Nocturne 69: Rhodri Davies – Scharfe Harfe

Nocturne 69: Rhodri Davies – Scharfe Harfe
Donnerstag – 0. Juli 2016, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Gemeinhin wird die Harfe mit zwei Klischees assoziiert: himmlische Klänge, von zarten Frauenhänden hervorgerufen.
Und obwohl der biblische König David, als einer der ersten aktenkundigen Harfenspieler offensichtlich männlich war, stellt man beim Besuch von Symphoniekonzerten fest, dass sich das Instrument weitgehend in Frauenhänden befindet.
Der aus Wales stammende Rhodri Davies sprengt mit seiner künstlerischen Arbeit seit Jahren gleich beide dieser Vorurteile. Selten erlebt man ihn auch auf den Podien der tradtitionellen Konzerthäuser, sein Zuhause sind eher die Off-Räume der improvisierten Musik oder Festivals die sich der Klang- und Medienkunst verschrieben haben. Dort präsentiert er eigene Arbeiten bei denen die Harfe z.B. Wasser, Wind, oder Eis ausgesetzt wird oder wie in “Room Harp” systematisch alle Saiten verbrannt und wieder neu aufgezogen werden.
Auch beim Nocturne-Konzert wird er gehörig den himmlischen Staub vom Instrument wischen: Durch die Freundschaft und Zusammenarbeit mit Fluxuskünstlern wie Phillip Corner, Ben Patterson, Alison Knowles, Mieko Shiomi, Yoko Ono und Yasunao Tone sind im Lauf der Jahre einige Stücke für ihn entstanden. Ausserdem wird beim Konzert auch die Premiere eines neuen Werkes von Carole Finer zu erleben sein. Finer war Mitglied im legendären Scratch Orchestra, ein von Cornelius Cardew gegründetes und sozialistischen Idealen verpflichtetes Musikkollektiv, zu dem zeitweilig auch Brian Eno und Michael Nyman gehörten.

http://www.rhodridavies.com

Nocturne 68: Claus van Bebber

Nocturne 68: Claus van Bebber – Vintage Vinyl Vanguard (Schallplattenkonzert)
Donnerstag – 02. Juni 2016, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Schallplatten und Plattenspieler sind für Claus van Bebber was für Paganini die Geige war und der Marmor für Michelangelo: Instrument und Objekt einer künstlerischen Praxis, die sich vorzugsweise zwischen den Stühlen Musik, Performance, Skulptur und Installation plaziert. Liebvoll mit Klebeband und allerlei obskuren Zusätzen präpariert, entlockt er seinen alten Schallplatten und Abspielgeräten selten die bestimmungsgemässen Klänge, stattdessen erkundet er fröhlich brachiale Geräuschwelten, wobei Ort und Anlass des Konzertes gleichermassen mitbedacht werden.
Der Autodidakt, der am Niederrhein in der Nähe zu Beuys und den van der Grintens aufwuchs und dadurch seine ersten künstlerischen Anregungen erhielt (legendär ist die als 13-Jähriger gemeinsam mit seinem Bruder veranstaltete “Kinder Fluxus Ausstellung”, die sie nach dem Besuch einer Beuys-Ausstellung veranstalteten und die auch des Meisters Beachtung fand) ist als Improvisator mit vielen namhaften Grössen seiner Zunft aufgetreten, unter anderem beim Moers-Jazz-Festival, seine künstlerische Arbeit führte ihn zudem bis auf die Documenta.

http://www.cvbebber.de/index.html

https://www.youtube.com/watch?v=iUA0XXKVgns

Nocturne 67: Klaus Schöning 80!

