re-active platform
fachseminar
dienstag 11-13 h
room2 @ glasmoog
filzengraben 2c, koeln


 

Das thema dieses semesters lautet >praesenz<: zu koerper und avatars, simulation, automation, virtualitaet, erfassung und verfolgung, telekommunikation und andere ubiquitaeten, spurensicherung, gedaechtnis und hinterlassenschaft, tarnung, embodiment...

ueber das erscheinen, verorten, verschwinden.

Von den kunstgeschichtlichen (und philosophischen) referenzen bis zu den praktischen konsequenzen: die platfom versteht sich als umgebung zur entwicklung von konkreten projekten; einfuehrungen zur anwendung von sensorik, camera-tracking und mobilen und locativen technologien sind moeglich.

 

The artist is present


Marina Abramovic at MOMA 2010.

present

real time streaming from MOMA

visitors' video #1

visitors' video #2

visitors' video #3

IMPONDERABILIA 1977 http://www.youtube.com/watch?v=QgeF7tOks4s&feature=related

IMPONDERABILIA 2nd LIFE http://www.youtube.com/watch?v=sTQPZhre50g&NR=1

 

Mehr Anwesenheiten


100 TAGE IN KASSEL 1972

100 tage Anwesenheit in Kassel: Gottfried Bechtholds konzept für die Dokumenta 5, Kassel 1972, beruhte auf seiner ständiger präsenz während der grossausstellung. sein jeweiliger aufenthaltsplatz in Kassel wurde mehrmals täglich über die lautsprecheranlage im fridericianum bekanntgegeben. potentiell hatte jeder ausstellungsbesucher die möglichkeit, Bechtholds lokalisation zu überprüfen und mit ihm in kontakt zu treten.

bechtholdGottfried Bechthold, 100 tage Anwesenheit in Kassel, 1972

ulrichs

Timm Ulrichs, erstes lebendes Kunstwerk (Selbstausstellung), 1961
Timm Ulrichs stellt sich selbst (in einer vitrine) aus; die juryfrei kunstaustellung berlin von 1965 erlaubt ihm nicht sich selbst auszustellen, "mit dem verweis auf das zollgesetz, nach dem ein kunstwerk vollständig von hand geschaffen sein müsse".

va

Vito Acconci, Room Piece, 1970
each weekend, the movable contents of one room in my apartment are re-located at the gallery. The contents are left in boxes and stored at the gallery (10.+11.1.1970 die küche; 17.+18.1. das wohnzimmer/schlafzimmer/bad; 24.+25.1. arbeitszimmer)

Vito Acconci, Some Notes on activity & performance, 1970
printed by John Gibson Gallery 1971

Telekommunikative Anwesenheiten


"In der galerie ist ein TV-gerät installiert, das einen mann zeigt, der in einem strassengraben liegt. der besucher glaubt, dass es sich dabei um ein eingespieltes band handelt. er realisiert nicht, dass der künstler nicht weit entfernt tatsächlich in einem strassengraben liegt und das stück eine übertragung darstellt. vielleicht sieht der besucher zufällig nach dem verlassen der galerie die wirkliche situation." [ -> PETER WEIBEL, Situation I, Kunstforum Bonn, 1974; zit. in: Re-PLAY 2000]

>Objektivierung< und Gewichtung (einer Anwesenheit)


Richard Kriesche, Elektronik Milieu, 1984
Neben "Video milieu", "Licht-Text-Ton milieu" und Computer milieu" ist "Elektronik milieu" Teil einer Ausstellung in vier Räumen, die 1984 in der Berliner DAAD-Galerie zu sehen war. Der Künstler sitzt an einem Tisch und gibt Zeichen über eine Computertastatur ein. Er trägt eine Augenbinde, auf der vorne kleine Leuchtdioden angebracht sind. Diese Augenbinde ist an einen Computer angeschlossen, so daß die Leuchtdioden die Buchstaben wiedergeben, die Kriesche eintippt. In dieser Arbeit ist der Künstler Sender und Empfänger zugleich, er ist künstlerisches Subjekt und Objekt in einem. Die daraus resultierende Distanzlosigkeit macht, so Kriesche, den Gegensatz von Kopf- und Handarbeit gegenstandslos: "In diesem elektronischen Milieu hat der kontrollierende Geist keine Zeit und keinen Raum."

krieschekrieschekriesche

Anja Kempe, Loser Raum, 2002 ; programmierung Jochen Viehoff
Der "Lose Raum" ist eine interaktive Installation, in der zwei Seiten eines Raumes auf sich selbst projeziert werden. Die Neigung und Ausrichtung des projezierten Raumes wird gesteuert durch die Gewichtsverteilung - also den Schwerpunkt - der sich auf der Gewichtsplattform befindenden Personen. Die resultierende Bewegung wird durch das Gesamt-Drehmoment ausgeloest und entspricht einer realen, physikalischen Wippe in zwei Dimensionen. Das Traegheitsmoment der Wippe, die Viskositaet des umgebenden Mediums und lineare Rueckstellkraefte legen die vollstaendige Dynamik der Bewegung fest.

kempehttp://www.anjakempe.de/loserraum

Keith Arnatt, I'm a real artist, 1969-72

arnatt

Keith Arnatt, An invisible hole, 1968-69

Keith Arnatt, Invisible hole revealed by the shadow of the artist, 1968

Keith Arnatt, Self burial, 1969

arnatt

With no announcement or further commentary, WDR 3 television inserted into the programmes showing between 11 and 18 October 1969 a series of nine photographs depicting Arnatt gradually sinking into the ground. Two consecutive photos were shown each evening, the first one at 8.15pm, directly after the main news broadcast, the second one in the middle of whatever programme was running at 9.15pm. The enigma was solved at the end of the one-week series by an interview with the artist. As Arnatt explained, the series was not created specifically for TV transmission: 'It was originally made as a comment upon the notion of the «disappearance of the art object». It seemed a logical corollary that the artist should also disappear. (source)

arnett (source)

Relationen


Chris Reinecke

reinecke

(source)

Identitaeten


Lynn Hershman

Lynn Hershman, Roberta Breitmore (1975-78) : produktion von beweisen einer fiktiven existenz : Roberta ist eine fiktive Person. Sie besteht als Kunstwerk vor allem aus ihrer Dokumentation. Fotografen wurden engagiert, um sie in bestimmten Situationen aufzunehmen. Mit diesem Werk treibt Hershman das Prinzip der Transformation von Kunst und Leben auf die Spitze: Es gab bei dieser Performance keine Zuschauer, nur die Akteurin, die zugleich Subjekt und Objekt der Darstellung ist. Somit wird die Trennung zwischen Werk, Künstler und Rezipient aufgehoben. ]

lynnshermanhttp://www.henryart.org/hlandia/hershmanlandia.html

Lynn Hershman, Dante Hotel (1972/73) : Hershman richtete ein Hotelzimmer ein mit zwei weiblichen Puppen, die in einem Bett liegen, Büchern, Kosmetikartikeln und Tonbändern. Die Besucher müssen sich bei der Rezeption einen Schlüssel holen. Mit dem Betreten des Raumes werden sie ungewollt zu Freiern, der im Bett liegenden Frauen. Sie sind Täter und Opfer zugleich. ]

Lynn Hershman, Lady Luck, 1975 ]

http://www.lynnhershman.com/

 

Berührungen


VALIE EXPORT Homometer II
Performance / Jahr: 1974-76
Länge des Videos: 09:20 Min.

homo

online unter MEDIENKUNSTARCHIV

online unter VALIEEXPORT

körper


WP Walter Pichler / Small Room (Prototype 4) / 1967 / Photo: Werner Kaligofsky / Generali Foundation, Vienna. © Generali Foundation
JTZ J.T.Zealy / Delia / Carolina-Congo / 1850
 

die methode um den körper


Martha Rosler / Vital Statistics of a Citizen, Simply Obtained
1977, 39:20 min, color, sound

MR

This chilling tape, "operatically" conceived -- but neither a musical nor a documentary -- probes the objectification of women and others in a technological/bureaucratic society. At its core is a long, continuous shot that reveals the part-by-part measurement and evaluation of a woman by a white-coated male examiner and a chorus of three women assistants. How do we come to see ourselves as objects? How do fragmentation and comparison assist in social control? This ordeal of scrutiny thinly alludes to a monumentally protracted episode of Truth or Consequences. The final sequence presents re-framed government photos of women being measured, accompanied by a voiceover litany of "crimes against women." Rosler's distanced depiction of the systematic, institutionalized "science" of measurement and classification is meant to recall the oppressive tactics of the armed forces or concentration camps, and to underscore the internalization of standards that determine the meaning of women's being.

Video: Brian Connell. Post Production: John Baker. With: Phil Steinmetz, Darrell Westlake, Adele Shaules, Pam Wilson, Dana White, Martha Rosler.

"This is a work about perception."

video online

ap foto: ap

 

MONITORING


"Das gerät, das man heute als MONITOR bezeichnet, verbindet wissen und macht und erzeugt seine eigene ordnung der sichtbarkeit. So kodiert ein bildschirm, der daten visualisiert, die realität entsprechend dem gebot der kontrolle. In dieser technischen bedeutung taucht der begriff des monitors in den 1930er jahren im englischen, in den 1940er jahren im deutschen auf. Seine etymologie verbindet den warnenden blick in die zukunft mit dem MONIEREN, dem bemängeln, und verweist, über das griechische ménos, auf eine maschine, die sich von selbst bewegt: den automaten." [-> Susanne Krasmann, in: Ulrich Bröckling et alii, 2004]

erste anwendung: das RADAR

profilierung: informationsgestützte RÜCKKOPPELUNG

"Dem monitoring haftet etwas FIKTIVES an. Unter dem imperativ, fehlentwicklungen rechtzeitig zu identifizieren, wird die gegenwart permanent mit zukünftigen erwartungen, mit SPEKULATIONEN konfrontiert." [-> Susanne Krasmann, in: Ulrich Bröckling et alii, 2004]

-> Richard Kriesche, Videoinstallation 1, 1973 : beim betreten der galerie müssen die besucherInnen an einer klingel läuten, welche einen impuls auslöst und eine videokamera einschaltet. Durch die installation je einer videokamera ausserhalb bzw innerhalb der galerie sehen sich die galeriebesucher gleichzeitig hineingehen und hereinkommen ]

 

SUBJEKT: Annäherung und Beobachtung


Vito Acconci, Proximity Piece, 1970
During the 1970 Software exhibition at the Jewish Museum, Acconci, as the wall text denoted, followed visitors around the gallery. He stood close to them. Then, at some moment in the surreptitious performance, he stood too close. The act ended when the visitor intentionally moved away from Acconci and left the museum (Kris Paulsen 2005). Zur dokumentation der performance entstehen 12 fotografien.

