Nocturne 49: Anna Lindal – Bach deconstructed

Nocturne 49: Anna Lindal – Bach deconstructed
Donnerstag – 06. Juni 2013, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Programm:

J. S. Bach: “E-major Partita”
Hans Otte: from “Stundenbuch”
John Cage: “Chorals”
Jo Kondo: “Three songs from the Elderberry Tree”
Christian Wolff: “Six melodies Variations”
Ann Rosén: “Kniestulpe”
Free Improvisations: inbetween, inside, around and throughout the whole programme.

Anna Lindal, violinist, studied in Sweden and Switzerland. Lived and performed in Switzerland and France for many years and is currently based as a free lance musician in Stockholm. She performs regularly as soloist, chamber musician, in experimental theatre and performance art, besides to playing in different groups for free improvisation. Anna Lindal performs a wide range of musical styles from Bach to Noise. She collaborates with a number of contemporary composers and has had many new compositions dedicated to her. Violin concertos were written specially for her by Anders Hillborg, Marie Samuelsson and Lars Sandberg.
Several recordings by Anna Lindahl are published on the swedish label “Content”, among others two solo records with works by John Cage and Christian Wolff together with related composers. She has also been performing instrumental Argentine Tango in the quintet Tango Libre for several years.

Nocturne 48: Judy Dunaway

Nocturne 48: Judy Dunaway – Balloon Music
Donnerstag – 18. April 2013, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Programm:

- Solokonzert
- Balloon Symphony No. 2

Judy Dunaway creates free improvisations and compositions on balloons as serious musical instruments. She has presented this work at many major festivals throughout the U.S. and Europe, including the Roy and Edna Disney Center (Los Angeles), Lincoln Center Out-of-Doors (New York), the Guelph Jazz Festival (Canada), and Podewil (Berlin). She has also performed works by John Zorn and Roscoe Mitchell, and has performed live improvisations on balloons with many outstanding musicians including Jennifer Walshe, John Hollenbeck, Yasunao Tone, and the FLUX Quartet. She has received grants/residencies from the Aaron Copland Fund, American Composers Forum, Zentrum fuer Kunst und Medientechnologie, STEIM, Harvestworks and others. She has released CDs of her balloon works on several labels including CRI (Composers Recordings Inc) and Innova.

(http://emedia.art.sunysb.edu/judydunaway/)

Nocturne 47: Orm Finnendahl

Nocturne 47: Orm Finnendahl
Donnerstag – 24. Januar 2013, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Programm:

- Wheel of Fortune
  für Midi-Piano, Video Projektion und Live-Elektronik
  Sebastian Berweck, Piano

- Koppelfeld
  Burkhard Beins, Perkussion
  Orm Finnendahl, Laptop

“Wheel of Fortune” ist der englische Titel einer Fernsehquizshow, die
sich in den 90er Jahren weltweit ausgesprochen großer Beliebtheit
erfreute und die in Deutschland unter dem Namen Glücksrad täglich
ausgestrahlt wurde. Die gleichnamige Komposition aus dem Jahr 1993 ist
eine Art Theaterstück, in dem die Gegenüberstellung einer sehr dichten
Toncollage aus Originalsendungen und dem Pianisten als fiktivem
Mitspieler und Beobachter den Ausgangspunkt für verschiedene
Reflexionen über das Verhältnis des Einzelnen zu einer von Technologie
geprägten Welt bildet. Die elektronische Maschinerie ist dabei in den
verschiedenen Teilen des Werkes sowohl Erweiterung und Wunschmaschine,
als auch totalitärer Zwangsapparat, der die Verheissungen der
Elektronik in ihr Gegenteil verkehrt.
Zusammenhängendes Moment der Quizsendung und all dieser Reflexionen
sind Wiederholungen und Kreisbewegungen auf vielen Strukturebenen, die
als Rituale und theologische Metapher gleichermaßen der scheinbaren
Rationalität der Technologie widersprechen und auf die existentielle
und zugleich beruhigende, wie aussichtslose Situation des Pianisten
verweisen.
Für die überarbeitete Version wurde die ursprüngliche Toncollage in
diesem Jahr nachträglich durch einen simultanen Videozusammenschnitt
von Ausschnitten aus damaligen Glücksradsendungen erweitert.

“Koppelfeld” existiert als Zusammenarbeit von Burkhard Beins and Orm
Finnendahl seit 2003. Eine breite Palette von live-gespielten
Schlagzeug- und Objektklängen werden aufgenommen und vom Computer
prozessiert und bilden -zeitversetzt abgepielt- einen integralen
Bestandteil des musikalischen Prozesses. Koppelfeld traten u.a. im ZKM
Karlsruhe und bei der Berliner MaerzMusik auf.

Orm Finnendahl studierte 1983-90 Komposition und Musikwissenschaft bei Frank Michael Beyer, Gösta Neuwirth und Carl Dahlhaus in Berlin. 1995-98 weiterführende Studien bei Helmut Lachenmann in Stuttgart. 1988/89 besuchte er das California Institute of the Arts in Los Angeles, 1991-95 war er künstlerischer Leiter der Kreuzberger Klangwerkstatt. Unterrichtstätigkeit u.a. am elektronischen Studio der TU Berlin und dem Institut für Neue Musik der HdK Berlin, deren Leiter er von 1996-2001 war. In den Jahren 2000-2004 Lehrtätigkeit am Institut für Computermusik und elektronische Medien (ICEM) der Folkwang-Hochschule in Essen. Verschiedene Stipendien und Preise, darunter Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 1997, Busoni-Preis der Akademie der Künste Berlin 1999, Prix Ars Electronica Linz 2001 und CynetArt Award 2001 in Dresden. Sein Interesse an elektronischen Medien und der durch sie provozierte Versuch einer fortwährenden Neubestimmung des eigenen Selbstverständnisses führte zu Kompositionen, die technologische Hilfsmittel wie Computer, Zuspielbänder und Live-Elektronik einbeziehen. Seit 2000 verstärkte Zusammenarbeit mit Improvisationsmusikern, Tanzensembles und Medienkünstlern. 
CD Veröffentlichungen bei Wergo.

 Seit 2004 Professur für Komposition und Leitung des Studios für elektronische Musik und Akustik (selma) an der Musikhochschule Freiburg.

