re-active platform 05/06

 

... new (mixed) media, interface-gestütze und environment-orientierte installationkunst, computer supported art, digitale kunst, elektronische kunst, cyber arts, netzkunst, reaktive und interaktive systeme ...

aus der lokalen tradition des ateliers für multimedia&performance bietet sich eine platform an für reaktive und interaktive systeme, interface-, computer-gestützte und environment-orientierte installationskunst...

das thema lautet hier : anwesenheit simulieren.

aus kunstgeschichtlichen beispielen werden folgende keywords zur diskussion gebracht: time-delayed circuits, inszenierung der überwachung, telekommunikation, zeit- und ereignisbestimmte automatismen, ...

von den kunstgeschichtlichen referenzen bis zu den praktischen konsequenzen: die platfom versteht sich als umgebung zur entwicklung von konkreten projekten; nach bedarf werden einführungen zur anwendung von sensorik und camera-tracking angeboten.

 


acconci // anwesenheit / automaten // beaubois / bechthold / calle / davis / et al / farrell // fernsteuerung // graham / hershman / kac / kempe / kriesche / leccia / legrady // mapping / monitoring / mustererkennung // nauman / pappenheimer / penny / piper / pirker / polak / raaf // radar / RFID / roboter / rollenspiel // scher / scott // sensorik / spuren // surveillance camera players / telekommunikation / time delay / überwachung // ulrichs / weibel und mehr


-> literatur -> links -> filmografie


SIMULATION:

"Ein unbewohntes haus weckt das interesse von einbrechern. also unbedingt anwesenheit simulieren" rät der leiter der kriminalpolizeilichen beratungsstelle beim landeskriminalamt hamburg.

Im bereich der hausintelligenz ist die simulation der anwesenheit eine frage der sicherheit: wer länger das haus verlässt, soll lieber menschliche präsenz im haus und vom haus simulieren lassen. Das hat als simulation weniger mit dem experimentellen verfahren zu tun, wofür simulation in forschung und angewandter wissenschaft wichtig ist.
Der rest ist automatisierte gemütlichkeit: das haus, das sich selbständig nach der außenwelt richtet (die heizung der außentemperatur anpasst, die beleuchtung und die jalousien den aüßerlichen lichtverhältnissen ...)

[-> www.theb*.de temperatur- und helligkeitssensoren+ schaltuhren und schaltaktoren, zb jalousieaktoren /
[-> www.visiom*.net integration von homeautomation, sicherheitstechnik, unterhaltungselektronik, kommunikationstechnik, telematik und infotainment /
[-> www.mapebor*.it building automation /
[-> www.tia*.biz/ home-based healthcare, zb /
[-> www.delt*-schluet*.de/ Energieregelungstechnik, Sicherheitstechnik, Hausautomation /
[-> www.sicheres-heim.com Rollladensteuerung - Steuerung von Rohrmotoren /
[-> www.bkw-elektro.de u.a. Beleuchtungstechnik, Beschallungstechnik, Blitzschutz, Brandmeldeanlagen, Datennetzwerktechnik, E-CHECK, Einbruchmeldeanlagen, Elektroheizung, Gebäudesystemtechnik EIB (Europäisches Installationsbus) , Gefahrenmeldeanlagen, Klimageräte, Notbeleuchtung, Regelungstechnik, Solartechnik, Sprechanlagen, Telefonsysteme, Überspannungsschutz, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle /
[-> www.frau-und-technik.com hausinnovation für einsteiger(innen)]

Und trotzdem ist es ein nahliegendes, billiges, häuliches beispiel des entwurfes eines systems: simulation rekonstruiert immer ein system in der form eines modelles, das von agenten, funktionen und eigenschaften definiert ist. Die anwesenheit, die simuliert werden soll, wird in zu beobachtende ereignisse übersetzt: licht, radio und tv, die an und ausgehen; rollos, die auf und runtergefahren werden; die post darf nicht stauen; das band des abs darf nicht zu voll werden; müllproduktion soll nachweisbar sein; wäschemanagment auch.

Die möglichkeiten der erweiterung der anwesenheit in einem gegeben raum :

a) mobile architektur: man entwirft einen raum, der wie eine bewegliche erweiterung des agenten funktioniert; man hinterläßt keinen leeren raum [ -> Hans Hollein Mobiles Büro, 1969];

b) telepräsenz: man erweitert den begriff der anwesenheit über das unmittelbar physische hinaus; die präsenz kann vervielfältigt werden;

c) homeintelligence: man verselbständigt den raum. [-> The Media House Project oder House_n Research Group ...] ; inklusive reactive architektur [ -> "Öffentlichkeiten" (public sphere) von Steve Dietz]

 

SPUREN:

Simulation der anwesenheit soll bedeuten, dass hauptsächlich ein AGENT simuliert wird, bzw dass es von einem künstlichen system erwartet wird, einen agenten präsent zu machen. Das system lässt die tonaufzeichnung eines hundes bellen, wenn ein vorbeilaufender durch eine lichtschranke läuft; oder es lässt die rollos runterfahren, wenn die solarzelle nicht mehr genug licht empfängt; ein timer macht das licht an und aus usw. Wenn man jetzt vom hund absieht, sind es gegenstände die träger der menschlichen anwesenheit (die rollos und die leuchten, zb).

In der tradition der modernen kunst, die kunst, die mit Duchamp anfängt, konnten sich alltagsgegenstände so gut durchsetzen, nicht so sehr, auf jeden fall nicht nur, aufgrund der thematisierung ihrer reproduzierbarkeit und "stofflichen" trivialität, sondern viel mehr aufgrund ihres spuren-charakters: alltagsgegenstände sind spuren (von biographien wie zivilisationen).