Vito Acconci, Transference Zone, 1972 [ anwesenheit in der galerie..]. In der gallerie sind eine art isolierungszimmer und ein wartezimmer eingerichtet. Im hauptausstellungsraum sind dokumente untergebraucht aus Acconcis lebensgeschichte (bezüglich der "prime people" aus seinem leben). Acconci selbst ist in diesem gedächtnisraum, der von innen verrigelt ist. Der besucher kann sich bei ihm anmelden und von ihm aufgenommen werden, so als wäre er/sie eine dieser "prime people": "the viewer might fall into my history, become the prime person".

va Vito Acconci, Security Zone, 1971
A person is chosen as my guard and opposition party. He is specifically chosen; someone about whom my feelings are ambiguous, someone I don't fully trust. We are alone together at the far end of the pier. I'm blindfolded, my ears are plugged, my hands are tied behind my back.
I walk around the pier; I attempt to gain assurance in walking around the pier (putting myself in the other person's control, testing whether I can trust in that control). The other person decides how he wants to use that trust I am forced to have in him.
The piece is designed for our particular relationship; it tests that relationship, works on it, can possibly improve it." (V.A.)

 

SPURENSICHERUNG / SUBJEKT = OBJEKT, oder die beobachtung des SELBST


Sophie Calle, The Shadow (Der Schatten)

call-> ctrlspace


»Gemäß meinem Antrag ist meine Mutter im April des Jahres 1981 zur Detektei Duluc gegangen. Sie hat den Auftrag erteilt, mich zu observieren, einen schriftlichen Bericht darüber anzufertigen, wie ich meine Zeit verbringe, und eine Reihe von Fotos als Beweise aufzunehmen« (Sophie Calle, Museum Fidericianum Kassel, 2000, S. 35).
Die präsentierte Arbeit besteht aus den Schnappschüsse des Detektivs, der sie auf ihrem Gang durch die Straßen von Paris, beim Besuch des Louvre, eines Cafés in den Tuilerien etc. beobachtet; seinem schriftlichen Protokoll und einigen Fotografien, auf denen der Detektiv seinerseits zum Objekt der Observation wird: Calle hatte ihrerseits einen Bekannten gebeten, ihren Verfolger bei seiner Tätigkeit zu fotografieren. Calle verdichtet Text und Fotografien zu einem Arrangement, das zwischen nüchterner Berichterstattung und literarischer Fiktion, Paparazziszenarien und Flaneurpoesie oszilliert. Ähnlich wie in »La Suite Venétienne« bringt sie das Thema der Überwachung in eine erotische, aber auch eine existentielle Perspektive: Das Wissen um das Beobachtwerden verleiht den alltäglichen Handlungen einen gewissen ›thrill‹, wobei der Fotografie als materialisiertem Blick des Anderen die Funktion eines Existenzbeweis erhält: Sie ergänzt das subjektive Erleben durch ein scheinbar ›objektives‹ Korrektiv.

Vito Acconci, Following Piece, 1969

va-> ctrlspace
»Following Piece« ist eines der frühen Werke von Acconci. Die zugrundeliegende Idee bestand darin, dass er sich einen Passanten aussuchte, der zufällig vorbeiging, und ihm beziehungsweise ihr folgte, bis diese Person in einem Privatbereich verschwand, den Acconci nicht betreten konnte. Die Aktion der Verfolgung konnte unter Umständen nur wenige Minuten dauern, wenn die Person anschließend in ein Auto einstieg, aber manchmal auch vier oder fünf Stunden, wenn die Person ins Kino oder in ein Restaurant ging. Acconci führte diese Performance ein Monat lang jeden Tag aus. Er tippte über jede seiner ›Verfolgungsjagden‹ einen Bericht in seine Schreibmaschine und schickte diesen dann jedes Mal an ein anderes Mitglied der Kunst-Community.

>Following "The Man of the Crowd"< http://glowlab.blogs.com/following/2004/09/following_the_m.html ]

ulrichsTimm Ulrichs, Checked baggage, 1975/87
Röntgnenbilder zur Kontrolle von Reisegepäck auf einem Flughafen; 9 schwarzweiss Fotos

 

MEINUNGSBILDER


Likert-Skala
(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
Die Likert-Skala (nach Rensis Likert) in der empirischen Sozialforschung und der Psychologie ist ein Skalierungsverfahren zur Messung von persönlichen Einstellungen, die mittels so genannter Items abgefragt werden.

Die methodische Überlegung ist folgende: Man interessiert sich für die Einstellung der Versuchsperson, ein bestimmtes Objekt betreffend. Alle dazugehörigen Items werden als strikt positive oder negative Aussagen formuliert. Der Likert-Skala liegt die Überlegung zu Grunde, dass die Versuchsperson die Aussage eines Items umso mehr ablehnt, je weiter ihre Einstellung von der Formulierung des Items abweicht. In der Gesamtheit werden dann die Antworten auf den Grad der Einstellung abgebildet. Man erhofft sich durch diese Vorgehensweise eine methodisch haltbare Messung der Einstellung.