Nocturne 67: Klaus Schöning 80!
Donnerstag – 21. April 2016, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Wenige haben das Feld der Ars Acustica so maßgeblich beeinflusst wie Klaus Schöning. Ursprünglich vom Hörspiel kommend entwickelte er zusammen mit den von ihm beauftragten Künstlern – und dazu gehörte die gesamte experimentelle Avantgarde mit Namen wie John Cage, Alvin Curran, Mauricio Kagel, Bill Fontana, Gerhard Rühm, Pierre Henry, Ferdinand Kriwet (u.v.a.) – ganz eigene Formen radiophoner Kunst, die weltweit Beachtung und Anerkennung gefunden haben. 1991 erfolgte die Umbenennung des WDR-3-HörSpielStudios in “Studio Akustische Kunst”, dessen Gründer und Leiter er bis 2001 war.

Der KHM gehört Klaus Schöning seit 2004 als Honorarprofessor an. Gründe genug, um ihn in einer Nocturne zu ehren, zu der wir einige prominente Künstler und Mitarbeiter eingeladen haben, die mit seiner Arbeit verbunden sind – Alvin Curran, Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld, Peter Behrendsen.

Grundlagenseminar Sound 2016

Dirk Specht, Judith Nordbrock, Ralf Schipke, hans w. koch

Grundlagenseminar Sound, freitags 10.00 – 13.00 h
(Vertiefungstermine/Praxis + Theorie, freitags 14:00 – 17:00 h)

Filzengraben 8-10, Klanglabor, 0.21
Beginn: Fr. 15. 04. 2016

Klang, Musik und Geräusch sind ein wesentlicher Bestandteil der 
künstlerischen Auseinandersetzung mit audiovisuellen Medien.
 Die Gestaltung der Klangebene stellt dabei ein zentrales Element dar, sei es 
als eigenständige Komposition in den Bereichen Musik oder Klangkunst, sei es im 
Zusammenhang mit anderen Medien, wie etwa Film, Video, Installationen, Radio, Performance.
In diesem Grundlagenseminar werden technische, künstlerische und 
wissenschaftliche Grundlagen der Arbeit mit Klang in Theorie
und Praxis vermittelt. Dies umfasst u. a. die Themenkomplexe
 Schallausbreitung, auditive Wahrnehmung, Gehörphysiologie,
 Schallwandlung, digitale Audiotechnik und Filmton.

Neben diesen Grundlagen wird auch eine geschärfte ästhetische
 Wahrnehmung von Klangereignissen und ihr bewusster,
 reflektierter Einsatz im Gestaltungsprozess von audiovisuellen 
Medien/künstlerischen Projekten angestrebt.

Scheine können mit wöchentlichen Aufgaben oder mit der
 Erstellung einer Audio-Studie erworben werden.
Teilnahmebedingungen:
 Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung mit Name und
 E-Mail-Adresse bitte bei Dirk Specht (dsp@khm.de).
Die Teilnahme an allen Terminen wird erwartet. Bei absehbaren
 Terminüberschneidungen, insbesondere mit anderen
 Grundkursen, bitte für einen entscheiden!
Das Grundlagenseminar Sound findet in jedem Sommersemester statt, das nächste also im Sommersemester 2017.

Literaturhinweise:
−  Jean-Francois Augoyard & Henry Torgue: Sonic Experience.
A Guide to Everyday Sounds; Montreal 2005.
(KHM-Signatur: GES B.2.4–4)
- Thomas Görne: Tontechnik; München 2011.
(KHM-Signatur: KUN N.2.3 – 7)
-  John R. Pierce: Klang. Musik mit den Ohren der Physik; Berlin 1999.
(KHM-Signatur: KUN N.2.4-7(2))

Sound of Things

Hans W. Koch, Dirk Specht

Fachseminar Hauptstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Mittwochs 14:00 – 16:00 h

In Anlehnung an den Begriff Internet of Things (IoT), untersucht das Seminar die Interaktion der Welt der Dinge mit elektronisch erzeugtem Klang. Es ist ein weites Experimentierfeld: Sensoren aller Art verbinden sich mit Software, autonome Plattformen wie Arduino oder Raspberry Pi machen das
Ganze portabel. Wo, auf dem Weg von Sensordaten über Bits&Bytes bis zur schwingenden Materie, spielt die Musik?