[-> Helga Kämpf-Jansen, 1 oder 2 dinge, die ich von ihr weiss, in Gisela Ecker + Susanne Scholz (hg), 2000]

[reaktives beispiel -> Jill Scott, Machine Dreams / partezipatives beispiel -> George Legrady, Pocket full of memory / + more ]

Die automaten und die reaktiven systeme, die über kameras, sensoren, solarzellen, wagen, termometer, barometer etc ihre eingaben zum handeln sammeln, sind in der künstlerischen anwendung nicht nur, oder nicht so sehr, produkte der wissenschaft, sondern eher der angewandten ingeneurie, von einer ingeneurie, die von erwünschten funktionen ausgeht, wobei die erwünschten funktionen dem warenmarkt schon bekannt oder für ihn gadacht sind.

Duchamp und der Flaschentrockner von 1914 : die faszination in diesem alltag=kunst-gegenstand besteht hauptsächlich in seiner funktion. Die ästhetik eines nicht-dekorativen objektes, das a) eine funktion besitzt und b) eventuell gut aussieht...

 

Geräte, die in warenhäusern oder im internet erworben werden können, und in kunstinstallationen eingebaut werden, besitzen eine ähnliche spuren-ästhetik. Es geht längst um kunst, die keine aura besitzen will (also nach Walter Benjamin keine ferne schafft), sondern sich als spur anbietet (also nähe vorzieht) (?).

In der tradition der WUNDERKAMMER [vielweniger als der künstler das museum braucht, braucht das museum den künstler -> spinnwebzeit - die ebay vernetzung : eine ausstellung im museum für moderne kunst frankfurt]

 

COMPUTER-gestützte SIMULATIONEN:

Die grundlage der computersimulationen ist die ZAHL. Die simulation durch zahlen hat ihre grundlage in der vorstellung, dass jedes objekt eine einzige unverwechselbare identität besitzt, das heisst dass jedes objekt abgrenzbar ist. Diese abgrenzbarkeit macht das objekt zählbar.Individualisierte, abgrenzbare objekte werden also als einheiten gedacht, die sortiert, abgezählt und gleichgesetzt werden können. Einheiten sind für das denken operierbar (-> Holling+Kempin, 2000).

"Von den fluggesellscaften und den aufsichtsbehörden der luftfahrt werden die flugstunden im simulator den <<wirklichen>> flugstunden gleichgesetzt. (..) Mathematik bekommt hier eine neue qualität: sie ist nicht mehr das modell einer realität, sondern sie produziert realität, sinnliche erfahrungen." (-> Holling+Kempin, 2000)

Die SIMULATION bleibt erstmal auf der seite der UMWELT, der zu erfahrenden UMSTÄNDE.

[-> zum unterschied zw simulation und imitation s. Benjamin Wooley, 1994]

 

Stephan Pirker, The Singing Skeleton Pilot SSP04
"Der Besucher schnallt sich die „>Skeletongitarre< auf den Rücken, legt sich bäuchlings auf eine Wippe und fährt über eine Projektion einen Eiskanal hinunter. In den Rechtskurven werden die Basssaiten, in den Linkskurven die hohen Saiten angeschlagen." [-> ars electronica 2005]

[ -> art.com, segelanweisung 2003 ]

[-> SIMULATION zur VERMITTLUNG von CULTURAL HERITAGE, als erzählung und erforschung von kultur ]

 

SIMULATION des TERRORS:

am 23. september 2005 fand in Mailand eine anti-terror-simulation statt: simulation von 2 bombenangriffen auf halbem weg zwischen bahnhof und flughafen.

-> http://it.news.yahoo.com / www.rainews24.it / www.antenna3.it

 

Auch wenn die italienischen medien keine allzu radikale (grundsätzliche) kritik wiedergeben konnten bezüglich eines inszenierungsverfahrens, das fragliche effektivität mit fraglichem geschmack verbindet, nahmen sie vom vorbeilaufenden durchschnittsitaliener gerne den ausdruck einer gewissen perplexität auf: wie groß die großmanöver auch gemeint werden, wie professionell auch die schminke den verletzten simulanten aufgetragen wird, kann das fiktive das ausschlaggebende nicht durchdringen: den terror, die überraschung, die desorientierung, die unwissenheit bezüglich der hintergründe, den ablauf, vom dem man das ende nicht kennt.

(nicht auf computer basierende) "soziale" simulationen sind in ausbildung, aufklärung, therapie ziemlich verbreitet. wenn man sie in einer verdichteten form betrachtet, fühlt man sich nicht ganz wohl: das schlimme ist dabei ihre funktionelle spezialisierung, die triviale vereinfachung des modelles, die die erweiterung der kontrollausübung in der simulierten wie in der realen situation erzielen soll.

In der hinsicht stehen training, coaching, rollenspiel, simulation als erbe der initiationsrituale und -proben und sakramente ziemlich trist da, wie manchmal die wissenschaft und die "soziale" ingenierie auch ...

[ zur simulation als ROLLENSPIEL -> Harum Farocki, Leben - BRD, 1990 -> 32 erprobungen von alltagsszenen: in krankenhäusern + schulen, behörden + versicherungen. Stets wird wirklichkeit simuliert... ]

[ zur erfindung von fiktiven identitäten -> Lynn Hershman, Roberta Breitmore (1975-78) : produktion von beweisen einer fiktiven existenz : Roberta ist eine fiktive Person. Sie besteht als Kunstwerk vor allem aus ihrer Dokumentation. Fotografen wurden engagiert, um sie in bestimmten Situationen aufzunehmen. Mit diesem Werk treibt Hershman das Prinzip der Transformation von Kunst und Leben auf die Spitze: Es gab bei dieser Performance keine Zuschauer, nur die Akteurin, die zugleich Subjekt und Objekt der Darstellung ist. Somit wird die Trennung zwischen Werk, Künstler und Rezipient aufgehoben. ]

http://www.henryart.org/hlandia/hershmanlandia.html

[ -> rollenspiel für kunstbetrachter -> Lynn Hershman, Dante Hotel (1972/73) : Hershman richtete ein Hotelzimmer ein mit zwei weiblichen Puppen, die in einem Bett liegen, Büchern, Kosmetikartikeln und Tonbändern. Die Besucher müssen sich bei der Rezeption einen Schlüssel holen. Mit dem Betreten des Raumes werden sie ungewollt zu Freiern, der im Bett liegenden Frauen. Sie sind Täter und Opfer zugleich. ]

[ -> the double -> Lynn Hershman, Lady Luck, 1975 ]

[ -> zur strategie der maskerade -> Cindy Sherman ]

 

MONITORING:

"Das gerät, das man heute als MONITOR bezeichnet, verbindet wissen und macht und erzeugt seine eigene ordnung der sichtbarkeit. So kodiert ein bildschirm, der daten visualisiert, die realität entsprechend dem gebot der kontrolle. In dieser technischen bedeutung taucht der begriff des monitors in den 1930er jahren im englischen, in den 1940er jahren im deutschen auf. Seine etymologie verbindet den warnenden blick in die zukunft mit dem MONIEREN, dem bemängeln, und verweist, über das griechische ménos, auf eine maschine, die sich von selbst bewegt: den automaten." [-> Susanne Krasmann, in: Ulrich Bröckling et alii, 2004]

erste anwendung: das RADAR

profilierung: informationsgestützte RÜCKKOPPELUNG

"Dem monitoring haftet etwas FIKTIVES an. Unter dem imperativ, fehlentwicklungen rechtzeitig zu identifizieren, wird die gegenwart permanent mit zukünftigen erwartungen, mit SPEKULATIONEN konfrontiert." [-> Susanne Krasmann, in: Ulrich Bröckling et alii, 2004]

[ -> Richard Kriesche, Videoinstallation 1, 1973 : beim betreten der galerie müssen die besucherInnen an einer klingel läuten, welche einen impuls auslöst und eine videokamera einschaltet. Durch die installation je einer videokamera ausserhalb bzw innerhalb der galerie sehen sich die galeriebesucher gleichzeitig hineingehen und hereinkommen ]

 

AUTOMATEN / die abwesenheit (=entpersonalisierung) des subjektes:

z.b. die installationen von MALACHI FARRELL

Money, Money 1998-2002, mixed media 6 hands version, dimensions variable

Atelier Clandestin 2004, Mixed media, dimensions variable

Interview (Paparazzi) 2000, 4 barricades version. Dimensions variable. 3 minutes

oder auch die installationen der neuseeländischen gruppe et al. http://www.etal.info

the fundamental practice, 2005

www.thefundamentalpractice.org

www.creativenz.govt.nz/venice/2005/images

www.art-newzealand.com/Issue110

www.realtimearts.net/rt63/rees_etal.html

www.cacsa.org.au/cvap/2005/5_BS34_2/et_al.pdf

 

und auch

Adrian Piper, Black Box/White Box, 1992

 

SPURENSICHERUNG:

die kunst des MAPPINGs, z.b. : das MILKproject von Esther Polak www.milkproject.net

"MILK ist ein künstlerisches Kartografie-Projekt, das mittels GPS (Global Positioning Systems)-Technologie die Möglichkeiten räumlich-zeitlicher Darstellung ausschöpft, indem die Milchproduktion mehrerer kleiner lettischer Milchfarmen und die Handelswege dieser Milch durch Europa visualisiert werden. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Künstlerin Esther Polak (NL) und der Forscherin Ieva Uzina (LV)." -> golden nica an der ars electronica 2005

oder NOWHERE von Ralf Baecker, eine fräsmaschine, die landschaften aus den daten der abfragen an die suchmaschine METAGER fräst.

die attitude (der medienkunst) netzwerkartige beziehungen zu visualisieren (datenflüsse, rhizomeartige strukturen, dynamische identitäten..) versucht immer noch paradigmen in frage zu stellen, die strukturen der ordnung, des wissens und der macht ausmachen; gleichzeitig entwickeln diese selben strukturen ihre eigene attitude der spurensicherung weiter, so dass die beste strategie der hinterfragung nun mehr im verwischen der spuren, in datenentzug und -fälschung zu bestehen scheint.

in der ära der passiven RFID-tags kann man sich darauf vorbereiten, sowohl die RFID-technologie in kunst-medialen experimenten einzusetzen, als auch anwendungen für eine entsprechende gegentechnologie zu entwickeln [-> RFID-Zapper der auf dem 22C3, 22nd chaos communication congress, in berlin vorgestellt wurde];

-> MAKE THINGS PRIVATE + unsichtbar machen

-> gegen pervasives monitoring : big brother award

ANWESENHEIT:

100 tage Anwesenheit in Kassel: Gottfried Bechtholds konzept für die Dokumenta 5, Kassel 1972, beruhte auf seiner ständiger präsenz während der grossausstellung. sein jeweiliger aufenthaltsplatz in Kassel wurde mehrmals täglich über die lautsprecheranlage im fridericianum bekanntgegeben. potentiell hatte jeder ausstellungsbesucher die möglichkeit, Bechtholds lokalisation zu überprüfen und mit ihm in kontakt zu treten.

Gottfried Bechthold, 100 tage Anwesenheit in Kassel, 1972

Timm Ulrichs, erstes lebendes Kunstwerk (Selbstausstellung), 1961
Timm Ulrichs stellt sich selbst (in einer vitrine) aus; die juryfrei kunstaustellung berlin von 1965 erlaubt ihm nicht sich selbst auszustellen, "mit dem verweis auf das zollgesetz, nach dem ein kunstwerk vollständig von hand geschaffen sein müsse".