In der konkreten Ausführung eines Fragebogens bilden die Antwortmöglichkeiten für ein Item den Grad der Zustimmung der befragten Person. Die möglichen Antworten sind in der Likertskala aufsteigend angeordnet. Es ist eine gerade Zahl der Antwortmöglichkeiten ebenso gebräuchlich wie eine ungerade Zahl. Letztere wird verwendet, wenn eine mittlere Ausprägung (neutral bzw. "weder-noch") sinnvoll ist. Eine gerade Anzahl zwingt zur Entscheidung nach einer Seite (was häufig angewendet wird, wenn solche Neutral-Antworten vermieden werden sollen und eine Entscheidung "erzwungen" werden soll). Den Antworten, die als ordinal- beziehungsweise rangskaliert zu betrachten sind, werden natürliche Zahlen zugeordnet.

http://de.statista.com/statistik/lexikon/definition/82/likert-skala/

Wolf Vostell
»Automatischer Telefonbeantworter«, 1969

Unter der Nummer 51 77 83 sind vom 1. bis 31. Oktober 1969 jeden Tag andere Ideen von Vostell per Telefon abrufbar.

Subjekte der Wirklichkeit


George Maciunas / charting 1968

GMsource

Maciunas' vision of Contemporary Man in 1968—thus the project is, in part, an interactive study charting our current historical position as it originated from this influential historical moment

Joe Hendricks 2003

source

 

 

COMPUTATION / Identitaet


How do hide myself online? How can I get free anonymous BitTorrent?”

http://torrentfreak.com/free-anonymous-bittorrent-becomes-reality-with-bitblinder-090611/

 

Konstruktionen


Sarah Oppenheimer / Lecture Hall / 2005

SO

source
http://www.sarahoppenheimer.com/index.html?id=41
http://www.hidrazone.com/artists/sarah_oppenheimer/lecture_hall/lecture_hall.html


Brian Derosia / ReThinking-ReImagining-RePresentation/Sunlight Drawings

http://www.brianderosia.com/SunlightDrawings.html

 

Objekte der Wirklichkeit


Cildo Meireles / Disappearing Element / Disappeard Element (Imminent Past), 2002

CM source

 

Disappearing 2


 

Lost Memories by Claudia Sandoval / 2010

In the work “Lost Memories” a movie has been produced with the pictures of Taissa, a young brazilian that was recently deported from Germany.

During a performance in KHM, interactors are invited to click on the images in order to “activate the timer”. While one by one, passes the pc one to the other, the slideshow continues the same, creating a feeling of mistake and absurd in the room.

The images on which they have clicked on, are being activated to disappear from the database where they are located in the internet, through a computer programming script. This process is being produced with a delay of 5-10 minutes and the expectation of immediate interaction, this is, interaction in real time, is denied.

The performance has been created to give the illusion of being public in the internet but the link only exists for this performance and they ignore their participation is part of it.

As if art was done for making political points, the images begin to disappear. They took their time to not to be shown again. Taissa’s memories are being diluted in time and us, as simple spectators, are contributing for it to happen.

CS

http://www.claudiasandoval.com.br/lostmemories.html

 

AUTOPOIESIS


Das Konzept der Autopoiese charakterisiert lebende Systeme als den Prozess, d.h. konkret die Form der Organisation, der diese verwirklicht, anstatt sie über eine Aufzählung einzelner ihrer Eigenschaften zu definieren wie Beweglichkeit oder Reizbarkeit.

Autopoietische Systeme (beispielsweise Menschen und andere Säugetiere) sind rekursiv organisiert, das heißt das Produkt des funktionalen Zusammenwirkens ihrer Bestandteile ist genau jene Organisation, die die Bestandteile produziert. Durch diese besondere Form der Organisation lassen sich lebende von nicht-lebenden Systemen unterscheiden: nämlich dadurch, „dass das Produkt ihrer Organisation sie selbst sind, das heißt, es gibt keine Trennung zwischen Erzeuger und Erzeugnis. Das Sein und das Tun einer autopoietischen Einheit sind untrennbar, und dies bildet ihre spezifische Art von Organisation“.

Autopoiesis ist ein Schlüsselbegriff in der soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann, der den Begriff Autopoiesis auf die Betrachtung sozialer Systeme übertragen hat. Er bezieht sich dabei auf das Werk von Maturana und Varela sowie die erweiternde Diskussionen in Milan Zeleny]. Seine zentrale These lautet, dass soziale Systeme ausschließlich aus Kommunikation bestehen (nicht aus Subjekten, Akteuren, Individuen oder ahnlichem) und in Autopoiesis operieren. Darunter ist zu verstehen, dass die Systeme sich in einem ständigen, nicht zielgerichteten autokatalytischen Prozess quasi aus sich selbst heraus erschaffen. Die Systeme produzieren und reproduzieren demnach sich selbst. So kann eine Uhr, deren Bestandteile systemisch zusammenarbeiten nicht als System aufgefasst werden, denn ihr Regelwerk wurde von einem Uhrmacher hergestellt.

Luhmann beobachtete, dass Kommunikation in sozialen Systemen ähnlich abläuft wie die Selbstreproduktion lebender Organismen. Ähnlich wie diese nur Stoffe aus der Umwelt aufnehmen, die für ihre Selbstreproduktion relevant sind, nehmen auch Kommunikationssysteme in ihrer Umwelt nur das wahr, was zu ihrem „Thema passt“, was an den Sinn der bisherigen Kommunikation „anschlussfähig“ ist. „Sinn“ ist für Luhmann ein Mechanismus zur Reduktion von Komplexität: In der unendlich komplexen Umwelt wird nach bestimmten Kriterien nur ein kleiner Teil herausgefiltert; die Grenze eines sozialen Systems markiert somit eine Komplexitätsdifferenz von außen nach innen. Statt von einem „autopoietischen System“ mit einer „Grenze“ spricht Luhmann gelegentlich auch von einer „Form“ mit einer „Innen-“ und einer „Außenseite“, wobei er das sehr abstrakte „Kalkül der Form“ des Logikers George Spencer-Brown heranzieht.