Im Seminar werden Grundlagen elektronischer Schaltungen und ihrer Anbindung an Computer behandelt. Das Ziel ist, sich experimentierend einen Überblick über die technischen Möglichkeiten zu verschaffen im Hinblick auf eigene Projektideen.

Must a Song always be a Song ?

Hans W. Koch & Dirk Specht

Theorieseminar Grundstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Mittwochs 17:00 – 19:00 h

Von Proto-Trobador Guilhem de Peiteus ́ „Lied über Nichts“ aus dem 11. Jahrhundert bis zum aktuellen Rap, Pygmäengesängen aus Afrika bis zu Rob Paravonians Metasong „Pachelbel Rant“: Lied / Song / Chanson / Canzona ist eine der ältesten Formen, Text und Klang zu organisieren, mit Natur und Göttern zu kommunizieren, sich politisch zu äussern oder seine Gefühle auszudrücken und war immer auch ein Vehikel für künstlerische Innovation.

Im Seminar werden verschiedene Erscheinungsformen dieses Genres auf formale, klangliche und textliche Strategien hin untersucht. Zu den Untersuchungsmethoden gehören Hören, Lesen, Singen, Reflektieren. Der Titel des Seminars entstammt übrigens einem Essay des Komponisten Charles Ives, in dem er für Songs die gleichen Rechte wie für alle Bürger fordert: In Frieden und Freiheit leben zu können, unbekümmert durch die Herrschaft der Kehle.

Unsite Temporalities: les moments fugitifs (déjà entendu)

Dirk Specht & Sebastian Thewes

Fachseminar Hauptstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Dienstags 17:00 – 19:00 h
Start: 12. April

“How does a (perhaps illusory, a false memory) sense of sonic familiarity render a body suspectible to sonic infection ? To unravel this phenomenon of déjà entendu, a symptom of the condition of schizophonia (i.e. sounds detached not just from their sources in space but also in time), we need a sense of memory in which the past and the future virtually coexist with the present so that memories and anticipated potentials resonate with each other in unpredictable ways. The implied assertion is that auditory hallucinations play an increasingly complex role within a cybernetic capitalism of ubiquitous media seething with artificial sonic lifeforms. What is required is a rhythmanalytic cartography that can map vectors of affective contagion through time loops connecting the past and the future.”
(Steve Goodman – Sonic Warfare)

“In jedem Fall ist das Klangliche allgegenwärtig, sobald es gegenwärtig ist, und seine Gegenwart ist niemals einfaches Da-sein oder Stand der Dinge, sondern es ist immer zugleich Voran, Durchdringung, Insistenz, Obsession oder Besessenheit. Und zugleich ist es eine Gegenwart »im Rückhall«, im Verweis eines Elementes auf das andere, sei es zwischen Sender und Empfänger oder (…) schließlich und vor allem, zwischen dem Schall und ihm selbst (…).”
(Jean-Luc Nancy – Zum Gehör)

Im Seminar arbeiten die Teilnehmer/innen sowohl an individuellen Projekten wie ebenso an der Entwicklung einer medienübergreifenden Publikation, welche aus den Seminarprozessen und Projektergebnissen bestehen wird. Für eine Teilnahme ist es nicht zwingend notwendig, bereits an den vorigen Seminarabschnitten 1-3 teilgenommen zu haben.

Son mémorisé / Phonomnesis / Acoustic Time Anomalies / Loop-‘n-Listen / Blast / Time Wobble / metronomische Raster / Frequenzwahn revisited / Arrhythmie / Speed Vortex / noch viel längere Dauern / Echo-Lokalisation / Pulse Lock / Drift Tactics / Turbulenzen / Extended Now / Tinnitus Paradise / Temporal Voids / Unsitely Spaciousness / querfeldein – Pt. 4

Listening Methodologies and the Aesthetics of Reception

Bill Dietz

Theorieseminar Hauptstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Donnerstag 14:00 – 16:00 h
Starttermin: 14.04.