Vito Acconci, Room Piece, 1970
each weekend, the movable contents of one room in my apartment are re-located at the gallery. The contents are left in boxes and stored at the gallery (10.+11.1.1970 die küche; 17.+18.1. das wohnzimmer/schlafzimmer/bad; 24.+25.1. arbeitszimmer)

Richard Kriesche, Elektronik Milieu, 1984
Neben "Video milieu", "Licht-Text-Ton milieu" und Computer milieu" ist "Elektronik milieu" Teil einer Ausstellung in vier Räumen, die 1984 in der Berliner DAAD-Galerie zu sehen war. Der Künstler sitzt an einem Tisch und gibt Zeichen über eine Computertastatur ein. Er trägt eine Augenbinde, auf der vorne kleine Leuchtdioden angebracht sind. Diese Augenbinde ist an einen Computer angeschlossen, so daß die Leuchtdioden die Buchstaben wiedergeben, die Kriesche eintippt. In dieser Arbeit ist der Künstler Sender und Empfänger zugleich, er ist künstlerisches Subjekt und Objekt in einem. Die daraus resultierende Distanzlosigkeit macht, so Kriesche, den Gegensatz von Kopf- und Handarbeit gegenstandslos: "In diesem elektronischen Milieu hat der kontrollierende Geist keine Zeit und keinen Raum."

Anja Kempe, Loser Raum, 2002 ; programmierung Jochen Viehoff
Der "Lose Raum" ist eine interaktive Installation, in der zwei Seiten eines Raumes auf sich selbst projeziert werden. Die Neigung und Ausrichtung des projezierten Raumes wird gesteuert durch die Gewichtsverteilung - also den Schwerpunkt - der sich auf der Gewichtsplattform befindenden Personen. Die resultierende Bewegung wird durch das Gesamt-Drehmoment ausgeloest und entspricht einer realen, physikalischen Wippe in zwei Dimensionen. Das Traegheitsmoment der Wippe, die Viskositaet des umgebenden Mediums und lineare Rueckstellkraefte legen die vollstaendige Dynamik der Bewegung fest.

http://www.anjakempe.de/loserraum

Vito Acconci, Proximity Piece, 1970
During the 1970 Software exhibition at the Jewish Museum, Acconci, as the wall text denoted, followed visitors around the gallery. He stood close to them. Then, at some moment in the surreptitious performance, he stood too close. The act ended when the visitor intentionally moved away from Acconci and left the museum (Kris Paulsen 2005). Zur dokumentation der performance entstehen 12 fotografien.

Vito Acconci, Transference Zone, 1972 [ anwesenheit in der galerie..]. In der gallerie sind eine art isolierungszimmer und ein wartezimmer eingerichtet. Im hauptausstellungsraum sind dokumente untergebraucht aus Acconcis lebensgeschichte (bezüglich der "prime people" aus seinem leben). Acconci selbst ist in diesem gedächtnisraum, der von innen verrigelt ist. Der besucher kann sich bei ihm anmelden und von ihm aufgenommen werden, so als wäre er/sie eine dieser "prime people": "the viewer might fall into my history, become the prime person".

Vito Acconci, Security Zone, 1971
A person is chosen as my guard and opposition party. He is specifically chosen; someone about whom my feelings are ambiguous, someone I don't fully trust. We are alone together at the far end of the pier. I'm blindfolded, my ears are plugged, my hands are tied behind my back.
I walk around the pier; I attempt to gain assurance in walking around the pier (putting myself in the other person's control, testing whether I can trust in that control). The other person decides how he wants to use that trust I am forced to have in him.
The piece is designed for our particular relationship; it tests that relationship, works on it, can possibly improve it." (V.A.)

 

SPURENSICHERUNG 2 / SUBJEKT = OBJEKT, oder die beobachtung des SELBST

Sophie Calle, The Shadow (Der Schatten)

-> ctrlspace
»Gemäß meinem Antrag ist meine Mutter im April des Jahres 1981 zur Detektei Duluc gegangen. Sie hat den Auftrag erteilt, mich zu observieren, einen schriftlichen Bericht darüber anzufertigen, wie ich meine Zeit verbringe, und eine Reihe von Fotos als Beweise aufzunehmen« (Sophie Calle, Museum Fidericianum Kassel, 2000, S. 35).
Die präsentierte Arbeit besteht aus den Schnappschüsse des Detektivs, der sie auf ihrem Gang durch die Straßen von Paris, beim Besuch des Louvre, eines Cafés in den Tuilerien etc. beobachtet; seinem schriftlichen Protokoll und einigen Fotografien, auf denen der Detektiv seinerseits zum Objekt der Observation wird: Calle hatte ihrerseits einen Bekannten gebeten, ihren Verfolger bei seiner Tätigkeit zu fotografieren. Calle verdichtet Text und Fotografien zu einem Arrangement, das zwischen nüchterner Berichterstattung und literarischer Fiktion, Paparazziszenarien und Flaneurpoesie oszilliert. Ähnlich wie in »La Suite Venétienne« bringt sie das Thema der Überwachung in eine erotische, aber auch eine existentielle Perspektive: Das Wissen um das Beobachtwerden verleiht den alltäglichen Handlungen einen gewissen ›thrill‹, wobei der Fotografie als materialisiertem Blick des Anderen die Funktion eines Existenzbeweis erhält: Sie ergänzt das subjektive Erleben durch ein scheinbar ›objektives‹ Korrektiv.

