Kann man in einem virtuellen Studio Verstecken spielen?
Man kann! Unter dem Titel "Ich sehe was, was Du nicht siehst!" wird eine interaktive Fernsehsendung für Kinder entwickelt, die eben dies möglich macht. Durch die aus Kinderzeichnungen abgeleiteten 3D-Sets verwandelt sich der blaue Raum des Studios in einen geheimnisvollen Ort voller Geister und Gefahren. In dessen allertiefstem Nichts ist ein Schatz versteckt, den die Kinder gemeinsam suchen müssen. "Ich sehe was, was Du nicht siehst" versucht nicht die Funktionsweise der Studiotechnik zu ignorieren sondern, ganz im Gegenteil, mit der Technik Schabernack zu treiben. Sinnbild für diese beiden Welten ist eine Doppelfigur, die das Spiel leitet und die Sendung moderiert. Dieses Duo besteht aus einer zwar realen, aber im märchenhaften angesiedelten Fee und ihrem Schatten. In Wirklichkeit ist ihr widerspenstiges Alter-ego aber eine virtuelle Figur, die von einem seperaten Spieler gespielt wird. Über eine ATM-Schaltung kann der virtuelle Schatten von einem beliebigen Ort außerhalb des Studios in Echtzeit mit der Fee kommunizieren, die sich, zur Belustigung der Kinder, ständig von seinen Einfällen überraschen lassen muß.
Die Pilotproduktion der Kinderspielshow wird auf der Internationalen Funkausstellung 1999 in Berlin durchgeführt. Zu den Partnern des Vorhabens gehören das Institut für Medienkommunikation am Forschungszentrum Informationstechnik-GMD, der Westdeutsche Rundfunk, der DFN-Verein, der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg und das Institut für Rundfunktechnik München.
Die Kooperation zwischen der Projektgruppe an der Kunsthochschule für Medien Köln und dem Institut für Medienkommunikation bei Bonn geschieht in weiten Teilen netzbasiert. Für verteilte Proben, Videokonferenzen und bei massivem Filetransfer werden die im Projekt "Verteilte Virtuelle TV-Produktion" entwickelten Kommunikationsmodule im Gigabit-Testbed-West eingesetzt. "Verteilte Virtuelle TV-Produktion" ist ein vom DFN-Verein gefördertes Projekt.
Zur Kinderspielshow gibt es eine eigene Website mit ausführlicher Dokumentation und einem Online-Baukasten für die 3D-Spielkulissen: