Ingrid Wiener: Gobelins und Traumbilder | 27.01. bis 11.03.2017

KHM
Ingrid Wiener: Gobelins und Traumbilder | 27.01. bis 11.03.2017
Ingrid Wiener, "Dr.Müllers Kabelfrühling", 2009–2010, Dawson City/Kanada, Birkfeld/Steiermark, 9 Teile, je 34 x 50 cm, gesamt ca. 110 x 160 cm
Am Samstag, 11. März 2017, ist die Ausstellung von Ingrid Wiener in GLASMOOG letzmalig von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Ingrid Wieners künstlerisches Schaffen reicht von Gobelins über Fotografien, Aquarelle, Zeichnungen, Texte bis hin zu Koch- und Gesangsperformances, Schallplatten und Filmen (u.a. mit VALIE EXPORT und Oswald Wiener). Alltägliche Beobachtungen von Orten und Menschen sowie ihrer selbst prägen ihre Arbeiten, die immer einen unmittelbaren Moment in sich tragen, oft aber auch – insbesondere bei den Gobelins – von dem Schaffensprozess selbst zeugen. Schwerpunkt der Ausstellung in Glasmoog sind Wieners Aquarelle, die seit 1995 entstehen und in denen sie sich mit Vorstellungsbildern im Traum beschäftigt: „Meine Traum-Aquarelle sind das Resultat von Versuchen, verschiedene im Traum erlebte, aber nicht erfasste Stimmungen oder Körperempfindungen durch bildliche Darstellung zu artikulieren. Dabei stelle ich in Rechnung, dass die Natur der als visuell supponierten Komponenten des Träumens umstritten ist.“ Sowie eine Auswahl von Gobelins, zu denen Wiener schreibt: „Zwei Arten von Kindheitserlebnissen ergänzen einander zu der Grundstimmung meiner Webarbeit: Frottagen und Röhrensysteme. Die Frottage bringt mit der Wiederholung immer der gleichen einfachen Bewegung die verschiedensten Gestalten hervor.  Starre Geflechte aus Leitungen (Kabel, Schienen ...) hingegen lenken Wirkungen an einander vorbei. In beiden Phänomenen kommt es auf die Bewegung des Jetzt an – « Le mouvement entre deux repos est l’image du présent entre le passé et l'avenir. Le tisserand qui fait sa toile fait toujours ce qui n’est pas. » (Rivarol).Von meiner jeweiligen Umgebung hängt es ab, welcher Art die Gestalten und die Wirkungen jeweils sind, die meine Arbeit anleiten. In der Mitte der Zivilisation ist das Wahrnehmen und Zustandekommen selbst weit wichtiger als das Wahrgenommene und Zustandekommende; an ihrem Rand ist es umgekehrt.“


Ingrid Wiener (Studium Textildesign an der HTL, Wien) wirkte mit bei Aufführungen der Wiener Gruppe und in Experimentalfilmen (1958–1962), war Mitinhaberin und Chefköchin der Künstlerlokale Matala, Exil, Ax Bax in Westberlin (1971–1984) und eröffnete 1986  zusammen mit Oswald Wiener das Restaurant Claims Café in Dawson City, Kanada. Zwischen 1974 und 1997 entstanden in künstlerischer Zusammenarbeit mit Dieter Roth komplexe Gesamtkunstwerke mit jeweils einem zentralen gewebten Wandteppich.


GLASMOOG – Raum für Kunst & Diskurs
Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 250676 Köln


Öffnungszeiten: Do/Fr 16–19 Uhr, Sa 14–18 Uhr u.n.V.
(Karneval geschlossen)

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