Burkhard Beins – percussion, objects and small electrics;
born 1964 in Lower Saxony, lives in Berlin since 1995. As a composer/performer, working in the non-academic fields of experimental music, he is known for his widely abstracted use of percussion instruments in combination with found objects and small electric devices. Since the late 1980′s he is performing at internationally renowned venues and festivals throughout Europe and overseas as diverse as the LMC Festival (London), SKIF (St. Petersburg), Donaueschinger Musiktage, Musique Action (Nancy), ZKM (Karlsruhe), Gaudeamus Festival (Amsterdam), Taktlos (CH), Computing Music (Cologne), MoMA (New York), or Maerzmusik (Berlin). He is a member of groups like Perlonex, Activity Center, Polwechsel, Trio Sowari, Phosphor, BBB and The Sealed Knot, and also works with Keith Rowe, Sven-Åke Johansson, Phil Minton, Orm Finnendahl, John Tilbury, Charlemagne Palestine and many others. Meanwhile he has released more than 30 CDs and LPs on labels like 2:13 Music, Zarek, Erstwhile, Hat Hut, Potlatch, Absinth or Confront. His first Solo-CD “Disco Prova” has been released in 2007 and combines field recordings and percussion material with digital multitracking.
www.burkhardbeins.de

Sebastian Berweck ist einer der profiliertesten Pianisten für experimentelle zeitgenössische Musik. Er hat weit über 100 Stücke uraufgeführt, von denen knapp zwei Dutzend ihm gewidmet sind. Er spielt oft Stücke, die einen großen Körpereinsatz erfordern, Elektronik einsetzen oder die kein anderer spielen will.
Er ist Mitglied von stock11.de und schreibt an seiner Dissertation über die Schwierigkeiten der Produktion von Konzerten mit Live-Elektronik.

Nocturne 46: Michel Doneda

Nocturne 46
Donnerstag – 29. November 2012, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Michel Doneda

Sopranino- und Sopransaxophon, Radio.

Michel Doneda, 1954 im Südwesten Frankreichs geboren, ist einer der profiliertesten improvisierenden Musiker Frankreichs und hat auf seinem Instrument, dem Sopransaxophon eine einzigartige musikalische Sprache entwickelt. 1978 Gründung des Saxophontrios “Hic et Nunc”, zur gleichen Zeit Gründung des “IREA” (institut de recherches et d’échanges artistiques) in Kollaboration mit Tänzern, Dichtern, Schauspielern und Musikern. 
In den 80er Jahren ist er an zahlreichen Improvisationsprojekten beteiligt, die Entwicklung seines Saxophonspiels wird dabei maßgeblich von den Begegnungen mit improvisierenden Künstlern aller Bereiche geprägt. Er trifft unter anderem auf Fred Van Hove, Phil Wachsmann, Max Eastley, John Zorn, Eliott Sharp und Elvin Jones.
 1985 nimmt er seinen ersten Tonträger “Terra” auf und trifft in diesem Zeitraum auf Musiker und Künstler wie Barre Philipps, Benat Achiary, Ninh Lê Quan, Martine Altenburger, Ly Thanh Tien, Michel Mathieu, Michel Raji, Daunik Lazro, Serge Pey und Ana Ban, die ihn bis heute auf seiner musikalischen Laufbahn begleiten. Seit den 90er Jahren umfangreiche Konzerttourneen u.a. mit Keith Rowe, Tetsu Saitoh, Kazue Sawai, Gunter Muller, Fabrice Charles, Gérard Fabbiani, Bhob Rainey und den Tänzern Masaki Iwana, Valérie Metivier und Yukiko Nakamura, Einladungen zu Begegnungen mit improvisierenden Künstlern in Europa und aus aller Welt, Konzertreisen nach Japan, Afrika, Russland, Südamerika, USA und Kanada.
 Michel Doneda hat in seiner bisherigen Laufbahn über 50 Alben auf europäischen, japanischen und amerikanischen Labels veröffentlicht.

http://puffskydd.free.fr/neda/

Pressestimmen:
“Michel Doneda ist ein Virtuose des unmittelbaren Spiels mit der Physikalität des Saxophons;
das Blasinstrument als Generator von Geräuschen und Tönen, der farbenreiche Einsatz von Luftgeräuschen, Obertönen, perkussiven Anblastechniken oder Zirkularatmung, die Gratwanderung zwischen Unhörbarem und Unspielbarem verschmilzt zu einem organischen Klang, der pulsiert, sich zu einem Geflecht aufbaut, im nächsten Moment in einer Schwebung erstarrt, um dann in ein energiegeladenes Crescendo zu münden.
 Der intuitive Umgang mit Dichte und Dynamik kombiniert mit dem bewußten Einsatz von Stille und Dauer resultiert in einer lebhaften, erfrischenden Musik, die den Zuhörer im erweiterten Sinne “berauschen” wird.”

Nocturne 45: Bruce Gilbert, Mike Harding, Achim Mohné

Nocturne 45
Donnerstag – 01. November 2012, 20:00 h
Aula der Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Bruce Gilbert, Mike Harding, Achim Mohné

Programm:
• Mike Harding presents “30 Years of Touch”
• Bruce Gilbert
• Achim Mohné
• Reprise: an improvised collaboration between Bruce Gilbert & Achim Mohné

Bruce Gilbert, whose career stretches back to the late 1960’s British avant garde art & music scenes; he has since played an important and influential role with his involvement in various rock based formations, including Wire, and has also worked for choreographic projects and art installations.

Mike Harding works as curator & producer; occasional exhibitions/installations/performances; Lecturer & Publisher; Author & Editor. 1982-2012+ runs the audio-visual label Touch, with Jon Wozencroft.

http://www.touchmusic.org.uk

Achim Mohné studied at the Academy of Media Arts in Cologne, and started working with record players and other “sound-media-apparatus” in the mid ’90′s. He experiments with the space and time intervals of sound-media and is especially interested in the “music that lies hidden in the medium itself”. He subjects the support material to a forensic autopsy, for example, by analysing the dust particles inside an ending vinyl groove. Achim composes records (but one will not hear any reproduced music) to a music that comes out of the medium. Using a triple vinyl deck set-up, his analytic auditory observations of ending grooves – all grooves sound different, depending on how dust has effected and transformed the soft surface of the vinyl – convert tiny dust particles into a “sound sculpture”.

www.achimmohne.de

Mittwoch: 31. Oktober 2012, 18 Uhr; Klanglabor, Filzengraben 8-10.
Seminargäste im Soundarchaeology-Seminar: Bruce Gilbert, Mike Harding und Achim Mohné.
Conversation between Mike Harding and Bruce Gilbert about his solo work and collaborations, later joined by Achim Mohné

Nocturne 44: Peter Cusack

Nocturne 44: Peter Cusack

Sounds from Dangerous Places

Dienstag(!), 26. Juni 2012, 20:00 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Sounds from Dangerous Places asks  “What can we learn of dangerous places by listening to their sounds?”

Recent travels have brought me into contact with some difficult and potentially dangerous places. Most are areas of major environmental/ecological damage, but others are nuclear sites or the edges of military zones. The danger is not necessarily to a short-term visitor, but to the people of the area who have no option to leave or through the location’s role in geopolitical power structures. Dangerous places can be both sonically and visually compelling, even beautiful and atmospheric. There is, often, an extreme dichotomy between an aesthetic response and knowledge of the ‘danger’, whether it is pollution, social injustice, military or geopolitical. Places visited include the Chernobyl Exclusion Zone, the Caspian Oil Fields, Azerbaijan and various nuclear or military sites in the UK. Field recordings, photographs, conversations, scientific and other information were collected at the sites.

Sounds from Dangerous Places and other recent projects explore the practice of sonic–journalism – the audio equivalent of photo–journalism. Sonic journalism is based on the idea that valuable information about places and events is revealed through their sounds and that careful listening will give insights different from, but complimentary to, visual images and language. The concert will include recordings and photographs from Chernobyl, the Caspian oil fields and shipping in the River Thames estuary.

Peter Cusack works as a field recordist and sound artist with a special interest in acoustic ecology. Projects range from community arts to research into the role that sound plays in our sense of place. He intiated the “Favourite Sounds Project” that aims to discover what people find positive about their everyday sound environment. His project ‘Sounds From Dangerous Places’ examines the soundscapes of sites of major environmental damage.
He produced ‘Vermilion Sounds’ – the environmental sound program – for ResonanceFM Radio, London, lectures on ‘Sound Arts & Design’ at the London College of Communication and was recently a Research Fellow on the multidisciplinary multi-university ‘Positive Soundscapes Project’. CDs include ‘Your Favourite London Sounds’ (Resonance), ‘Baikal Ice’ (ReR), ’Favourite Sounds of Beijing’ (Subjam).

http://favouritesounds.org

Nocturne 43: Peter Blegvad – DOPPLEGANGERS?

Nocturne 43: Peter Blegvad

DOPPLEGANGERS?
“On echoes, shadows, avatars and other singular doubles”

Donnerstag, 24. Mai 2012, 20:00 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Nocturne 43 presents Peter Blegvad in an evening devoted
to DUPLICITY of various kinds.

‘In everyone is a spectator and an actor, one who speaks
and one who answers.’ (Aurélia, Gerard de Nerval)

‘Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will
sich von der andern trennen’ (Goethe I, ii, 305-306)

Peter Blegvad: Writer, graphic artist, songwriter,
broadcaster. Born in New York, lives in London.

He has been writing and recording music since the mid
70s with Slapp Happy, Faust, Henry Cow, The Golden
Palominos, John Zorn, Andy Partridge and others.

His weekly strip, Leviathan, ran in the Independent on
Sunday from 1991-’98 and The Book of Leviathan was
published by Sort of Books in 2000. A Mandarin
translation was published by the China Times Publishing
Company in 2010.

He has supplied BBC Radio 3 with many dozens of
‘eartoons’ since 2002, winning a Sony award in 2003.

In 2000 he was Awarded the Ordre de la Grande Gidouille
by the Collège de Pataphysique, Paris. In 2011 he was
elected president of the London Institute of ’Pataphysics.

He is Honorary Teaching Fellow on the creative writing
course at the University of Warwick, and has lectured on
such subjects as Milk, Numinous Objects, Prisoner’s
Cinema (mental images), and the Impossible Book on both
sides of the Atlantic. As leader of the creative writing
course for Warwick’s International Gateway for Gifted
Youth (IGGY) he has worked with students and writers in
Singapore and Botswana as well as the UK.

He co-hosts the Amateur Enterprises website
(www.amateur.org.uk) with Simon Lucas.

Nocturne 42: Tom Johnson und John McAlpine

Nocturne 42: Tom Johnson und John McAlpine

Spaces (1969)
Counting Languages (1982)
Counting Keys (1982)
– – –
Twelve (2008)
Block Design (2005)
Counting Duets (1982)

Mittwoch, 18. April 2012, 20:00 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Tom Johnson (* 1939 in Colorado, USA), dessen musikalische Werke häufig dem Minimalismus zuzurechnen sind, erarbeitet seine Kompositionen bevorzugt mittels mathematischer Formeln und Systeme oder strukturiert diese auf Grundlage logischer Prozesse, die bei der Übertragung auf die Musik konsequent angewendet werden. Das Material solcher konzeptuellen Kompositionen besteht beispielsweise in einem stark begrenzten Tonvorrat (“four note opera”, “orgelpark color chart” ) oder bildet ausschließlich einfache und vorhersehbare Formen (“chord catalogue” – alle 8178 in einer Oktave möglichen Akkorde). Neben diesen klar defininierten, eher strengen Konzeptstücken veröffentlichte er jedoch auch eine Sammlung graphischer Partituren (“imaginary music”), welche vielmehr eine spielerische und auch ironisch distanzierte Perspektive auf die Werke beinhaltet. Tom Johnson ist zudem Autor weiterer Bühnenwerke wie Opern, eines Oratoriums über Bonhoeffer, von Hörspielen und Hörstücken sowie von musiktheoretischen und musikjournalistischen Texten (“self similar melodies”, “the voice of new music”).
2001 erhielt Tom Johnsons Komposition “Kientzy Loops” in Frankreich die Auszeichnung als bestes neues Stück in jenem Jahr (Victoires de la musique).

http://www.editions75.com

Tom Johnson wird gemeinsam mit dem Pianisten John McAlpine Duo- und Solostücke für Klavier und Stimme präsentieren.