Vito Acconci, Following Piece, 1969

-> ctrlspace
»Following Piece« ist eines der frühen Werke von Acconci. Die zugrundeliegende Idee bestand darin, dass er sich einen Passanten aussuchte, der zufällig vorbeiging, und ihm beziehungsweise ihr folgte, bis diese Person in einem Privatbereich verschwand, den Acconci nicht betreten konnte. Die Aktion der Verfolgung konnte unter Umständen nur wenige Minuten dauern, wenn die Person anschließend in ein Auto einstieg, aber manchmal auch vier oder fünf Stunden, wenn die Person ins Kino oder in ein Restaurant ging. Acconci führte diese Performance ein Monat lang jeden Tag aus. Er tippte über jede seiner ›Verfolgungsjagden‹ einen Bericht in seine Schreibmaschine und schickte diesen dann jedes Mal an ein anderes Mitglied der Kunst-Community.

[ -> 'Following "The Man of the Crowd"' http://glowlab.blogs.com/following/2004/09/following_the_m.html ]

Timm Ulrichs, Checked baggage, 1975/87
röntgnenbilder zur kontrolle von reisegepäck auf einem flughafen; 9 schwarzweiss fotos

 

ÜBERWACHUNG / (anwesenheiten kontrollieren):

a) überwachung braucht BEOBACHTUNG: hinter jeder kamera muss ein beobachter sein (eine kamera ist kein beobachter; ein computer eher; auch ein mensch muss "programmiert" werden, um hinter der kamera bzw vor dem monitor effektiv beobachten zu können..) .

Ange Leccia, Arrangement Stasi, 1990 [ -> ctrlspace ]

Bruce Nauman, Video Surveillance Piece (Public Room, Private Room) , 1969-1970 oder auch Live/Taped Video Corridor, 1969-70

Timm Ulrichs, Verborgene ausstellung (II), 1996 5 in eine wand implantierte und unter putz verlegte bilderrahmen, sichtbar gemacht durch infrarot-wärmebilder einer thermografischen kamera; oder auch Von der Blindheit der Bilder (I): In betrchtung des weissen fleckes, videoperformance 1981

Lynn Hershman, Room of One's own, 1993, interactive peepshow

Vito Acconci, »Virtual Intelligence Mask«
Eine konventionelle Fechtmaske wird hier als Grundstruktur für elektronische Erweiterungen genutzt, um mit der Außenwelt in Kontakt treten zu können. vorne sind drei Fernsehmonitore montiert: ein größerer nach außen gerichtet, zwei kleinere nach innen; aus der Außenperspektive sieht es so aus, als sei die Person, die die Maske trägt, dadurch blind geworden, aus der Innenperspektive sind es die beiden kleinen Monitore, die die Sicht bestimmen.
Seitlich ist ein kleines tragbares Radio angebracht, dass ein Ohr abdeckt und mit dem Lautsprecher nach außen gerichtet ist.
Oberhalb sind zwei Überwachungskameras übereinander montiert, eine vorwärts und eine nach hinten ausgerichtet, so dass der Träger der Maske das Environment auf den zwei Monitoren innen sowohl in der Vorder- als auch in der Rückansicht wahrnimmt.
Zugleich sind das größere Fernsehen und das Radio für Passanten zur Benutzung frei: man kann Kanäle umstellen, am Radio drehen, man kann im wörtlichen Sinn die Person, die die Maske trägt, anwählen, sie sozusagen ›einschalten‹. (v.a.)

>>mehr (monitor/kamera-systeme)

 

b) überwachung als soziales modell + überwachungswiderstand: überwachung ist eine typische praxis der DISZIPLINARgesellschaft (im sinne Foucault). Visualisierung, thematisierung, zur-schau-stellung der überwachung präsentieren sich als formen eines politischen widerstandes: es sind akte der sabotage, in dem sie mindestens gegen ein grundlegendes kriterium der DISZIPLINEN arbeiten, und zwar gegen die minimierung der politischen kosten der machtausübung (laut Foucault: diskretion, geringes aufsehen, relative unsichtbarkeit, erregung von möglichst wenig widerstand).

[-> Julia Scher welcome to securityland ]

[ -> surveillance camera players http://notbored.org/the-scp.html ]

[ -> NYC surveillance camera project 1998]

[ -> denis beaubois .. amnesia + /ctrlspace ]

Timm Ulrichs, Schuss und Gegenschuss (eine Wegbeschreibung), 1970/93 (2 videofilme je 61 Min.)

 

BOGOMIR ECKER, Vedere [das, was sich bündeln lässt], Skulpturenensemble, 01.07.2000 - 31.08.2001
Eine Überwachungskamera, die von einem öffentlichen Parkplatz aus die Einfahrt des Hamburger Verfassungsschutzes überwacht, ergänzte Bogomir Ecker um mehrere skulpturale Repliken und eine weitere Kamera.

c) die "demokratisierung" der überwachung: eine praxis für alle (companies, kreditinstitute, warenhäuser, privathäuser..). nicht nur der staat hat ein recht auf sicherheit, kontrolle, prävention, abschreckung. dezentralisierte systeme setzen die gleichen mittel ein wie die politische zentralmacht. die darausfolgende vervielfältigung und verdichtung der mittel zum monitoring ist es, was die globale kontrolle erst recht möglich macht (ähnlich ist es mit dem zugang zu personaldaten..)

[ -> anti-überwachung-produkte http://www.privatronics.com/ ]

d) die simulierte überwachung: der einsatz von DUMMIES.