Far from unassertive and acquiescent, listening is always situated and invested. The focus of the seminar is twofold: 1), to examine the manifold commitments of various listening methodologies (feminist listening, queer listening, the intersection of listening and race, historical and contemporary practices of hermeneutic listening, activist listening, experimental listening), and 2) to comparatively apply these methodologies to as wide a variety of music and sound-based practices as possible.
What would it mean to listen to John Cage in terms of race? How can we hear questions of gender in free jazz? Can there be an activist listening to Beyoncé? What could we gain from a Schenkerian listening to Klangkunst?
In constantly shifting between listening “filters,” the seminar invites us to rehearse a virtuosity of reception.

In German and English.
Reading and Listening materials available weekly;
for further information, please contact: bdietz@bard.edu

Nocturne 66: Jaki Liebezeit und Josef Suchy

DAS KONZERT FÄLLT LEIDER KRANKHEITSBEDINGT AUS!
(wir bemühen uns um einen baldmöglichsten Ersatztermin)

Nocturne 66: Jaki Liebezeit und Josef Suchy
Donnerstag – 14. Januar 2016, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Im Duo bereitet Jaki Liebezeit mit seiner legendären hypnotischen Präzision und mit nur wenigen Klangfarben den perfekten Nährboden für Joseph Suchys elektrifizierte Sphären-Gitarre. Aus harmonischen und melodischen Mikropartikeln erwächst so ein farbenfroher, komplexer, mächtiger Puls – so klingt und swingt die musikalische Avantgarde heute!
Unlängst hat die internationale Fachpresse Jaki Liebezeit in die Top-Ten der einflussreichsten Schlagzeuger des 20. Jahrhunderts gewählt. Eine späte Ehrung für jemanden, der seit mehr als 40 Jahren durch seine minimalistische, repetitive Präzision den Sound von natürlich CAN, aber auch z.B. von Depeche Mode, Gianna Nannini, Michael Rother, Chet Baker mitbestimmt hat und stilprägend für ganze Heerscharen von Schlagzeugern gewesen ist.

Joseph Suchy, weitgereister, musikalischer Tausendsassa, ist seit Jahrzehnten eine graue Eminenz der elektronischen Musik, die sich nicht allein auf ihr Instrument Gitarre reduzieren lässt: Mit sorgfältig ausgesuchten Effektketten erzeugt er aus den Schwingungen der Gitarrensaiten unerhörte, innovative Klangströme.
Suchy hat weltweit mit namhaften Künstlern zusammengearbeitet, sei es als Klangkünstler, Komponist von Film- und Theatermusik, Klang-Installationen, oder als profunder und hochgeschätzter Live-Improvisateur. Bei seiner Tätigkeit als Produzent vertritt er eine ähnliche stilistische Bandbreite und Sachkenntnis, wie weiland Conny Plank. Er ist Mitbegründer der Labels „Grob“ und „Gefriem“, die mittlerweile Kultstatus besitzen.

Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern führte zu einer Vielzahl von hochgelobten Veröffentlichungen: u.a. mit Ekkehard Ehlers, Bernd Friedman, David Sylvian und eben Jaki Liebezeit.

Workshop mit Adrian Sherwood

Am 20.11. 2015 /15:30 h wird der legendäre, britische Produzent Adrian Sherwood (On-U Sound) einen Workshop im Klanglabor geben.

https://en.wikipedia.org/wiki/Adrian_Sherwood

http://on-usound.com/adrian-sherwood-shares-an-a-z-of-his-music-career-with-electronic-beats/

Adrian Sherwood wurde Anfang der 1980er Jahre bekannt mit Produktionen für sein ON-U Sound Label, wie etwa den Gruppen oder Projekten New Age Steppers, African Head Charge, Dubsyndicate, Playgroup, Singers and Players, Mark Stewart & the Mafia / Tackhead u.v.a. – ebenso arbeitete er mit Dublegenden wie Bim Sherman, Prince Far I und Lee Scratch Perry zusammen, mit denen er mehrere Alben realisierte. Erst 2003 veröffentlichte er sein eigenes Debüt-Album „Never Trust A Hippy“ auf Real World Records.