John McAlpine (* 1947 in Rawene, Neuseeland) studierte Naturwissenschaften an der Universität von Canterbury, und Musik an der Victoria Universität Wellington. 1973 siedelte er nach Deutschland über und studierte Klavier bei Aloys Kontarsky und Wilhelm Hecker an der Musikhochschule Köln. Seitdem arbeitet er als Pianist und Pädagoge. Als Solist und als Ensemblemitglied hat er in Neuseeland, USA und zahlreichen Europäischen Ländern konzertiert. Außerdem war er an Rundfunkproduktionen und Schallplattenaufnahmen mit zeitgenössischer Musik beteiligt. John McAlpine ist auf LP’s und CD’s mit Werken von Walter Zimmermann, Chris Newman, Maria De Alvear, Jürg Frey, Makiko Nishikaze und Tom Johnson zu hören. Seine CD von John Cage’s „Four Walls“ bei Largo Records war auf der Top-Klassik-Liste 1995 der NMZ-Schallplatten-Kritiker. Zu den Komponisten, die ihm Werke gewidmet haben, gehören Chris Newman, Howard Skempton, Albrecht Zummach, Michael Pisaro, Tom Johnson, Makiko Nishikaze und Clarence Barlow. Seit 2005 ist John McAlpine künstlerischer Leiter des “Projektensemble 05″, das auf Neue Musik mit der Beteiligung von Laien spezialisiert ist. Neben seiner Arbeit als Interpret tritt er gelegentlich als Komponist in Erscheinung.

Nocturne 41: Trevor Wishart

Nocturne 41: Trevor Wishart

American Tryptich (electro acoustic)
Vocalise (live vocal)
Globalalia (electro acoustic)

Donnerstag, 26. Januar 2012, 20:00 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

American Tryptich (1999)

The twentieth century was dominated by the American Dream … liberty, technological progress and the pursuit of happiness, and represented here by the voices of Martin Luther King, the astronaut and moon-walker Neil Armstrong, and Elvis Presley.
The fall of the Berlin wall seemed to herald the final triumph of this dream, and signalled to some, in the words of Francis Fukuyama, the “End of History”. As we move into the new millennium, how permanent or ephemeral will this dream prove to be?
American Triptych
recreates and transforms these iconic voices. Alongside more conventional techniques, the piece plays with the poor quality of radio reception from space, using the ‘crackly’ noise background as source material, and sometimes processing the voices to reduce their comprehensilbility.
The piece was commissioned by the French Government for the Groupe de Recherches Musicales (GRM) and first performed in January, 2008, as part of the Cycle Acousmatique concert series, in the Salle Olivier Messiaen at Radio France in Paris.

Vocalise

Trevor Wishart explores the possibibililipbilitibilties of the huuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuma%*!N  voice!!!!!!!!

Globalalia (2004)

The universal dance of human speech as revealed in twenty tales from everywhere, spoken in tongues.
In memorian, Scheherezade, died in suspicious circumstances, Abu Ghraib, 2004.
Globalalia was commissioned by Folkmar Hein, for his 60th birthday, and premiered at Inventionen 2004, Berlin.
The piece was composed using the Composers Desktop Project software between June 2003 and June 2004, in York and in Berlin, where the composer was Edgard Varese Visiting Professor of Music at the Technical University, a residency supported by the DAAD.
Special thanks are due to Natasha Barrett, Andrew Bentley, Warren Burt, Jane Kasam, Patrick Kosk and Kouhei who all responded to my request to collect speaking voices from the airwaves. As a result, 26 different human languages are represented in this piece. All the sounds used are syllables edited from human speech and selected from an initial database of over 8300 examples. Initial research for this piece was made possible through an AHRB Creative Arts Fellowship.

http://www.trevorwishart.co.uk/

Analog 2

Analog 2” – Werke von John Cage, Alvin Lucier, David Behrman
Donnerstag, 08. Dezember 2011, 20:00 Uhr
Trinitatiskirche
Filzengraben 4
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

John Cage – Radio Music
David Behrman – Runthrough
Alvin Lucier – Chambers
John Cage – Rozart Mix

Konzertaufführung mit Studierenden der KHM
Leitung: Peter Behrendsen

Seit den 60er Jahren entstand in den USA, als Gegenbewegung zur europäischen elektronischen Musik, die vorwiegend im Studio stattfand, die experimentelle Live-Elektronik. Komponisten wie David Tudor, Gordon Mumma, David Behrman u.a. , bauten sich ihre eigenen elektronischen Instrumente. Diese waren gegenüber den Einrichtungen der elektronischen Studios (einfacher) transportabel und billiger herzustellen. Es gab keine konventionellen Partituren im traditionellen Sinn: die Schaltskizze eines Schaltkreises etwa war die Partitur bzw. die Komposition, oder es gab verbale Anweisungen zur Aufführung eines Stückes. Unbestimmtheit der Aufführung im Hinblick auf das finale Ergebnis wurde nicht nur hingenommen sondern war geradezu intendiert (nach John Cage ist experimentelle Musik eine Musik, deren Ergebnis nicht vorhersagbar ist). Der für uns heute so selbstverständlich gewordene Begriff des “Composer/Performer” bildete sich innerhalb dieser musikalischen Praxis. Wesentlich für diese Zeit waren auch Kompositionen, die nur durch die Zusammenarbeit vieler Künstler zustande kamen, die sich aus den Bereichen Film, Tanz oder Literatur zusammenfanden – eine wahre Explosion der Kreativität. In unserer durch neue Technologien bestimmten Zeit einer narzisstischen Single-Kultur ist der historisch reflektierende Blick auf das, was wir heute tun und woraus es sich entwickelt hat, weitgehend verloren gegangen. Anhand der ausgewählten Kompositionen haben sich die Teilnehmer des Workshops “Analog 2″ dieser Epoche angenähert und in die Aufführungspraxis analoger Live-Elektronik eingearbeitet. Den Abschluß des Workshops bildet eine öffentliche Konzertpräsentation. (P.B.)