 

AKUSTISCHE ÜBERWACHUNG:

Bogomir Ecker, Dieses Bild nun wird immerzu reden, 1988/89

[-> Dörte Zbikowski, The Listening Ear: Phenomena of Acoustic Surveillance, in: T. Y. Levin, U. Frohne and P. Weibel, 2002]

[-> Francis Ford Coppola, The conversation, 1974]

 

EMAIL ÜBERWACHUNG:

http://de.wikipedia.org/wiki/E-Mail-Überwachung

[-> Inke Arns über überwachung im netzwerk in: Netzkulturen, 2002]

 

SATELLITARES MONITORING:

-> google earth (die "totale visuelle verfügbarkeit der welt") und MSN Virtual Earth und terravision

-> das neueste in der satellitaren verfolgung: www.trackstic*.com/
TrackStic* empfängt signale von 24 satelliten; über diese daten kann der 4.10"x1.20"x0.87" kleine stift seine position berechnen und protokolliert speichern: the TrackStic* is the 1st personal GPS location recorder that uses the latest mapping technologies to show you exactly where it has been. All recorded information can be downloaded to any Windows computer through the integrated USB port for later review. TrackStic* can find where your kids have been; verify employee driving routes; review family members driving habits; watch large shipment routes; know where anything or anyone has been*
* it is illegal to track someone without their knowledge

 

TELEKOMMUNIKATION / (anwesenheit erweitern):

"In der galerie ist ein TV-gerät installiert, das einen mann zeigt, der in einem strassengraben liegt. der besucher glaubt, dass es sich dabei um ein eingespieltes band handelt. er realisiert nicht, dass der künstler nicht weit entfernt tatsächlich in einem strassengraben liegt und das stück eine übertragung darstellt. vielleicht sieht der besucher zufällig nach dem verlassen der galerie die wirkliche situation." [ -> PETER WEIBEL, Situation I, Kunstforum Bonn, 1974; zit. in: Re-PLAY 2000]

[ -> DAN GRAHAM, Opposing mirrors and video monitors on time delay, 1974 + Two viewing rooms, 1975, in werke 1965-2000, kunsthalle düsseldorf 2003, s. video der Generali Foundation: D.G. Video/Architecture/Performance, 1995 ]

[ -> DAN GRAHAM, Time Delay Room, 1974 + Present Continuous Past(s), 1974 ]

[ -> DAN GRAHAM , Performer/Audience/Mirror, 1977 , Ein Performer steht dem Publikum zugewandt. Hinter dem Performer bedeckt ein Spiegel die Rückwand (parallel zur Vorderansicht des sitzenden Publikums), der die Zuschauer widerspiegelt. ]

In der sogenannten medienkunst hat die simulation der anwesenheit oft mit einer mediengerechten haltung (der künstler/innen) zu tun. Mediengläubige, heisst es, vergessen sich selbst, und gehen davon aus, dass das medium alles leisten muss, der künstler nichts. schon man ray empfohl eine gewisse verachtung dem eigenen medium gegenüber, und Douglas Davis versuchte bei einer sateliten-tv-übertragung die bildschirmscheibe durchzuschlagen..

[ -> DOUGLAS DAVIS und die satellitenübertragungen: Seven Thoughts am 20.12.1976 + The last nine minutes am 24.6.1977]

Douglas Davis, the last 9 minutes, still, 1977

 

[ -> Gottfried Bechtold/Richard Kriesche, Stille elektronische Post ]

[ -> Eduardo Kac über die kunst der TELEPRÄSENZ und die Ästhetik der Telekommunikation ]

Galloway, Kit +Rabinowitz, Sherrie, »Hole in Space«
»Hole in Space« war eine Öffentliche-Kommunikations-Skulptur [für drei Tage]. An einem Novemberabend 1980 flanierte ein nichtsahnendes Publikum am Lincoln Center for the Performing Arts in New York City und am «The Broadway» Kaufhaus im Open Air Shopping Center in Century City (Los Angeles), wo sie dann eine unerwartete Begegnung mit den andern hatten. Plötzlich waren Ganz-Körper-Bilder in Lebensgrösse wie im Fernsehen von der anderen Küste zu sehen. Sie konnten nun sich sehen, einander hören und miteinander sprechen, als würden sie sich auf dem Bürgersteig gerade treffen. Kein Hinweis, kein Sponsorlogo, keine Credits und auch keine Erklärung wiesen auf den Zusammenhang hin. Auch keine Kontrolmonitore lenkten von dem Phänomen der Begegnung in voller Lebensgröße ab. [...] «Hole–In–Space» kappte die Distanz zwischen den beiden Städten und scuf eine unglaubliche Fußgängerzone. Es gab den Abend der Entdeckung, gefolgt von dem Abend der mündlich verabredeten Treffen, gefolgt schließlich am dritten Abend von einem Massenandrang und einer transkontinentalen Begegnung mit Geliebten und Familienmitgliedern, die sich zum Teil schon zwanzig Jahre nicht mehr gesehen hatten. http://www.ecafe.com/getty/HIS/index.html


 

SENSORIK / (anwesenheit spüren+abmessen):

 

Liu Wei, Star, 2005 [-> volksrepublik china auf der Biennale di Venezia 2005]
Liu attemps to capture the frenetic and overwhelming aspects of contemporary urban life with his indoor motion-activated light installation, Star. When viewers enter the corridor of oil tanks their spatial orientation and perception will be momentarily jolted by rhythmic, blinding flashes of white light. this sensory assault elicits paranoia, discomfort and unpredictability, even the illusion of celebrity."