Vor seinem ebenso am Freitag 20.11. stattfindenden Auftritt auf dem Weekend-Festival in Köln wird er im Klanglabor Einblick in seine Produktionsweise geben. (http://www.weekendfest.de/)

Begrenzte Teilnehmerzahl – Anmeldungen erforderlich (dsp@khm.de)!

Landscapes of Fear – CD-Release-Konzert

Landscapes of Fear

CD-Release-Konzert mit Vorträgen von Lasse-Marc Riek/Roland Etzin (Gruenrekorder), Sina Seifee und Livebeiträgen der Projektteilnehmer.

Freitag, 04. Dezember 2015 – 20:00 h KHM-Aula
(Eintritt frei)

Zur Veröffentlichung des CD-Projektes „Landscapes of Fear“ (Gruenrekorder 153) werden Lasse-Marc Riek und Roland Etzin über die Verbindungen von Fieldrecording, Soundart, aktuellem Zeitgeschehen und Labelpolitik sprechen; Sina Seifee wird einen Vortrag zu den “Horizons of Fear“ halten und Projektteilnehmer der Seminarreihe „Unsite Temporalities“ werden Audio-Livebeiträge zum Thema präsentieren.

Beteiligte: Alisa Berger, Ali Chakav, Roland Etzin, Linda Franke, Tzeshi Lei, Katharina Mayer, Achim Mohné, Lena Ditte Nissen, Axel Pulgar, Lasse-Marc Riek, Sina Seifee, Dirk Specht, Sebastian Thewes.

http://www.gruenrekorder.de/?page_id=14261

http://h406.khm.de/?p=434

(Unsite Temporalities)

Nocturne 65: Manuel Mota

Nocturne 65: Manuel Mota – Gitarre solo
Donnerstag – 17. Dezember 2015, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Wenn man von Manuel Mota spricht, dem stillen und filigranen Gitarristen aus Lissabon, fällt meist der Name Derek Bailey im selben Atemzug. Nicht nur, weil Mota selbst ihn als seine wesentliche Quelle für Inspiration und Wissen bezeichnet, sondern auch, weil beider Musik vom gleichen Geist der Freiheit und Erkundungsfreude durchweht wird.
Man kann Motas Musik für eine lange Zeit lauschen und dabei in den mäandernden Phrasen versinken, die gelegentlich von glockenartigen Tönen punktiert werden. Keine Musik mit dem Gestus des Gewinners, eher wie das Dahintreiben von welken Blättern auf einem Bach.

Manuel Mota wurde 1970 in Lissabon geboren und tritt seit 1990 mit Gitarre Solo auf. Zusammenarbeiten mit u.a. Margarida Garcia, David Maranha, Noel Akchoté, Lee Ranaldo, Okkyung Lee, Jason Kahn, Helena Espvall, Chris Corsano, Tetuzi Akiyama, Toshimaru Nakamura, Terre Thaemlitz und Phill Niblock (dessen Musik er seit 1995 regelmässig aufführt). Mitglied des Künstlerkollektivs Osso Exótico. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen auf seinem eigenen Label Headlights sowie auf Creative Sources, Pax Recordings, Dromos Records (u.a.).