Nocturne 40: Stephan Mathieu

Nocturne 40: Stephan Mathieu

Zwei Stücke für mechanische Grammofone und Computer

Les Chemins de Fer (2011)
A Static Place (2010)

Donnerstag, 17. November 2011, 20:00 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

A STATIC PLACE
“A Static Place” is about the journey of sound. Between 1928 and 1932 the earliest recordings of historically informed performances of music from the late Gothic, Renaissance and Baroque era were etched into 78RPM records. I used some of these records from my collection, playing them back with two mechanical acoustic HMV Model 102 gramophones. The initial soundwaves produced back then by period instruments like the clavichord, viols, lute, hurdy-gurdy are read from the grooves by a cactus needle to be amplified by the gramophones diaphragm housed in a soundbox. Those vibrations travel through the tonearm which is connected straight to the gramophones horn, which releases the music to my space. Here the sound is again picked up by a pair of customized microphones and send to my computer, to be transformed by spectral analysis and convolution processes. An imaginairy room, inhabited by all the spatial information collected on the journey is created and will be projected in a final instance into the listeners space. (Madrid, Nov. 31, 2010)

Stephan Mathieu, born October 11.1967, is a musician and sound artist based in Saarbrücken, Germany.
I’m working in the field of digital art, mainly as a self taught composer and performer of my own music. I create audio installations, work as a hobbyist photographer and graphic designer, and taught Digital Arts and Theory at the HBKSaar University of Art and Design in Saarbrücken and as a guest lecturer at the Royal Academy of Arts in Göteborg, the Bauhaus University Weimar and the Merz-Akademie in Stuttgart.
During the last decade my music has been released on 18 CDs, both solo and in collaboration with Douglas Benford, Taylor Deupree, Ekkehard Ehlers, John Hudak, Janek Schaefer and Akira Rabelais on some of the finest electronic music labels worldwide.
My sound is largely based on early instruments, environmental sound and obsolete media which are recorded and transformed by means of experimental microphony, re-editing techniques and software processes involving spectral analysis and convolution, and has been compared to the landscape paintings of Caspar David Friedrich and the work of Colorfield artists Mark Rothko, Barnett Newman and Ellsworth Kelly.
I have performed my music live around the world, on festivals like Mutek Montreal, Sonar Barcelona, Frequenzen Hz Frankfurt, the Dutch Electronic Arts Festival in Rotterdam, Fylkingen 40! Stockholm and Atlantic Waves London, in some great venues like Lampo Chicago, Phill Niblocks Experimental Intermedia New York, at Radialsystem V and Volksbühne Berlin, but also in historical monuments like the Aula Palatina in Trier or the Völklinger Hütte ironworks.
Since 1998 I created various audio installations for galleries and museums, a glass-blowing factory, a 17th century garden, Berlin Mitte, a 19th century steel plant, parks, an arrangement of 30 Peugeots, a late antique throne hall and other places.
I’m a collector of 78rpm records from the 1910s and 20s, the era of acoustic and early electronic audio recording. I love the way they transport sound.

Nocturne 39: John Cage – Roaratorio

Nocturne 39: Roaratorio. Ein irischer Circus über Finnegans Wake
von und mit John Cage.
Realisation: John Cage und John David Fullemann
Produktion: WDR Köln, SDR Stuttgart, KRO Hilversum 1979
Technische Mitwirkung: IRCAM Studio, Paris
Karl-Sczuka-Preis 1979
Lautsprecheraufführung
Über Roaratorio
Prof. Klaus Schöning

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 20:00 Uhr
Aula der KHM (Kunsthochschule für Medien Köln)
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

John Cage (1912-1992). Das weithin wirkende musikalische Oeuvre und Denken des Komponisten war eng verbunden mit seinem dichterischen und späteren bildnerischen Schaffen. Schon früh hatte John Cage das Werk von James Joyce zu Kompositionen angeregt, vor allem sein Finnegans Wake, ein vielsprachiges Schlüsselwerk der Literatur des 20. Jahrhunderts. In fünf medien­transformativen Durchschriften von John Cage, seinen so genannten Writings through Finnegans Wake fanden sie einen ganz eigenen, poetischen Ausdruck.

Mit Roaratorio. Ein Irischer Circus über ‹Finnegans Wake›, dessen Text auf der Second Writing through basiert, hatte John Cage 1979 ein weltliches Oratorium für das WDR3 HörSpielStudio, das spätere Studio Akustische Kunst des WDR realisiert. In dieser universalen Klangkomposition vereinte er als Komponist, Autor, Regisseur und Interpret zahlreiche Komponenten einer Ars Acustica als Ars Intermedia. Das bei den Donaueschinger Musiktagen ausgezeichnete Klangkunstwerk gleicht einer allumfassenden Kosmogonie aus Poesie, menschlicher Stimme, Naturlaut, Umweltklang, Geräusch, Gesang und Musik. Soundsense. Das weltweit von Radiostationen gesendete und auf zahlreichen internationalen Festivals live aufgeführte Werk machte seinerzeit die Literatur- und Musikszene in Europa auch auf den Dichter und Lautpoeten John Cage  aufmerksam. Seine Stimme, den mit den Buchstaben des  Namens  James Joyce mesostisch strukturierten Text aus Finnegans Wake im Sprechgesang rezitierend, wurde begleitet von irischen Musikern und einer polyphonen Komposition aus 2293 Klängen und Geräuschen. «Silence sometimes can be very loud». Merce Cunningham choreographierte später für seine New Yorker Dance Company ein weltweit aufgeführtes Roaratorio-Ballett zu der Klangkomposition mit John Cage live als Sprecher.

Die mit dem Roaratorio begonnene Zusammenarbeit mit dem Studio führte bis Anfang der 90er Jahre zu über zehn Hörstücken, Klang­kompositionen und Performances von und mit dem Komponisten. Zu seinem 75. Geburtstag ehrte ihn der Westdeutsche Rundfunk mit zahlreichen Aufführungen seiner Werke in der legendären 24-Stunden Marathon-Sendung NachtCageTag. In seiner Laudatio 1979 nannte Literaturkritiker Heinrich Vormweg das Roaratorio, «eine Art Weltmusik – und als eine umgreifende Utopie, zugleich eine radikale Herausforderung, anders in der Welt zu leben. Eine Utopie der Gleichheit und in ihr erreichten Friedens.”

Prof. Klaus Schöning, ehemaliger Leiter des Studio Akustische Kunst, der als  Redakteur und Regisseur die für das Studio von John Cage realisierten Werke betreut hatte, leitet diese roaratorische Nocturne ein.

Nocturne 38: Bettina Wenzel – Peter Behrendsen

“Voice Extended”

Nocturne 38: Bettina Wenzel – Peter Behrendsen

Donnerstag, 30. Juni 2011, 20:00 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Stimme, was sie gesprochen/gesungen etc. ausdrücken kann, ist vielleicht das komplexeste und kompletteste menschliche Instrument. Es umfasst den weiten Bereich von Gesang, Geräusch und Sprache (Semantik/Text).