[ -> Lynn Hershman, Paranoid Mirror, 1995-96 : sensor-driven environment ]

 

Kenneth Rinaldo + Mark Grossmann, The Flock (1. präsentation 1993)

http://accad.osu.edu/~rinaldo/works/flock/flock.html

http://accad.osu.edu/~rinaldo/works/flock/theflock.html

 

Simon Penny, Petit Mal (1995) -> http://www.ace.uci.edu/penny/works/petitmal/petitcode.html

 

Stedman Nicolas, The Blanket Project
"Ein Roboter in der ungewöhnlichen Form einer Bettdecke, die sich bewegt und auf Aktionen der Besucher reagiert. Setzt oder legt man sich auf das Bett, so beginnt die Bettdecke einen zu umhüllen oder zu bedecken. Robotertechnologie bekommt hier eine ganz emotionale und physische Note." (The Blanket Project was produced with assistance from the Canada Council for the Arts, and Future Physica) [-> ars electronica 2005]

 

Sabrina Raaf, Translator II: Grower, 2004
"Ein kleiner Roboter misst über einen Sensor den CO2-Gehalt der Luft. Als Reaktion darauf zeichnet der Roboter eine dünne grüne Linie an die Wand des Raumes, bewegt sich einige Millimeter weiter und setzt den nächsten Messwert in eine weitere Linie um. So entsteht nach und nach eine gezeichnete Grasfläche, die sich am Ende der Ausstellung auf alle Wände des Raumes ausgedehnt hat." [-> ars electronica 2005]

Emmanuel Munguia Tapia, Stephen Intille, Kent Larson, Pallavi Kaushik , Recognizing Activities of Daily Living in the Home Setting using Ubiquitous Sensors
Medical professionals believe that one of the best ways to detect an emerging medical condition before it becomes critical is to look for changes in the "activities of daily living" (ADLs). We are developing new pattern classification and context-based AI algorithms that detect changes in ADLs and other everyday activities automatically. Such algorithms can be applied to both preventative medicine and to devices that monitor and control home and work spaces. Particular attention is focused on identifying behaviors that indicate mental illness and cognitive aging and associated medication compliance issues. This project is sponsored by the National Science Foundation.

Stephen Intille, Ling Bao, John Rondoni, Joyce Ho, Context-Aware Experience Sampling
We believe that environmental sensors combined with wearable sensors may offer the most potential for automatic recognition of everyday activity to enable new generations of context-aware computing devices. We are developing algorithms that automatically detect some activities from portable biometric and motion sensors. We have created software that runs on PocketPC devices and can be used to collect data using context-aware experience sampling - where sensors automatically trigger a computing devices to ask a volunteer a set of questions in a particular situation. This software is being used both for studies of people and technology in natural environments such as homes and workplaces as well as to collect data needed to develop new context detection algorithms.

Louis Lopez, Emmanuel Munguia Tapia, Stephen Intille, Randy Rockinson , MITes+: Portable Wireless Sensors for Studying Behavior in Natural Settings
MITes (MIT environmental sensors) are low-cost, wireless devices for detecting motion of people and objects in environments. We are extending these devices to provide other information to technology and medical researchers, such as position, ultra-violet light exposure, heart rate, and tactile feedback.

 

MUSTERERKENNUNG / (social) pattern recognition :

-> das sensible tracking von Myron Krueger: METAPLAY -> VIDEOPLACE

-> game-anwendungen von camera-tracking: z.B. (t)error von Robert Praxmarer, bodymover von art+com

-> die antispam-vision http://www.see-free.com/

-> ein kommunikativer spiegel: Alter Ego von Alexa Wright + Alf Linney

 

FERNSTEUERUNG:

Lynn Hershman, Lorna (1979-84) : nicht lineare dramaturgie
Lorna verließ seit vier Jahren nicht ihren Raum und lässt sich Essen bringen, ist nur durch Fernsehen und Telefon mit der Außenwelt verbunden. Dabei wird sie gefilmt. Der Zuschauer kann versuchen Lorna mit Hilfe seiner Fernbedienung zu verschiedenen Dingen zu bewegen. Außerdem kann er nummerierte Objekte wie z.B. Aquarium, Telefon oder Uhr anwählen, die sich in Lornas Zimmer befinden und bekommt dann über diese Gegenstände Informationen zu dieser Person. Die Geschichte hat drei verschiedene Schlussszenen: Lorna begeht Selbstmord, sie bleibt in ihrem Raum oder sie zieht nach L.A. Der Rezipient erlebt also keine Erfolgserlebnisse. Lorna ist für den Rezipienten die Identifikationsfigur. Zwischen Rezipient und Identifikationsfigur ist der Erzähler/das System die vermittelnde Instanz. http://www.henryart.org/hlandia/hershmanlandia.html

Lynn Hershman, Deep Contact, 1984/89 : touchscreen-unterstützte dramaturgie

Shane Cooper, Remote Control, 1999
Remote Control lässt den Besucher ein strenges Arrangement betreten, das aus einem Sofa und einem frontal dazu aufgestellten laufenden Fernsehapparat besteht. Ein alltägliches Szenario - man setzt sich und sieht fern. Zu sehen ist eine offenbar aktuelle Nachrichtensendung: In einem virtuellen Studio verliest ein computeranimierter Nachrichtensprecher Meldungen, die über den Zugriff auf Nachrichtenagenturen im Internet generiert werden. Über eine Fernbedienung kann auf einen zweiten Nachrichtenkanal umgeschaltet werden mit dem gleichen, nur spiegelverkehrten visuellen Erscheinungsbild. Die Meldungen sind genauso aktuell, nur komplementären Inhalts. [base ']Truth 1' und [base ']Truth 2' sind die beiden zur Auswahl stehenden Kanäle, aber keiner präsentiert das tatsächliche Weltgeschehen. Eine ironische Position gegenüber dem Prinzip unserer Gesellschaft, wonach alles glaubhaft ist, was auf dem Bildschirm erscheint.

