![]() |
||
Experimenteller Film |
||
| zurück zur Hauptseite | ||
| Der Versuch, eine Vielzahl hybrider Formen unter dem belasteten und unscharfen Sammelbegriff Experimentalfilm zu subsumieren und zu einer Gattung zu formieren, muss scheitern. Experimentelle Filme haben sich befreit aus den starren Definitionen der Theorie und den langen Schatten des in Selbstreferentialität und formalen Orthodoxien erstarrten strukturellen Films. Längst steht die Person des Künstlers im Mittelpunkt – mit seinen individuellen Interessen, Bedürfnissen und Problemen, und dieser Fokus “beschränkt zwar den Radius, vertieft aber die Wahrnehmung” (Karsten Witte). So werden auch neue Formen generiert, die jenseits von Materialfetischismus und Bolex-Kult analoge mit digitalen Verfahren versöhnen, Low und High Tech, originales mit angeeignetem Material, Dokument mit Fiktion. Das der Idee der Avantgarde inhärente Prinzip der Beschleunigung wird in Frage gestellt, ihr altes Selbstverständnis als Motor eines rastlosen Fortschritts als Zwangsvorstellung abgelegt. Heute kann es auch um ein bewusstes Aufgreifen von Traditionslinien gehen, die kritische Aufarbeitung und Fortführung der Genealogien einer “Subgeschichte des Films”. Lange Zeit exkommuniziert aus der bildenden Kunst, aus der der Avantgardefilm erwachsen ist, ist seine Heimatlosigkeit vielfach beklagt worden; heute erheben experimentelle Filmemacher das Nomadische zum kreativen Programm. Sie bewegen sich selbstverständlich zwischen Kino und Galerie – und besetzen viele Orte weit außerhalb der etablierten Kultur. In den Veranstaltungen zum experimentellen Film geht es auch darum, eine Orientierungshilfe in der Unübersichtlichkeit der beschriebenen Situation anzubieten, Kontakte sowohl in die Kunst- wie die Filmwelt zu vermitteln und angesichts einer wachsenden Kommerzialisierung Film als Medium eines radikalen, unverwechselbaren und persönlichen Ausdrucks zu verteidigen. Im Forum werden studentische Produktionen diskutiert, in themenbezogenen Fachseminaren (2005: "Ortsangaben" u. "Sammeln") Aspekte experimenteller Filmarbeit in Vorlesungen, Filmanalysen und Präsentationen von Gästen beleuchtet. |
||