Die Vokalistin Bettina Wenzel und der Performer-Composer Peter Behrendsen werden aus diesem weiten Spektrum einige Aspekte präsentieren:

Solo-Stimmperformance (Bettina Wenzel)
Lautpoesie (Peter Behrendsen)
Erweiterung von Stimme durch elektro-akustische Mittel
Improvisation für Stimme und Live-Elektronik

Bettina Wenzel: Stimme
Peter Behrendsen: Live-Elektronik

Bettina Wenzel: Ä&U (2005)

“Ä&U” ist eine Auftragskomposition der BrückenMusik XI, uraufgeführt im Rahmen von “sing things” im Juli 2005 in der Deutzer Brücke, Köln. Seither wurde “Ä&U” u.a. in Belgien/Gent beim Festival NovemberMusik, in Serbien/ Belgrad beim Festival Safe&Sound, in Valencia/Kalifornien an CalArts und als Lecture/ Präsentation am Mills College in San Francisco/Kalifornien aufgeführt.

“Ä&U” für Stimme und Zuspiel besteht aus Stimmaufnahmen, die zu einen Zuspielband zusammengestellt wurden. Die Aufnahmen wurden dabei “naturbelassen”, d.h. weder in der Tonhöhe, noch durch Effekte verändert. Ähnlichkeit und Unterschiede (Ä&U) der einzelnen Tracks und die Spezifizität der Stimmklänge kommen dadurch in voller Ursprünglichkeit zum Tragen.

Seminarpräsentation von Bettina Wenzel zu “Extended Voice”:
Mittwoch 29.06. (Soundarchaeology) – 17:30 h
Klanglabor, 0.21
Filzengraben 8-10

Alfred Wolfsohn (1896-1962). Als Deutscher, jüdischer Abstammung, emigrierte er während des Nationalsozialismus nach London. Dort entwickelte er seine eigene Gesangsweise, gekennzeichnet durch extremen Stimmumfang und Diversität der Klangfarben.
Während der 50er Jahre erregte er damit Aufsehen und trat mit C.G. Jung in einen Briefwechsel. Das “animus-anima”-Prinzip habe hier in der menschlichen Stimme Gestalt angenommen. Die BBC (u.a.) dokumentierte die überraschenden Gesangsfähigkeiten einiger Schüler Wolfsohn´s, darunter Roy Hart.
Roy Hart (1926-1975). Roy Hart entwickelte die von A. Wolfsohn gelernte Stimmtechnik weiter und entdeckte deren Potential für das Theater. In den 60er Jahren gründete er das Roy Hart-Theater, das in Südfrankreich bei Anduze bis heute ausbildet.
Roy Hart arbeitete mit zeitgenössischen Komponisten zusammen. 1969 mit Peter Maxwell Davies, “eight songs for a mad king”, mit Hans Werner Henze “Versuch Über Schweine”, mit Karl-Heinz Stockhausen “Spirale”, “Aus den sieben Tagen”, “Abwärts”.

Bettina Wenzel (geb.1963) Stimmkünstlerin und Komponistin, lebt in Köln.
Seit 2000 widmet sie sich der Entwicklung von intermedialen Performances, kreiert Stimm-Stücke und ist darüber hinaus als Improvisatorin tätig.
Ihre Stimmausbildung erhielt sie von 1992 bis 2001 am “Centre Artistique Roy Hart” (Thoiras/ Frankreich) nach Alfred Wolfsohn und Roy Hart.
Seither exploriert Bettina Wenzel Stimmklang und dessen Extreme. Sie sucht ständig nach neuen Möglichkeiten ihre Stimmkapazitäten zu erweitern und schafft aus dem so gewonnenen Klangmaterial Performances.
Zudem steht die Wechselwirkung der Medien Stimme, Objekte und Video im Fokus ihrer künstlerischen Arbeit.

Als Beispiele seien hier genannt: „aufblasbarer Gesang IV”, eine Performance für Stimme, aufblasbares Objekt und LiveVideo, aufgeführt im Rahmen von “open systems” 2002 in Dortmund oder “InsideOut” 2004, ein Performanceprogramm für Stimme, Tanz, Objekte und Zuspielband in Kochi/Trivandrum, Indien. “Kolophon” für vier CD-Player und Stimme führte sie im Oktober 2003 im Kunstwerk Deutz auf. Im April 2005 präsentierte sie ihren Solo-Abend “Aufblasbare Gesänge”- intermediale StimmPerformances in der Galerie Rachel Haferkamp, Köln. Den intermedialen PerformanceAbend “Lonely Colours” entwickelte sie in Zusammenarbeit mit der indischen Architektin Liza Raju Subhadra, aufgeführt 2006, OrangerieTheater, Köln. 2007 präsentierte sie ihr intermediales Performanceprogramm “Walls & Waves” in den USA und Belgrad. Im August 2009 führte sie “black fan quartett” für Stimme und vier Ventilatoren in Mumbai im Rahmen ihres Stipendiums am NCPA Mumbai und am Goetheinstitut Mumbai auf.

Festivals führten sie u.a. nach Belgrad, Basel, Gent, Lissabon, Nitra (SL), Brno (CZ), Paris, Prag, Trondheim, Wien, Wels, Scheifling (Schrattenberg), New York, Los Angeles, San Francisco, San Antonio (USA), Mumbai, Neu Delhi, Trivandrum und Kochi (Indien).

Peter Behrendsen ( geb. 1943) Hörfunkregisseur und –autor,
lebt in Köln.
1965 bis 1972 Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie an der Uni Köln; autodidaktisches Studium der elektronischen Musik; in den 70er und 80er Jahren Mitglied des Ensembles von Josef Anton Riedl; langjähriger Mitarbeiter von Klaus Schöning beim WDR-3 Hörspielstudio/Studio Akustische Kunst. Seit 1987 Organisation und Realisation vieler audio-visueller Projekte (u.a. 1995 bis 2004 der „BrückenMusik“ im Hohlkasten der Deutzer Brücke in Köln), Zusammenarbeit bei vielen Projekten mit dem amerikanischen Klangkünstler Bill Fontana (u.a. 1985 Metropolis Köln, 1987 Soundbridge San Francisco-Köln, 1989 Klangskulptur im U-Bahnhof am Wiener Platz). 1991 Konzertprojekt „David Tudor and Friends“ anläßlich des 50-jährigen Bestehens des elektronischen Studios des WDR.

