Blues
Nicolas A. Baginsky: Das Saiteninstrument Aglaopheme tendiert dazu, den Blues aus der Saite herauszuholen. Es gibt also Klangmuster, die der Saite inhärent sind. Diese Muster können auch in anderer Hinsicht interessant sein, zum Beispiel als Orientierungswissen. Bruce Chatwin erzählt, daß die australischen Ureinwohner mit Gesängen gearbeitet haben, mit deren Hilfe sie bestimmte Berge und Flüsse angesprochen haben. Der Gesang brachte sie dahin, Zeichen zu entwickeln, etwas wiederzuerkennen, um sich während der Reise durch die Wüste zu orientieren. Das setzt meiner Ansicht nach voraus, daß der Gesang Wiederholungsmuster enthält.
Costs
Anthony Moore: In a way music has become cheaper, because the storage medium for the sound has become cheaper. Memory has got cheaper. This changes the economical use of film music. The digital soundtrack systems of Lucas Film for example are using large libraries of sounds. But these are questions of financing and distributing films that are not my field.
Distortion
Ephraim Katz (The International Film Encyclopedia. London: Macmillan Press, 1979): “An optical malformation of an image, usally as a result of an inconsistency in the magnification of the image between the edges and the center of the frame. Distortions may result accidentally from the use of a defective lens or a miscalculated placement of the camera, or they may be achieved intentionally for an artistic effect. German director F. W. Murnau often resorted to the use of unusual camera angles. This resulted in startling distortions. Adding to the significance of some key sequences in The Last Laugh (1924), for example. Weird effects have been achieved in TV commercials by shooting close-ups of subjects with a fish-eye lens.
Distortion
Anthony Moore: Breaking up of the sound, when it is too loud for the medium on which it is carried.
Analog distortion
Anthony Moore: Magnetic-oxide tapes resist when information increases. It tries to compress the information by itself when it is going to be overloaded with information. You can say that there is a grey zone between the right load and the overload.
Digital distortion
Anthony Moore: When the digital medium is overloaded, it suddenly cracks up. There is a sharp border between the “normal³ area and the “red³ overloaded area. The sound ist digitally stored in step-like units, which presumably suddenly fragment.
Experience of distortion
Anthony Moore: To experience distortion you need a recording device, the possibility to load something on a medium. Of course, it is possible to create distortion with only a playback device. You can raise the level of sound in a way that the loudspeaker becomes overloaded, and you destroy it.
Digitale Rezepte
Peter Spans: Es wird in allen Bereichen mit Wasser gekocht und ich glaube, alle experimentieren derzeit noch mit digitalen Techniken, keiner hat das Rezept. Unsere Firma lebt davon, daß die Mitarbeiter kreativ arbeiten können und nicht nur simpel Dienstleistungen erbringen. Diese Freiheit setzt eine höhere Intelligenz pro Sitz voraus, die wichtiger ist als Investionen in die Technik. Große Maschinen (wie eine Onyx) sind in Bereichen nötig, in denen “bottlenecks³ (Flaschenhälse) entstehen. Dort wo viele Kreative arbeiten, darf die Technik zwar nie die Oberhand haben, aber auch nicht behindern.
Lobby
Peter Spans: Wir brauchen keine Lobby in Deutschland, sondern orientieren uns an internationalen Standards und suchen uns je nach Projekt Partner. Unser Vorteil ist, daß wir uns in Deutschland das Marktsegment für Charakteranimation erobert haben. Das ging nur mit Qualität und die kommt aus einer Überzeugung.
Maschineneinsatz
Peter Spans: Ich halte nicht viel davon, um jeden Preis teure Maschinen einzusetzen. Die Progammierer in unserer Firma haben den Ehrgeiz, daß ihre Programme auch auf kleinen Kisten laufen. Dann können sie nämlich sicher sein, daß ihre Tools den kreativen Prozeß fördern und auch mit komplexen Szenerien laufen. Was auf kleinen Maschinen nicht effizient läuft, läuft letzten Endes auch nicht auf großen Maschinen.
Mitarbeiter
Peter Spans: Unsere Firma hat 10 Mitarbeiter. Erstaunlicherweise sind es 10 Deutsche. Das ist in dieser Branche unüblich, da die Amerikaner und Engländer Standards setzen. Ich glaube allerdings, daß Europa kommen wird. In den Filmbudgets tut sich einiges.
Music to the picture
Anthony Moore: In commercial film productions, the music is forced to the image. In more imaginative productions directors let themselves be inspired by the music.
Offenheit
Nicolas A. Baginsky: An den Musikmaschinen interessiert mich gerade die Offenheit. Ziel der Programmierung ist es, ein Set von Möglichkeiten bereitzustellen, die die Maschine dann selbst nutzt. Es geht nicht darum, einen Ablauf in jedem Schritt vorauszusehen und festzulegen. Interessant ist nur, daß die Gitarre sich trotz dieser Freiheit immer wieder auf den Blues-Rhythmus einspielt. Man läßt ihr die Freiheit, gibt nur einen Anfangsimpuls, aber sie beschränkt sich darauf, Blues zu spielen.
Tarnmusik
Nicolas A. Baginsky: Musik, die wie beim Film im Hintergrund spielt, beschäftigt mich. Bei der Perfomance I-Beam Musik hat das Publikum, den Sound im Hintergrund nicht also besonderes Ereignis wahrgenommen, sondern als unwichtige Begleiterscheinung zum visuellen Angebot. Wer sich die Mühe gemacht hat, den Sound zu verfolgen, hat gemerkt, daß die Geräusche aus dem Publikum den Sound geprägt haben. Das ist ein Unterschied zu Muzak und FuMu (Funktionsmusik), die in Supermärkten die Seelen der Einkäufer beeinflußt und stimmt. Da gibt es übrigens eine wichtige Szene im Decoder, wo F. M. Einheit einen Anti-MacDonalds-Muzak herstellt.
Underloading, analog
Anthony Moore: When you record low sound on an analog medium, the sound of the medium becomes louder than the information.
Underloading, digital
Anthony Moore: One advantage of digital conversion of sound is that there is nearly no sound of the medium. But very low level sound is also difficult to record in terms of the true digital representation of sound waves. The threshold of recording at very low levels is something to investigate.
Wärme
Peter Spans: Es ist unsere Überzeugung, daß man nicht durch technisches Muskelspiel den Zuschauer beeindruckt, sondern daß unsere Filme Spaß machen. Wer Joe und Basket sieht, muß nicht wissen, daß das 3D ist, sondern es muß ihm gefallen, und wenn es ihn an gute 2D Zeichentrickfilme erinnert, die Wärme, die zum Beispiel Walt Disney in seinen Bildern entwickelt, dann ist unsere Arbeit gut.
Watergate tapes
Anthony Moore: Only to mention and to tell one of many exceptions, because it is obvious that you can distort information without a recording device. For example: You can take - like Nixon - a tape where speach is recorded - for example spoken information about Watergate - and distort its meaning by cutting and editing the recorded tape for your purposes. But this is not concerning the question of digital distortion.