Will Pappenheimer, Breathe On Me (2005) [ -> http://www.willpap-projects.com/Breathe_On_Me/BreatheOnMeMain.html ]

 

PROTHESEN:

 

Unimate Industrial Robots, PUMA 700, roboterarm, 1985

 

PSB GmbH, Carobot, fahrerloses transportsystem, 1989/90

NEC Corporation, R 100, serviceroboter, 1997/99

NEC Corporation, PaPeRo, serviceroboter, 1999/2001

Telerob, tEODor, minenentschärfungsroboter, 2000 -> DISTANZ BRINGT SICHERHEIT

imt robot AG, Ulixes, würstchensortierer, 2000

URS Ortho GmbH & co., CASPAR, OP-roboter, 2001

Pro Kasro Mechatronik GmbH, DN200-800, Röhreninspektor, 2001

Nikolaus Passath, Kurt, tätovierungsroboter, 2002 [-> ars electronica 2005]

ROBOCUP, By the year 2050, develop a team of fully autonomous humanoid robots that can win against the human world soccer champion team [project running since 1997]

Alexandre Colot (K-team), Kamel, roboter jockey für kamele, 2005 [ http://sabbah.biz / www.bookofjoe.com / http://news.com.com ]

 

LITERATUR:

Susanne Anna (hg), EX machina eine geschichte des roboters von 1950 bis heute, museum für angewandte kunst köln, 2002
Inke Arns, Netzkulturen, 2002 (v.a. Kontrolle u. Überwachung: das Netz als Panoptikum, s.30)
Jean Baudrillard, Das system der dinge, orig. 1968
Jeremy Bentham, Panopticum or The Inspection-House, 1791

Sabine Breitwieser (hg), Occupying Space / Sammlung Generali Foundation, 2005
Sabine Breitwieser (hg), RE-PLAY, 2000

Ulrich Bröckling et alii, Glossar der Gegenwart, 2004
Critical Art Ensemble, Cyborgs & Designerbabies, 1998
Gisela Ecker+Susanne Scholz, Umordnungen der Dinge, Helmer Verlag, 2000

Michel Foucault, Überwachen und Strafen, (orig. 1975)
Dieter Daniels, Vom readymade zum cyberspace
Vincent Guallart (ed), MEDIA HOUSE PROJECT, 2004
Barbara Heinrich, Sophie Calle, (ausstellungskatalog) Museum Fridericianum, 2000
Eggert Holling+Peter Kempin, Identität, Geist und Maschine, rowohlt, 1989
Felix Philipp Ingold, Life is art enough, in: kunstforum international bd. 152, 2000

Eduardo Kac, Telepresence Art, Originally published in English and German in Teleskulptur, Richard Kriesche, Editor (Graz, Austria: Kulturdata, 1993), pp. 48-72. Translation revised by Göetz Greiner
Eduardo Kac, Aspekte einer Ästhetik der Telekommunikation, published in English and German in Zero -- The Art of Being Everywhere, Robert Adrian X and Gerfried Stocker, Editors (Graz, Austria: SteirischeKulturinitiative, 1993), pp. 24-32, 40-48, 62-69, 75-92. German translation by: Klaus Feichtenberger This paper discusses the history and theory of pre-Internet telecommunications art, from early avant-garde radio and Moholy-Nagy's Telephone Pictures to recent international collaborative works.

Peter Krieg, Die paranoide Maschine / Computer zwischen Wahn und Sinn, 2005
Thomas Y. Levin, Ursula Frohne and Peter Weibel, CTRL [SPACE] Rhetorics of Surveillance from Bentham to Big Brother, 2002
Bruno Latour+Peter Weibel (ed.), Iconoclash, ausstellungskatalog, 2002
Margot Lovejoy, Digital currents: art in the electronic age, 2004

Dieter Mersch, Ereignis und Aura, radikale trasformation der kunst vom werkhaften zum performativen, in: kunstforum international bd. 152, 2000
Gloria Moure, Vito Acconci, 2001
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Timm Ulrichs - der detektonische Blick, ausstellungskatalog, 1997

PARACHUTE, no. 119 : Extra Human - AI, 07/08/09-2005

John Rajchman, Foucaults kunst des sehens, in: Texte zur Kunst, ?jahr?
Caroline Schneider + Brian Wallis (ed), Julia Scher Always There, 2002
Gerfried Stocker + Christine Schöpf (hg), HYBRID living in paradox, ars electronica 2005

V2_Nai Publishers, aRT & D : research and development in art, 2005
Heinz von Foerster, KybernEthik, Merve, 1993
Heinz von Foerster, Ethik und Kybernetik zweiter Ordnung, 1990
Oswald Wiener, Probleme der künstlichen Intelligenz, Merve, 1990
Benjamin Wooley, Die Wirklichkeit der virtuellen Welten, 1994

 

filmografie:

AUGE/MASCHINE II von Harun Farocki, 2002
THE CONVERSATION von francis ford coppola, 1974 [-> überwachung]
FREEZE FRAME von john simpson, 2005 [-> überwachung/spurensicherung/selbstbeobachtung]
KITCHEN STORIES von bent hamer, 2004 [-> kartographie/monitoring]
Leben - BRD von Harun Farocki,1990
Make me think - Bruce Nauman von Heinz Peter Schwerfel, 1997 [-> kunst-doku]
TEKNOLUST von lynn hershman, 2001 [-> simulation/ künstliche intelligenz]

 

LINKS zu ausstellungen 05-06:

PubliCity - Constructing the Truth oder: wie entsteht das, was wir als wahr empfinden

kunst und ebay : http://www.mmk-frankfurt.de

kunst und spiel : http://www.adk.de

kunst und spiel : http://museen.aachen.de

panamarenko : http://www.fine-arts-museum.be

transmediale 06 : http://www.transmediale.de

 

weitere LINKS:

http://www.medienkunstnetz.de

http://www.kunstradio.at/REPLAY

http://www.aec.at/de/festival2005

http://www.robowelt.de

http://netzspannung.org

http://hosting.zkm.de/ctrlspace/

http://www.rebelart.net/

http://www.socialfiction.org/

http://www.0100101110101101.org/

http://Urban & Adventurous Artists.html

http://artbots.org

 

kontakt: susanna schoenberg susasch@khm.de

pho: cologne/ 20189 144 (mo bis mitt 10 bis 14 h)