Die autopoietische Basisoperation ist immer gleich: Die Systeme operieren ständig, da sie sonst nicht existieren. Sie operieren so, dass sich weitere Operationen anschließen können („Anschlussfähigkeit“ des Systems). Dies gilt auch für die Massenmedien, die als Fortsetzungsapparate arbeiten: Sie senden, drucken, berichten immer so, dass weiterhin derartige Operationen folgen müssen und sichern so ihre Anschlussfähigkeit.

„Und so arbeitet auch das System der Massenmedien in der Annahme, dass die eigenen Kommunikationen in der nächsten Stunde oder am nächsten Tag fortgesetzt werden. Jede Sendung verspricht eine weitere Sendung. Nie geht es dabei um Repräsentation der Welt, wie sie im Augenblick ist.“

– Luhmann: Die Realität der Massenmedien, 2009

Um die Anschlussfähigkeit zu sichern, kontrollieren alle autopoietischen Systeme ihre Operationen im Verhältnis zu den Resultaten. Sie besitzen die Fähigkeit der „Reflexivität“. Das bedeutet, dass die Systeme eine Art Gedächtnis haben, das „Vorher“ und „Nachher“ speichern und zu unterscheiden weiß.

„Autopoietische Systeme können ihre Strukturen nicht als Fertigprodukte aus ihrer Umwelt beziehen. Sie müssen sie durch eigene Operationen aufbauen und das erinnern – oder vergessen.“

– Luhmann: Soziologische Aufklärung 6. Die Soziologie und der Mensch, 2008

In ihrer Ästhetik des Performativen (2004) beschreibt Erika Fischer-Lichte die Aufführung als feedback-Schleife und spezifiziert diese „als selbstbezügliches, autopoietisches System mit prinzipiell offenem, nicht vorhersagbarem Ausgang, das sich durch Inszenierungsstrategien weder tatsächlich unterbrechen noch gezielt steuern lässt“ (S. 61). In ihrer Verwendung der Idee des autopoeitischen Systems, das sich als roter Faden durch die Ästhetik des Performativen zieht, bezieht sie sich nicht (direkt) auf Luhmann, sondern auf Maturanas und Varelas Der Baum der Erkenntnis (1987).

 

verbildlichung 1


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Vibration Response Imaging
Vibration Response Imaging (VRI, zu deutsch: Bildgebung durch Vibrationsantwort) ist ein neues bildgebendes Verfahren in der Humanmedizin.

Atemstrombedingte Vibrationen ueber den Lungen werden ueber 40 aktive Sensoren detektiert, in digitale Bilder umgewandelt und machen regionale Veraenderungen der Lungenventilation erkennbar. Einsatz soll die VRI-Technik zur Lungenfunktionsdiagnostik und bei dekompensierter Myokardinsuffizienz finden. Das Verfahren ist zur Zeit noch im experimentellen Stadium.

Bei diesem nicht-invasiven Verfahren ist im Gegensatz zur Röntgendiagnostik der Patient keiner Strahlendosis ausgesetzt. Es geht auf die israelischen Wissenschaftler Yigal Kushnir und Meir Butbul zurueck.

verbildlichung 2


VALIE EXPORT / Die Macht der Sprache, 2005

>Die Macht der Sprache/The Power of Language< zusammen mit Elfriede Jelinek, Olga Neuwirth, Austrian Cultural Forum, New York.

VALIE EXPORT / LARYNX - GLOTTIS Video, 1968/92, Ton
Ton: Glottale Laute
Das Video zeigt die Stimmritze und die Kehle von VALIE EXPORT beim Sprechen glottaler Laute, aufgenommen mit einem Laryngoskop.
(Die Idee, die Stimmritze beim Ausdruck verschiedener Phoneme in bewegten Bildern zu zeigen, stammt aus 1968, als Teil meiner Untersuchung zu Sprach- und Sprechbildern.)

 

TELEKOMMUNIKATION 2


 

DAN GRAHAM, Opposing mirrors and video monitors on time delay, 1974 + Two viewing rooms, 1975, in: werke 1965-2000, kunsthalle düsseldorf 2003, s. video der Generali Foundation: D.G. Video/Architecture/Performance, 1995 ]

DAN GRAHAM, Time Delay Room, 1974 + Present Continuous Past(s), 1974 ]

time delay «Time Delay Room 1»

Dan Graham's description: «On monitor l a spectator from audience A can see himself only after an 8 second delay. While he views audience B (in the other room) on monitor 2, this audience sees him live on the monitor whose image can also be seen by audience A. The same Situation is true for audience B. A spectator may choose to pass from one room and audience to the other. To walk the passage-way takes about 8 seconds. A member of audience A entering audience B's room would now see the view of audience B that he had just seen 8 seconds previous when leaving the other room: but he is now part of that audience 8 seconds later. As 8 sec-onds have passed, the composition of the continuum which makes up audience B, has shifted äs a function of time - he has joined it while other present members have arranged their relative positions within it or left and joined the other room.»