Performer alter und neuer Kompositionen der experimentellen Live-Elektronik; beschäftigt sich als Rundfunkautor, Veranstalter und Performer mit der “Archäologie der experimentellen Live-Elektronik”. Performer/Komponist von eigenen live-elektronischen, elektro-akustischen sowie Text-Sound-Stücken. Betrachtet als seine wichtigsten „Lehrer“ John Cage, Alvin Lucier, Jackson Mac Low, Gerhard Rühm und David Tudor, mit denen er mehrfach zusammengearbeitet hat.

Nocturne 37: Kim Cascone

‘the knotted constellation (fourteen rotted coordinates)’

Nocturne 37 – Lecture/Konzert

Donnerstag, 12. Mai 2011, 20:30 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

artist’s statement:
‘When noise is present, we feel at ease; when it stops, we feel unease.’ – Kim Cascone

Performance:
”the knotted constellation’ is a cinematic sound piece, composed for Monotype Records in Warsaw, that makes use of sonic-gauzes through which to hear. As a result, listening through gauzes creates a psycho-acoustical blurring or obscuring superimposition effect.
The idea behind gauzes: In order to survive in public spaces we have learned to ‘listen-through’ the sonic gauzes for any important sounds that lie behind it. An obvious example would be the constant roar of urban traffic that we listen through for important cues: a friend calling out our name from across the street, a siren in the near distance alerting us to a speeding ambulance, a street musician we enjoy on afternoon coffee breaks or a bus speeding by as we step off a curb.
In traditional communication theory this ‘gauze’ is the noise in the channel modulating or obscuring a message being sent. We constantly exercise our skill of ‘listening through’ in order to decode and react to the world around us.
In the past five years my work has been more field recording based. I’ve attempted to capture this phenomenon in the field as much as possible and when not possible I’ve sought to create or find new gauzes behind which I mix other material.

Bio:
Kim Cascone has a long history involving electronic music: he received his formal training in electronic music at the Berklee College of Music in the early 1970′s, and in 1976 continued his studies with Dana McCurdy at the New School in New York City.
In the 1980′s, after moving to San Francisco and gaining experience as an audio technician, Cascone worked with David Lynch as Assistant Music Editor on both Twin Peaks and Wild at Heart.
Cascone left the film industry in 1991 to concentrate on Silent Records, a label that he founded in 1986, transforming it into the U.S.’s premier electronic music label.
At the height of Silent’s success, he sold the company in early 1996 to pursue a career as a sound designer and went to work for Thomas Dolby’s company Headspace.
After a two year stint at Headspace he worked for Staccato Systems as the Director of Content where he oversaw sound design using algorithmic synthesis for video games.
Since 2001 Kim has been touring Europe performing, conducting workshops and lecturing on post-digital aesthetics in sound art.
Kim has released more than 30 albums of electronic music since 1984 and has recorded/performed with Merzbow, Keith Rowe, Tony Conrad, Scanner, John Tilbury, and Pauline Oliveros among others.
Cascone is the founder of the microsound list which focuses on issues concerning post-digital music and laptop performance (http://www.microsound.org) and his writing has been published in Computer Music Journal (MIT Press), Artbyte, Contemporary Music Review, Soundcultures, Parachute Journal, Junk Jet and Geometer.
In 2008 Kim attained Italian citizenship and is currently a citizen of both the USA and Italy. He lives on the coast of California, just south of San Francisco, with his wife Kathleen and son Cage.

LINKS:
* “The Grain of the Auditory Field” – Essay in Junk Jet

http://www.junkjet.net/readjj/read_kimcascone.html

* Last.fm:

http://www.last.fm/music/Kim+Cascone

* Discography:

http://www.discogs.com/artist/Kim+Cascone

Nocturne 36: Folkmar Hein

Menschen – Wege der Elektroakustischen Musik

Nocturne 36

Donnerstag, 14. April 2011, 20 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Folkmar Hein, der langjährige Leiter des elektronischen Studios der TU-Berlin (1974-2009), präsentiert Werke von Hans Tutschku, Gilles Gobeil, Kotoka Suzuki, Suk-Jun Kim und Trevor Wishart.

Hans Tuschku: Object – obstacle (2004)

Die Komposition “object – obstacle” geht von Klangmaterial aus, das mit Kontaktmikrophonen an selbstgebauten Resonatoren aufgenommen wurde. Nach Experimenten mit Computersimulationen physikalischer Modelle (Programme »Modalys« und »Genesis«) interessierte ich mich zunehmend für die Kopplung schwingender Körper und konstruierte Objekte aus Federn, Holzkästen, Saiten und verschiedenen Kleinteilen. Die Aufnahmen waren aber nicht nur als Klangquellen für weitere Transformationen gedacht, sondern bergen schon musikalisch strukturierte Sequenzen, d.h. die Objekte wurden gespielt. Die elektroakustische Komposition vervielfältigt die gespielten Gesten in einen weiten Klangraum und kombiniert sie mit synthetisierten Klängen physikalischer Modelle. Die Komposition ist ein Auftrag von Folkmar Hein; sie ist ihm auch gewidmet.

Gilles Gobeil: Des lointaines noirs et rouges (2009)

Part of the sound materials of this piece comes from recordings made in the apartment of Folkmar Hein, the sponsor of this work. These many and various materials (grandfather clock, sliding doors, dish noises, thumps on various pieces of furniture, coffee machine, ancient scales, food processor, heating system, gas stove, range hoods, chalemie, zitter, refrigerator, birds heard from the balcony as well as the bells of the Rathaus Schöneberg) can be perceived with a very special color for the dedicatee of this piece. I completed this list by integrating to it a multitude of concrete sounds and I also tried to breathe poetry into this everyday universe, thus transporting it suddenly to far off imaginative worlds.
“Les lointains noirs et rouges” was realized in 2008-09 in the studios of the Technische Universität (TU) in Berlin (Germany) and mixed at the composer’s studio in Montréal. It was comissioned by Folkmar Hein. Les lointains noirs et rouges was among the selection for the 36th Bourges International Electroacoustic Music and Sound Art Competition (France) in 2009.

