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MOOZ – on moving images and audiovisual arts

Aviarium

03:52
Aviarium
Arne Münch
2008, 3:51 Min.,16:9, Farbe

2008, 3:51 Min.,16:9, Farbe
Regie, Buch, Animation, Sound und Musik: Arne Münch
Betreuung: Stéphanie Beaugrand, Prof. Raimund Krumme
Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln




Vögel leben in traumartigen, surrealen Landschaften in einer postindustriellen Welt. Sie durchqueren Orte, welche sich zugleich als zart und rau, fantastisch und grausam offenbaren, scheinbar auf der Suche nach etwas, was sie jedoch schon in sich tragen.


Arne Münch verwendet bei seinen Animationen keine Storyboards. Entsprechend ist die visuelle Komposition nicht von einer im vorhinein definierten Ereignisabfolge festgelegt, sondern entsteht schrittweise. Bei Aviarium hatte er zuerst nur ein Bild im Kopf: Vögel in einer apokalyptisch anmutenden Welt, die sich ihren Platz suchen müssen und dabei sowohl Verlorenheit aber auch würdevolle Stärke ausstrahlen. Während er die ersten Bilder ausarbeitete, war er gleichzeitig auf der Suche nach weiteren Bildideen in seiner konkreten Umgebung, in seiner Vorstellung oder im Halbtraum vor dem Einschlafen. Die endgültige Fassung formierte sich schließlich im Zusammenspiel mit der von ihm komponierten Musik und der Geräuschvertonung. In der Montage verschob er das Material solange hin- und her, bis es für ihn ein stimmiges Gesamtbild ergab.


In Arne Münchs Animationen beeinflussen sich stets natürlich organische und technisch mathematische Elemente. In Aviarium spielt dieses Verhältnis eine wichtige Rolle. Auf der einen Seite gibt es die postindustrielle, düstere und bedrohliche Welt und auf der anderen Seite die surreal fantastische Welt der Vögel, der Pflanzen und Fische in Plastikbeuteln. Beide Welten scheinen miteinander zu verschmelzen. Es gibt keine Unterscheidung mehr. Alles fügt sich zusammen und hat seinen Platz.


In seinem Diplomprojekt Floating Point ist das Zusammenspiel organischer und technischer Elemente schließlich zum zentralen Thema geworden. Dort wurden die Bewegungen natürlicher Phänomene wie Wind, Wasser, Wolken oder Rauch aufgezeichnet und anschließend dazu verwendet, digital erzeugte künstliche Objekte zu steuern. Die Faszination an diesem Thema begründet Arne Münch damit: "In jeder Lebensform und jeder Zelle finden sich mathematische Bausteine und Strukturen. Gleichzeitig besteht aber auch alles technische, mathematische und digitale in letzter Konsequenz aus organischen, natürlichen Materialien und wurde aus einem natürlichen Element heraus, dem menschlichen Gehirn, erdacht. Ich frage mich, ob es da überhaupt eine Trennung gibt?"


Text — Daniel Sondermann




Arne Münch wurde 1981 in Kiel geboren. Er lebt in Köln. Neben seinem künstlerischen Schaffen in den Bereichen Animation/Sound arbeitet er freiberuflich als VisualFX und Motiongraphics Designer. Grundständiges Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln von 2005 bis 2010 mit den Schwerpunkten Computeranimation, Postproduktion, Compositing, Flashdesign, Sounddesign und Filmmusik. Diplom mit der experimentellen Computeranimation Floating Point.

Mehr über Arne Münchs Projekte erfahren Sie unter www.arnemuench.de




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ZOOM ist jetzt MOOZ!

Der virtuelle Ort für künstlerische Arbeiten mit dem bewegten Bild, für experimentelle audiovisuelle Formate der Kunsthochschule für Medien hat einen neuen Namen: MOOZ. Die  auch weit über die KHM hinaus bekannte Plattform für Nahblicke auf die künstlerischen Projekte und Produktionen arbeitet nun mit dem Spiegelungsprinzip: MOOZ reflektiert die vielschichtigen Sequenzen und Formate, spiegelt bislang noch nicht Wahrgenommenes oder gerade erst Hergestelltes in die virtuellen Räume zurück. MOOZ vollzieht damit auch einen Perspektivwechsel: Es geht nicht nur um den Blick auf und in die überwiegend kurzen, audiovisuellen Formen und Entdeckungen zum Vlog, Found Footage, Essayfilm, dokumentarische und performative Formate, abstrakte und experimentelle, installative Anordnungen, sondern mit welcher Linse, welchem Fokus, welchem Zoom die Bewegtbildarbeiten zurückblicken auf die ebenso differente und vielstimmige Welt der User*innen.


Das Spiegelungsprinzip von MOOZ ist auch programmatisch zu verstehen: denn jedes Projekt wird von einer anderen Stimme reflektiert, der*die mit den künstlerischen Arbeiten denkt, einen spezifischen Fokus darauf richtet und die Betrachter*innen zu eigenen Projektionen anregt.

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