kunst- und Filmwelt zu vermitteln und angesichts einer wachsenden Kommerzialisierung Film als Medium eines radikalen künstlerischen Ausdrucks zu verteidigen: film as a subversive art. Im Experimentalfilm-Forum werden studentische Produktionen diskutiert, in themenbezogenen Fachseminaren („Ortsangaben“, „Sammeln“, „First Person Cinema“, „You Are Going To Die“, „Freaks“ u.v.a.) Topoi des experimentellen Films in Vorlesungen, Screenings und Filmanalysen beleuchtet. Hier waren u.a. FilmkünstlerInnen wie Birgit Hein, Helga Fanderl, Mike Hoolboom, Guy Ben-Ner, John Smith, Miranda Pennell, Laura Waddington, Gustav Deutsch, Ulu Braun, Mara Mattuschka und Jürgen Reble mit Präsentationen und Werkstattgesprächen zu Gast. 

Im Zentrum der Lehre der Künstlerischen Fotografie steht konzeptionelles Arbeiten sowie das Experimentieren am eigenen Medium.

Ausgehend von der Fotografie als Wirklichkeit abbildendes Medium wird die Differenz zwischen fotografischer Abbildung und Abgebildetem reflektiert, um so die Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen des Mediums Fotografie auszuloten. Hierfür kann der Bereich der Fotografie auch verlassen und andere Medien hinzugezogen werden. Denkbar sind z.B. Arbeiten an der Grenze zwischen stillem und bewegtem Bild oder auch Ansätze, die die Kombination "handschriftlicher" und apparathafter bzw. fotografischer Aufzeichnung verfolgen. 

Zu überlegen wäre, wie fotografische Bilder in früheren Jahrzehnten in der Kunst eingesetzt wurden, aber auch, in welcher Weise Fotografien in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft heute auftauchen und den Blick des Betrachters mitbestimmen, wie z.B. durch die Produktfotografie der verarbeitenden Industrie, durch die Überwachungstechnik oder alltägliche Handyfotografie. 


Auch das Verhältnis von Fotografie zur Malerei kann von Interesse sein, ist es doch die Malerei, die unser Verständnis vom „gelungenen“ Bild nachhaltig beeinflusst hat. Es geht jedoch nicht nur um eine mediale Reflexion, sondern vielmehr darum, sich auf historische, abseitige, lokale, private oder auch politische Themen einzulassen, sie sorgfältig zu beleuchten, sich über das eigene Interesse an ihnen klar zu werden, um diese Themen dann mit den Mitteln der Fotografie oder auch einem anderen Medium zu bearbeiten.

Jeweils zum Wintersemester findet eine Reihe von Einzelausstellungen im Projektraum der Fotografie Case statt. Im Sommersemester fokussieren sich die Lehrveranstaltungen auf Inputs, Arbeitsbesprechungen, Kooperationen, externe Ausstellungsprojekte und Gästeeinladungen.

Das Seminar Malerei und Skulptur widmet sich den elementaren Techniken und Medien künstlerischen Gestaltens und bietet den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, diese kennenzulernen, sie für sich einzusetzen und sich der zeitgenössischen Kunst aus der Perspektive von Malerei und Skulptur zu nähern.


Lange Zeit galt Malerei weitgehend als Chiffre für Handgemachtes, als Ausdruck künstlerischer Unmittelbarkeit.  Mittlerweile aber wird sie fast selbstverständlich mit digitaler Technologie kombiniert. Was einander entgegengesetzt wurde, tritt nun in Wechselwirkung. Die Malerei selbst und ihre traditionellen Techniken werden durch diese gegenseitige Bezugnahme
auch als Medien reflektiert. Die Diskussion über die ästhetischen Bedingungen dieses Prozesses wird in den Seminaren geführt.

Lange bevor Menschen die Bühne der Welt betraten, sangen und tanzten bereits andere Tiere, bauten Architekturen, trauerten um ihre Toten und zogen ihre Jungen groß. Klimakrise und Artenstreben haben uns gezeigt, wie eng unsere Kulturen und Politiken miteinander verflochten sind, und dass die westliche Erzählung von der Einzigartigkeit und Überlegenheit der menschlichen Spezies zu einer Welt gehören, die hinter uns liegt.

Im Lehrgebiet Multispecies Storytelling gehen wir der Frage nach, wie wir Geschichten auf eine Weise erzählen können, die Menschen nicht länger in den Mittelpunkt stellt. Das erfordert, um es mit der Philosophin Vinciane Despret zu sagen, Curious Practice – die Bereitschaft „(…) sich auf die Vielschichtigkeit dessen einzulassen, was für diese Wesen [more-than-human-others], die es zu erforschen gilt, von Bedeutung ist und dem sie umgekehrt zu Bedeutung verhelfen“.

Das Multispecies Studio an der KHM dient uns als ein gemeinsamer Raum, in dem wir über Ideen sprechen und Projekte entwickeln, welche die Perspektiven von nicht-menschlichen Tieren, Pflanzen, Pilzen, Bakterien oder KIs mitdenken und miteinbeziehen.

Wir suchen nach neuen experimentellen Formen der Kommunikation mit den Mitbewohner*innen des Planeten, nach Technologien, künstlerischen Praktiken und Ausstellungsformaten, die unsere Fähigkeit, uns aufeinander einzulassen, erweitern. Die Auseinandersetzung mit den Diskursen der transdisziplinären Critical Animal Studies, sind dabei immer wieder Teil unserer künstlerischen Forschung.