Nocturne 64: Josef Klammer

Nocturne 64: Josef Klammer – Trommeln ist ein dehnbarer Begriff
Donnerstag – 26. November 2015, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Die Doppeldeutigkeit des Titels entspricht durchaus Klammers Naturell – einerseits wörtlich, indem tatsächlich Gummihäute anstelle von Plastikfellen auf den Trommeln aufgezogen werden, wodurch die Drum-Beats verlangsamt und ausgedehnt werden, bis nur mehr das Atmen der Trommeln hörbar ist.
Und andererseits metaphorisch, als Hinweise auf die Erweiterung des traditionellen Schlagzeugbegriffs durch analoge und digitale Hilfsmittel, wodurch sich auch die Grenzen des traditionellen Musizierens verschieben.

Seit Mitte der 80er Jahren arbeitet Josef Klammer kontinuierlich als (Medien-)Musiker an der klanglichen Erweiterung seines Instrumentariums sowie an der Erforschung und Transformierung medienimmanenter Musikpotenziale, wobei ihm der Schalk ein geschätzter Kollege ist. Das vorgestellte Projekt “Trommeln ist ein dehnbarer Begriff” geht zurück auf eine Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Duopartner Seppo Gründler und erhielt dieses Jahr beim Ars Electronica Festival in Linz einen Award of Distinction.

Zusätzlicher Hinweis: Am Mittwoch 25.11. hält Josef Klammer im Klanglabor ab 17:00 h einen Vortrag über seine Arbeit.

Mobile Musics

Hans W. Koch, Dirk Specht

Fachseminar Hauptstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Mittwochs 14:00 – 16:00 h

Smartphones und Tablets sind längst selbstverständlicher Teil des digitalen Alltags geworden und auch aus der Sound Praxis nicht mehr wegzudenken. Gemeint sind damit aber nicht nur Abspielprogramme, Synthesizer-Apps oder Effektgeräte, sondern auch ortsspezifisch agierende Programme für soundwalks
etc. (Stichwort „geotagging“) und Spiele mit einem Anteil an generativer/reaktiver Musik (Stichwort „procedural audio“). Im Seminar werden verschiedene Strategien von „mobile musics“ untersucht und auf der Basis der open source Softwares „Pure Data“ bzw. „MobMuPlat“ eigene Apps entwickelt. (Android und iOs). Keine Programmierkenntnisse erforderlich. Seminarsprachen sind Deutsch und Englisch.

Quellen:
Pure Data: http://msp.ucsd.edu/software.html MobMuPlat: http://www.mobmuplat.com

Small Scale Radio

Hans W. Koch & Dirk Specht

Theorieseminar Grundstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Mittwochs 17:00 – 19:00 h

1967 schuf Max Neuhaus mit seinem Werk „Drive-In Music“ 
eine der ersten Klangskulpturen im öffentlichen Raum. Zwanzig Radiosender von kurzer Reichweite übertrugen dabei Klänge 
in Autoradios von Fahrzeugen, die auf einer Allee in Buffalo fuhren und während der Vorbeifahrt eine entsprechende Empfangsfrequenz eingestellt hatten. Wenige Jahre zuvor 
hatten mediale Stimmen den schwedischen Pionier der Tonbandstimmenforschung Friedrich Jürgenson aufgefordert, sein Radio als Empfangsgerät für mediale Sprachübertragungen zu benutzen. Diese beiden – unverbundenen – Verwendungen von „Radio“ markieren zwei Eckpunkte des Seminars, welches insbesondere die Übertragung von Klängen und sprachlicher Kommunikation über kurze Distanzen untersuchen wird.
 Dabei werden auch häufig auftretende Empfangs- und Sendebeeinträchtigungen, Störungen natürlichen und artifiziellen Ursprungs, z.B. elektromagnetische Einstreuungen, thematisiert. Im Kontext von Transkommunikation erlangen derartige Phänomene oft eine größere Bedeutung als die ursprünglich gesendeten Inhalte und Signale.
Das Seminar verbindet in gleichen Anteilen die Lektüre theoretischer Texte mit praktischen Übungen. Als Ergebnis entstehen apparative Dispositive, Klangarbeiten und Texte. Seminarsprachen sind Deutsch und Englisch.