DAN GRAHAM, Performer/Audience/Mirror, 1977 , Ein Performer steht dem Publikum zugewandt. Hinter dem Performer bedeckt ein Spiegel die Rückwand (parallel zur Vorderansicht des sitzenden Publikums), der die Zuschauer widerspiegelt. ]

PROCEDURE:
stage 1: The performer looks in the general direction of the audience. He begins a continuous description of the external movements and the attitudes he believes are signified y this behavior for about 5 minutes. The audience hears the performer and sees a mirrorview reverse to the performer's view.

stage 2: The performer continues facing he audience. Looking directly at them, he continuously describes their external behavior for bout 5 minutes.

stage 3: The performer faces the mirror (his back being turned to the audience). For about 5 minutes he continuously describes his front body's gestures and the attitudes it may signify. He is free to move about, to change his distance relative to the mirror, in order to better see aspects of his body's movements. When he sees and describes his front, the audience, inversely, sees his back (and their front). The performer is facing the same direction as the audience, seeing the same mirror-view. The audience can not see (the position of) the performer's eyes.

stage 4: The performer remains turned, facing the mirror. For about 5 minutes he observes and continuously describes the audience who he can see mirror-reversed from Stage 2 (their right and left now being the same as his). He freely moves about relative to the mirror in order to view different aspects of the audience's behavior. His change of position produces a changing visual perspective which is correspondingly reflected in the description. The audience's view remains fixed; they are not (conventionally) free to move from their seats in relation to the mirror covering the front staging area. -> plot

In der sogenannten medienkunst hat die simulation der anwesenheit oft mit einer mediengerechten haltung (der künstler/innen) zu tun. Mediengläubige, heisst es, vergessen sich selbst, und gehen davon aus, dass das medium alles leisten muss, der künstler nichts. schon man ray empfohl eine gewisse verachtung dem eigenen medium gegenüber, und Douglas Davis versuchte bei einer sateliten-tv-übertragung die bildschirmscheibe durchzuschlagen..

DOUGLAS DAVIS und die satellitenübertragungen: Seven Thoughts am 20.12.1976 + The last nine minutes am 24.6.1977]

9min source

Douglas Davis is an artist who specializes in making new media turn inside out—that is, do what it's not supposed to do (he makes video touch you, prints speak, the InterNet lie down in your lap like a puppy). He is also known as a pioneer in >long-distance art<. most of all live satellite video and now streaming video theater on the Web. He gorges on advanced and traditional technology, including interactive websites, intercontinental performances linking "real" and "virtual" sources, high-density volumetric imagery, video-casting/installations, printmaking, drawing, and photography, as well as post-minimal "objects" and installations.. He has also used ancient, peeling paper, film, radio, and vintage stereopticons. In 1977, at the opening of documenta 6, alongside Nam June Paik and Joseph Beuys, Douglas Davis took part in one of the first international satellite telecasts with his live performance The Last Nine Minutes.

Live performance for international satellite telecast, documenta VI: This performance, presented for German TV's first live satellite transmission marking the opening of the Documenta VI in Kassel on 24 June 1977, is a continuation of Douglas Davis' works on telecommunication. His exhortations of the viewers to establish contact with him via the TV screen are made all the more pointed by the physical distance between two continents. Davis was preceded by two 10-minute performances by Nam June Paik and Joseph Beuys respectively.

Gottfried Bechtold/Richard Kriesche / Stille elektronische Post Mittwoch, 25. Juni 1986 22.20 Uhr, FS 2 ORF-VIDEONALE 86 Elektronische Grüße
Text: …" Diese Sendung zweier Künstler – Richard Kriesche und Gottfried Bechtold – ist dem elektronischen Raum gewidmet. Dieser imaginäre Raum ist das Produkt elektronischer Kommunikation. Der ORF hat dafür zwischen den beiden Bundesländern Oberösterreich und Vorarlberg eine Schaltung eingerichtet, um diesen imaginären Raum – oder das imaginäre Österreich – sichtbar zu machen. Durch diese Kommunikation wird der Raum auch nicht mehr abgebildet, sondern ein vollkommen neuer Raum wird mit all seinen neuen Objekten ausgebildet. Elektronische Kommunikation ist eine Neugestaltung der Welt, ist eine neue Ordnung der Dinge und Traditionen. So ist dieses Experiment auch ein Beitrag zu einer neuen Kunst außerhalb der Museen und Galerien, eben einer Kunst im öffentlichen Raum, einer Kunst, die ihr Entstehen diesem öffentlichen elektronischen Raum verdankt."

Eduardo Kac über die kunst der TELEPRÄSENZ und die Ästhetik der Telekommunikation