We lazily assume that 'everything is connected', but as Graham Harman has pointed out, we must remember that, in fact, 'everything is not connected'.
The actual configuration of networked technologies creates and reinforces cultural dynamics (rituals) that stress disconnectedness. While most of our daily transactions are facilitated by connected devices, users are largely oblivious to the complex web that constitutes the Internet: a gigantic yet incredibly obfuscated maze of tangled contingencies (including algorithms, tracking technologies, devices, data centers, electricity, marketers, designers, engineers, CEOs, and foremost, user data), which ubiquitously traverses millions of bodies (both human and non-human) spread all over the world. However, regardless of the compelling role of this diverse mesh of bodies in the organization and activation of our so-called networked society, both its intrinsic material and its affective dimensions are dramatically neglected, thus exposing them to increasingly exploitative practices orchestrated by legions of algorithms organized and activated by global corporations and their intermediaries. This, in turn, excludes the possibility of repairing these systems to make them more sustainable in every sense of the word. Thus, it is urgent to create new paradigms that propose a renewed way to imagine the diversity of relationships that occur within the Internet in order to inhabit this system sustainably.

Das Seminar ‘urban stage’ untersucht seit 2007 kontinuierlich in praktischen Übungsformaten die Frage nach städtischen Folien und soziopolitischen Strukturen mit dem Format studentischer Projektarbeit.

Leerstand und architektonische Fülle, Non-sites und institutionelle Rahmenbedingungen sollen analysiert und neu beschrieben werden. Künstlerische Intervention sowie Aspekte des Performativen sollen methodisch zur Anwendung kommen. Konkrete Projektideen werden auf der Seminarplattform entwickelt und in konkreten Ausstellungsprojekten und Kooperationen umgesetzt.

Video Art and Performance, the seminar of Phil Collins and Tobias Yves Zintel examines, reflects on and aims to produce collaborative or participant works of performance and video art. One important strand and focus of the seminar is encountering communities and groups, landscapes and topographies in the world outside the art academy in order to build performative moments in communication with and for temporary audiences. Another is the to understand some of the necessities, pleasures and challenges of participation and collectivity, through reading set texts and, encountering and watching visual material. Throughout the teaching sessions there is an ongoing to learning through doing.
From Chelsea Manning themed Cover Bands in the Bauhaus Dessau Basement, to Modelling Workshops in Lebanese Shoe Factories, installations of contempoary dance collaborations in a crematorium in Berlin to an oldtimer bus-load of performers from the West Bank and West Germany,  from Dating Agencies in Beirut to onstage performers in a Trans Chat Show previous seminars have collaborated with:

with Tobias Yves Zintel:
- Solo/Dance/Authorship MA (SODA) in Berlin on Capturing Dance a year long collaborative structure working with contemporary choreographers and dancers, intensive workshops with Boris Charmatz, symposium with Babette Mangolte and Philip Auslander, and an ongoing movement lab with Martin Sonderkamp.

with Daniela Kinateder:
 - Riwaq Biennale, Ramallah, Palestine - as part of Our Position Vanishes, an exchange project with participants of the educational unit of the biennial presented in the context of Impulse Theatre Festival, a fortnight of experimental performance and contemporary theatre. 
- Ashkal Alwan, The Lebanese Association for Plastic Arts Beirut - invited by Christine Thome and Matthias Lilienthal in the context of Home Works 6and X-Apartments Beirut.
- Bauhaus Dessau - as part of Human-Space-Machine. Stage Experiments at the Bauhaus. Invited by Philipp Oswalt, Torsten Blume and Christian Hiller in collaboration with Simon Will of Gob Squad.
- Mousonturm Frankfurt - performers with Vaginal Davis, Susanne Sachsse, Marc Siegel Cheap Productions as part of Camp/Anti-Camp -Vaginal Davis Is Speaking From The Diaphragm

The seminar “Contemporary Art/Global South” begins with a desire to breathe in resonance, to search for other forms of collectivity and hospitality that could accommodate the strangeness, “extraneous” that some call home. It offers a home – a garden refuge of sorts, that emerges from cultures of collaborative and collective practices that center on care, reparations, and healing. 


In foregrounding syncretism, the seminar presents decentralized and embodied practices of knowing the world by presenting the possibility to imagine, project, map, narrate, sing, dream, and carve out contemporary artistic practices that are socially aware and at times community-oriented. 


In a world where systems of knowledge production continue to focus on individualized progress, seminar participants are often faced with renegotiating where the “self” begins or ends. The seminar often includes presentations by international artists, historians, activists, and scholars, and will include excursions to various locations across Africa, Asia, Eastern Europe, and South America as part of recognizing how shared experiences of marginalization echo across geographies (and beyond south-south as a geographical location); and how systems of power continue to inform where and how each of these echoes should reverberate.


In imagining future contemporary art landscapes, we value fragility and failure as much as certainty and know-how. We use uncertainty, opacity, play, and fragility as strategies to counter and de-link from oppressive systems brought on by coloniality, racism, imperialism, and existing forms of exploitation. We seek activist strategies and creative practices that mirror and emphasize the everyday existence of those affected by imperialism and coloniality, including human and non-human forms of survival from those living and no longer with us.


The seminar’s insistence on collectivity and care is central to decolonial methodologies that call upon the academy to continue the work of reimagining itself through practice and not only in theory. 

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