Unsite Temporalities – 7 Hours Sleep ?

Dirk Specht & Sebastian Thewes

Fachseminar Hauptstudium
Filzengraben 8-10, Klanglabor, Dienstags 14:00 – 16:00 h
Start: 27. Okt.

UNSITE TEMPORALITIES (09) – 7 Hours Sleep ?

Sollte, wer sich an den Rand der Nacht begibt, gegen deren Schwarz (“et sic in infinitum” / Robert Fludd) gewappnet sein oder vielmehr darin der Buntheit von Leere nachspüren? Perspektivenwechsel, Positionsverschiebungen – inmitten ruhelosen Tumults die Nullzonen identifizieren; Tempovariablen, Speedflux –anhaltend strömende Mikromomente stoppen, verzögern, ausdehnen – “record the sound that is keeping you awake” (Assignment #58, M.July/H.Fletcher) – wie wir alle wissen, lässt Pfeifen in der Nacht die Engel weinen! (trad.)

Comme de longs échos qui de loin se confondent

dans un ténébreuse et profonde unité,

vaste comme la nuit et comme la clarté,

les parfumes, les couleurs et les sons se répondent. (C.B.)

ZWIELICHT / KIPPFIGUREN / CIRCADIANE RHYTHMIK / SLEEPLESS EARS / TIME LAG – TIME LAPSE / SONISCHE MEME / FREQUENZWAHN / BURST / LANGE DAUERN / RANDZONEN / FEINSTIMMUNG / SCHALLTOT / LEVELS BEYOND UNDO / THRESHOLD OFFSETS / OHRENSAUSEN / AGGREGATZUSTÄNDE / BLACK NOISE / GHOST NOTES – Pt. 3

“Silence, you know, is something that can’ t be censored. And there are circumstances in which silence becomes subversive. That’ s why they fill it with noise all the time.” (J.B.)

Nocturne 63 – Beyond Default

Nocturne 63: Beyond Default
Donnerstag – 22. Oktober 2015, 19:00 h (!)
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Soundworks von: Ali Chakav, Alexander Forré, Tim Gorinski, Shahab Kermani, Tzeshi Lei, Sebastian Thewes

Rede von Prof. Dr. Hans-Ulrich Reck

Soundperformance von Charlemagne Palestine

Beyond Default – Julia Scher: Stimme / hans w. koch: Text / Tobias Grewenig, Dirk Specht, Sebastian Thewes: Instrumente

Charlemagne Palestine, der dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, gehört zur Gründergeneration der amerikanischen Minimal Music. In den 70er Jahren machte er sich einen Namen mit seiner „strumming music“, bei der sich aus zunächst wenigen Noten ganze Klavierkaskaden an repetierten Akkorden entfalten und dabei durch schiere physische Gewalt den Klang des Klaviers transzendieren.

Zugleich sind seine Performances durch Unmengen von um das Klavier verteilten Plüschtieren, gepfefferten Anekdoten und Collagen aus Videoaufnahmen und elektronischen Klängen veritable „Ein-Mann Gesamtkunstwerke“, die sich auf charmant-altmodische Art durch mediale Vielfalt auszeichnen.

Wer wäre besser geeignet, als Gastkünstler das Motto “Beyond Default” zu zelebrieren, welches gerade das Überschreiten der Voreinstellung fordert?

Leo Kupper – Aventures sonores et musicales (de 1960 à 2013)

Leo Kupper – Aventures sonores et musicales (de 1960 à 2013)

Vortrag in deutscher Sprache
Samstag 06. Juni
16:00 h – KHM-Aula
Filzengraben 2
Eintritt frei