Galloway, Kit +Rabinowitz, Sherrie, »Hole in Space«

>Hole in Space< war eine Öffentliche-Kommunikations-Skulptur [für drei Tage]. An einem Novemberabend 1980 flanierte ein nichtsahnendes Publikum am Lincoln Center for the Performing Arts in New York City und am «The Broadway» Kaufhaus im Open Air Shopping Center in Century City (Los Angeles), wo sie dann eine unerwartete Begegnung mit den andern hatten. Plötzlich waren Ganz-Körper-Bilder in Lebensgrösse wie im Fernsehen von der anderen Küste zu sehen. Sie konnten nun sich sehen, einander hören und miteinander sprechen, als würden sie sich auf dem Bürgersteig gerade treffen. Kein Hinweis, kein Sponsorlogo, keine Credits und auch keine Erklärung wiesen auf den Zusammenhang hin. Auch keine Kontrolmonitore lenkten von dem Phänomen der Begegnung in voller Lebensgröße ab. [...] «Hole–In–Space» kappte die Distanz zwischen den beiden Städten und scuf eine unglaubliche Fußgängerzone. Es gab den Abend der Entdeckung, gefolgt von dem Abend der mündlich verabredeten Treffen, gefolgt schließlich am dritten Abend von einem Massenandrang und einer transkontinentalen Begegnung mit Geliebten und Familienmitgliedern, die sich zum Teil schon zwanzig Jahre nicht mehr gesehen hatten. source: http://www.ecafe.com/getty/HIS/index.html

hole in space source

Inke Arns on Telematics and telepresence

The notions of telematics and telepresence began to gain importance for interactive media art in the late 1980s. Telepresence allows the viewer parallel experiences in three different spaces at once: 1. in the «real» space in which the viewer's body is physically located; 2. per tele-perception in the «virtual, simulated visual space reproducing a fictional or real, remote visual sphere; and 3. per tele-action at the physical location of the «data work or even of a robot controllable over one's movements or equipped with a sensory apparatus over which one can find one's bearings.»[17] To a certain extent, this concept–and primarily that of acting or influencing from a distance–is also reflected in interactive media art.[18] Kit Galloway and Sherrie Rabinowitz, who since 1977 have been working under the name Mobile Image, are indubitably pioneers in the field. Their groundbreaking «Hole in Space» project (1980) demonstrated almost all the attributes of telepresence, with one exception: The viewers/users were not represented in virtual reality. However, they do perceive the remote space (tele-perception) and also interact with it (tele-action) or, as the case may be, with the people at the other end of the «hole in space.» The installation served in a three-day-long experiment in November 1980 that used a satellite link to connect in real time one location in Los Angeles with another in New York. Chance passers-by could use the «Hole in Space» to establish visual and acoustic contact with people at the other end of the USA. source


TELEKOMMUNIKATION 3 (the artist is streaming)


streaming Franziska Windisch / 8. juni 2010 / room2 KHM & outside
am 8. juni 2010 um 12 h schaltet re-active platform auf ein ustream von Franziska Windisch zum thema >telepresence<
und 2-minuten-delay.

2mindelay 2mindelay stills from the streaming (recorded by J.Amorosa: at 5min 1sec and 20 min 29 sec)

Franziska Windisch leitet das Programm mit folgenden Fragen:

how is telepresence determined by time?
does telepresence requires the simultaneity of time?
does telepresence needs a space?
(space of the sender, space of the receiver)
how does telecommunication interferes this space?
can space be transferred?
can space be neglected?
does telepresence needs a body?
does telepresence neglects the body?
how is telepresence determined by availability?
how is telecommunication determined by availability
(the availability of bodies, voices, spaces, communication techniques and communication technologies)
how is telepresence generated? by the one who sends or the one who receives?
is telecommunication a political tool?
what is propaganda?
can telecommunication give a voice to the excluded?

 

BEOBACHTUNG und EMERGENTE WIRKLICHKEITEN


Vortrag von Britta Fehrmann zur gesellschaftlichen Attitude der Beobachtung und zu den Grundlagen der Statistik zur Modellierung von Typologien und clusters
am 15. juni 2010 11 - 15 h / room2

test YouGovPsychonomics AG

Identity on Second Life


Shared Galaxy
- The Open Avatar Project -
by Theresa Krause, Academy of Media Arts, Cologne

Identity on Second Life
Where Facebook and Myspace for instance only provide a 2 dimensional platform for people to chat and present themselves by showing pictures, video and audio data, Second Life goes one step further and lets us create our own virtual world in 3D. This world can be used as a gaming platform for role-play, as a kind of 3D chat or just as a creative tool for machinima or architecture models. I am personally interested in the issues of identity on SL. What does it mean being able to create a"second you"? After reading some theory i decided to simply start my own survey inworld. The outcome was that most people told me that they are on SL "what they want to be can't be in their real lives" and that they "don't have the feeling they have to fulfill a role that someone expects them to be like". They would feel more "free" and some even admitted to be more honest than in real life because of the anonymity in cyberspace.
Identity and the surface we show of ourselves clearly is connected to the social groups/communities we want to be part of. Clothing for instance is a certain language, people communicate over their styles - in real life and on Second Life as well. But on Second Life additionally everyone always sees the mirror of their avatars/themselves on their own screen, which is something that makes people reflect on their own identity with every step they do - knowingly or not - this is what seems very interesting to me. (Theresa Krause 2010) -> project description

 

archivierung 1


Antonio Muntandas / THE FILE ROOM, since 1994 http://www.thefileroom.org/

 

archivierung 2


Aby Warburg / Mnemosyne der Bilderatlas , um 1900 http://www.warburg-haus.de/

DB source

Douglas Blau / »The Naturalist Gathers: Installation/Index« / 1992-97

In der Fotoinstallation kombiniert Blau, ähnlich wie Aby Warburg, fotografische Reproduktionen zu einem Archiv von Genreszenen und Alltagssituationen, darin auch amerikanischen Fotografen verwandt wie Atget. Der Index ist eine textuelle Erweiterung der Fotoinstallation, indem er einen Sekundärapparat zu einem Text liefert, der nicht existiert, aber in Permutationen vielfach vorstellbar wird. In beiden Fällen wird eine Arbeit der Rekonstruktion suggeriert, die jedoch fiktiv bleiben muss.