Leo Kupper (* 1935) war Mitarbeiter von Henri Pousseur im Apelac-Studio (Brüssel) und gründete 1967 sein eigenes Studio für Elektronische Musik und Computermusik (Studio de Recherches et de Structurations Electroniques Auditives) in der belgischen Hauptstadt.
Seither schuf er zahlreiche elektroakustische Werke, die gleichermaßen zwischen Poesie Sonore, phonetischer Musik/dekonstruierter Sprache, rein elektronischen Stücken und algorithmischen Kompositionen einzuordnen sind. Weiterhin bilden Raumklangexperimente und Spatialisierung (Klangdome), Live-Elektronik und die psychoakustischen Aspekte der Klangwahrnehmung Hauptaspekte seines Oeuvres.
Einen Großteil seiner Kompositionen realisierte Leo Kupper mithilfe der selbst entwickelten, sogenannten “GAME”-Maschine (Générateur Automatique de Musique Electronique), einer annäherend ‘raumgroßen’, zunächst analogen, später hybrid-digitalen, elektronischen “Musikmaschine” zwischen (Analog)Computer und Modularsynthesizer, die je nach spezifischem Bedarf auf Funktionen von Klangsynthese oder Prozessierung externer Signale programmiert werden kann.
Leo Kupper wird in seinem Vortrag einen Überblick über sein Werk geben und auf einzelne Aspekte wie Raumklangsteuerung, Klangsynthese und Instrumententwicklung näher eingehen.

Hinweis: Fr. 05. Juni – 20:00 h Konzert mit Leo Kupper/Marc Matter in der Kunststation St. Peter (Reihe M).

http://www.reihe-m.de/?p=2746

Nocturne 62: Pierre Berthet & the Filter Queens

Nocturne 62: Pierre Berthet & the Filter Queens
Donnerstag – 18. Juni 2015, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Misstrauen Sie nicht ihrer Suchmaschine, die Filter Queens sind keine Girlie-Synth-Pop-Band, sondern tatsächlich Staubsauger, denen Pierre Berthet virtuos Klänge entlockt. Der belgische Musiker und Installationskünstler, der unter anderem auch auf dem Label Sub Rosa veröffentlicht hat, ist bekannt dafür, mit Gegenständen aus Alltag und Umwelt brachial, filigran und humorvoll zu musizieren.

Pierre Berthet (*1958 in Brüssel) studierte Schlagzeug, Komposition und Improvisation bei Garret List, Frederic Rzewski und Henri Pousseur. Er spielte u.a. mit Arnold Dreyblatt und Fréderic Le Junter. 2011 zeigt er im Kirchgarten am Mauritiusplatz in Köln seine “Extended Loudspeakers and Extended Drops”.

Patchbay extended – Boolean Disasters and Ghostnik Melodies

Freitag 15. Mai 2015 – 22:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Patchbay extended – Boolean Disasters and Ghostnik Melodies

Ein Konzert des Klanglabors der KHM mit Teilnehmern/innen des Seminars “Familenschaltung” und Gästen (Julia Scher, Frank Barknecht, Tobias Grewenig, Volker Hennes, Joker Nies, Willi Sauter) im Rahmen von Chaos Cologne (1C2).

Eine Expedition zur Echtzeit-Berechnung der letzten verbliebenen grossen Fragen der Automatentheorie unter Zuhilfenahme von logischen Gattern, Attraktoren, Rückkopplung und Homöostase. Aber Vorsicht: auf der Zielgraden lauert das berüchtigte Trio aus logistischer Gleichung, Rungler und Pseudo-Randomisierer – und bevor irgendein Ergebnis sich zum Ohr durchschlägt, muss es ohnehin durch den Fraktalwellen-Umformer.

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      Hans W. Koch & Dirk Specht Theorieseminar Grundstudium Filzengraben 8-10, Klanglabor, Mittwochs 17:00 – 19:00 h Von Proto-Trobador Guilhem de Peiteus ́ „Lied über Nichts“ aus dem 11. Jahrhundert bis zum aktuellen Rap, Pygmäengesängen aus Afrika bis zu Rob Paravonians Metasong „Pachelbel Rant“: Lied / Song / Chanson / Canzona ist eine der ältesten Formen, [...]

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