(Quelle: Douglas Blau, »Index (from The Naturalist Gathers),« 1992 publiziert von Thomas Solomon's Garage/Jay Gorney Modern Art, Los Angeles/New York; Wiederabdruck 1995 und 1997 in »Deep Storage/Arsenale der Erinnerung«, Ingrid Schaffner, Matthias Winzen (Hg.), PS 1 Contemporary Art Center/Haus der Kunst, Long Island City/München, ©Douglas Blau, 2005)

 

archivierung 3


The Atlas Group/Walid Raad

Atlas Group existiert seit 1999, und durch Beteiligungen an internationalen Großausstellungen wie der Documenta 11 oder der Whitney Biennale 2002 sind einige ihrer Arbeiten einem breitem Publikum bekannt geworden. Walid Raad (geb. 1967 in Chbanieh/Libanon), der das Projekt ins Leben rief, schuf in wechselnden Konstellationen innerhalb des Kollektivs Atlas Group einen Komplex an Arbeiten, die in abstrahierend-reduktiver Ästhetik vielschichtige Fragestellungen zu Themen wie Erfahrung und Erinnerung, Authentizität und Autorschaft, sowie der Darstellbarkeit von Geschichte aufwerfen.

http://www.theatlasgroup.org/

 

Disappearing 3


 
Holograms of Deportation / Claudia Sandoval / 2010

CS

In “Holograms of Deportation”, mirrors stand blindly reflecting throughout the day on walls of Berlin. Only during a couple of hours of the day and from a certain perspective these mirrors reproduce the images of three people who have been deported from Germany, as if these dot holograms were bringing back a sort of screaming ghosts.

The street art intervention is transmitted through the internet during the day. Opposite to all expectations, nothing happens to the holograms. In a city like Berlin three standing mirrors are quite invisible. As if the city itself knew they contain only ghosts, as if it was better to keep the deported as they are: Unseen.

http://www.claudiasandoval.com.br/hologramsofdeportation.html

 

references :


online references :

departement fuer oeffentliche erscheinungen / www.department-online.de

mühlenkampf / www.muehlenkampf.de

NEW SCIENCE OF PROTECTION designing safe living http://safeliving.wordpress.com/

Artopia http://www.artsjournal.com/artopia

Ben Fry, Entwickler der Open-Source-Programmiersprache processing http://benfry.com/ + http://www.processing.org/

Social Collider (reveals cross-connections between conversations on Twitter) http://socialcollider.net/


bibliographic references :

James Price Dilland + Barbara J. Wilson / Communication and Affect - Thoughts, Feelings and Issues for the Future / COMMUNICATION RESEARCH Vol. 20 / 1993 / Sage

Klaus Bartels / Cyborgs, Servonen, Avatare. Über semiotische Prothetik /

Michel de Certeau / Kunst des Handelns / 1988 dt / 1980 orig.

Gillo Dorfles / FATTI e FATTOIDI / 1997-2009

Manfred Fassler / Tiefe Oberflaechen / Virtualitaet, Visualisierung, Bildlichkeit / VF Archiv / 2000

Manfred Fassler / Displayed Worlds /

Erika Fischer-Lichte / Ästhetik des Performativen / 2004

Vilém Flusser / Vor den möglichkeiten einer leibkarte / in: Lab 2000

Heidi Grundmann / ART Telecommunication / 1984

Lyotard / Das postmoderne Wissen / 1979 - 1999

Humbero Maturana / Biologie der Realität / 1998

Humbero Maturana & Francisco Varela / Der Baum der Erkenntnis / 1984

Stefan Rieger / Kybernetische Anthropologie - eine Geschichte der Virtualität / 2003

Damian Sutton et alii (ed.) / The State of the Real / Aesthetics in the Digital Age / 2007

Vögtli und Ernst / Wissenschaftliche Bilder - eine kritische Betrachtung / Schwabe / 2007

Gabriele Werner (HG) / Systemische Raeume / Bildwelten des Wissens / Kunsthistorisches Jahrbuch fuer Bildkritik / Band 5,1 / 2007

Lambert Wiesing / Artifizielle Präsenz / 2005


artistic references :

Marina Abramovic / The artist is present / 2010

Marina Abramovic / Imponderabilia / 1977

Vito Acconci, Room Piece, 1970

Gottfried Bechthold, 100 tage Anwesenheit in Kassel, documenta5, 1972

Galloway + Rabinowitz / »Hole in Space« / 1980

Larry Gottheim / Fog Line, 1970 (11 min; video from 16 mm)

Theresa Krause / Shared Galaxy / since 2009

Owen Land / New Improved Institutional Quality: In the Environment of Liquids and Nasals a Parasitic Vowel Sometimes Develops / 1976

Standish Lawder / Necrology, 1969 (11 min; video from 16 mm)

Martha Rosler / Vital Statistics of a Citizen, Simply Obtained / 1977

Claudia Sandoval / Holograms of Deportation / 2010

Timm Ulrichs, erstes lebendes Kunstwerk (Selbstausstellung), 1961

Wolf Vostell, Automatischer Telefonbeantworter, 1969

William Wegman / Video Works 1970 - 1999


@schoenberg


 
 
uploaded by arte-e-parte / last update july 5th 2010