Kotoka Suzuki: Automata (2010)

Seit der Antike inspiriert das Konzept des künstlichen Lebewesens die menschliche Erfindungsgabe. Aus der Zeit des Hellenismus weiß man von komplizierten mechanischen Geräten, die als Spielzeug, Götzenbilder oder zur Demonstration grundlegender wissenschaftlicher Prinzipien verwendet wurden. Als man im 18. Jahrhundert raffiniertere Automaten entwarf, wurde es immer wichtiger, sie mit realistischen Klangeffekten auszustatten, um sie lebensechter wirken zu lassen. Oft stellten sie Gestalten des Alltagslebens dar, etwa einen musizierenden Instrumentalisten, einen Zauberer oder einen singenden Vogel. Jacques de Vaucanson, der als Musiker, Arzt und Ingenieur ausgebildet war, konstruierte eine lebensgroße mechanische Ente, die nicht nur wie eine echte Ente aussah und sich bewegte, sondern auch quakte, verdaute und Kot abwarf, wenn sie gefüttert wurde. In meinem Stück werden solche Automaten und mechanischen Spielzeuge aus Vergangenheit und Gegenwart in einem imaginären Garten ausgesetzt und zum Leben erweckt, um sich frei nach ihrem Gutdünken zu verhalten.

Suk-Jun Kim: Talk to us! (2009)

„Ihre Sprache und was aus dieser Sprache folgt – die Religion, die Literatur, die Metaphysik – setzen den Idealismus voraus. Die Welt ist für sie nicht ein Zusammentreffen von Gegenständen im Raum; sie ist eine herkunftsmäßig verschiedene Reihenfolge unabhängiger Handlungen. Sie ist sukzessiv, zeitlich, nicht räumlich.“ (Aus: „Tlön, Uqbar, Orbis Tertius“ (1940) von Jorge Luis Borges)
Orte sprechen. Dinge sprechen. Und Menschen sprechen. Es ist der Reisende, welcher ihre Sprache nicht versteht, der nicht hört, dass sie zu ihm sprechen. “Talk To Us!” ist der dritte Teil des Projektes Welcome to Hasla.
Realisation: Elektronisches Studio der Technischen Universität Berlin mit Unterstützung des Berliner Künstlerprogramms des DAAD Premiere: Konzertreihe Fünf plus Eins der singuhr – hoergalerie, Kleiner Wasserspeicher Berlin, September 2009

Trevor Wishart: Encounters in the Republic of Heaven 1 (2010)

“Encounters” is the result of a 4-year project in the North East of England where I recorded the speaking voices of numerous people, with a view to exploring the musical content of individual voices. The piece (to be completed Autumn 2010) is in 4 acts, each of c. 20 minutes, and in 8-channel surround-sound.
Act 1 consists of…
• An Introduction.
• 2 portraits of speech.
• A central section based on the rhythm of the speech of many people.
• 2 further portraits of speech.
• A finale developing aspects of the voices in a more abstract manner.
Apart from the brass band material, all the sounds you will hear are derived from the speaking voices themselves. For example, the sound with which the piece begins is created from tens of thousands of spoken phrases massed together to create a sound like the wind.
Many people have assisted in the realisation of this project, of which I must mention the Northumberland Language Society, Creative Parnerships North East, Northumberland Music Services, The Grange Throckley and the poet Katrina Porteous. The Speakers you will hear today are Douggie Douglas, a retired fisherman living on the Northumberland Coast, Edna Gallagher recorded at The Grange Old Peoples Centre, Newcastle, Alan Sambrook a Councillor in Pegswood, Northumberland, and many primary school children recorded at Wearhead School, Peases West School, and Jesmond School. The brass players are George Cook, Gillian Enzor, Ray Farr and Paul Fothergill.

Folkmar Hein (* 1944), von 1974-2009 Leiter des elektronischen Studios der Technischen Universität Berlin, präsentiert Klangkunst bzw. Raumklangproduktionen aus dem TU-Studio. Während seiner Tätigkeit entstanden im Rahmen von Lehre, Forschung und Produktion über 480 Werke von Gastkünstler/innen aus dem In- und Ausland. 1982 gründete Folkmar Hein in Zusammenarbeit mit dem DAAD das Festival “Inventionen”. 1985 startete er die wöchentliche Reihe “EM-Hören”, die bis heute im TU-Studio fortgesetzt wird. Von 1991 bis 1997 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM). 2010 wurde ihm der Ehrenpreis des Deutschen Klangkunstpreises verliehen.

reihe m / Nocturne 35: Anthony Pateras – Valerio Tricoli

reihe m / Nocturne 35

Anthony Pateras – Valerio Tricoli

Freitag, 25. Februar 2011, 20 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln-Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Informationen auch auf:
http://www.reihe-m.de

Anthony Pateras – Valerio Tricoli

Zwei junge Köpfe, die in einer ungewöhnlichen Breite musikalischer
Kontexte aktiv sind. Egal ob komponiert oder improvisiert, ob
Orchester oder Analog-Modulsynthesizer, ob pianoistischer Grindcore,
immersiver Noise oder hybride Granular-Elektronik — Patheras und
Tricoli suchen nach dem Ungewöhnlichen und Tiefen in der Musik.
Instrumentelle Kernstücke dieses Duos sind das präparierte Piano und
die Revox Bandmaschine, beständig gespeist und inspiriert vom
klanglichen Material des Anderen. Tricoli bereist die Welt als
Klangkünstler, Produzent, Tontechniker und Kurator. Werke von Anthony
Pateras wurden u.a. auf John Zorn´s Label Tzadik (NYC) und Editions
Mego (Vienna) veröffentlicht. Mit festem Wohnsitz in Melbourne,
Australien war sein hochenergetisches, perkussives Spiel in
Deutschland zuletzt bei beim SWR2 NEWJazz Meeting 2009 zu hören.

Anthony Pateras

Anthony Pateras ist Komponist und Performer aus Melbourne, Australien.
Sein Hauptinstrument ist das Klavier, er arbeitet aber auch mit dem
Doepfer A-100-Analogsynthesizer und schreibt Musik für Ensembles,
Orchester und Solisten.

Pateras deckt eine ungewöhnliche Breite musikalischer Aktivität ab, so
etwa die notierte Komposition, radikalen pianoistischen Grindcore
(Pivixki), improvisierte kammermusikalische Werke (Thymolphthalein),
Stücke für präpariertes Klavier (Chasms), immersive Geräuschmusik
(Poletopra) und elektroakustische Live-Performance.

Pateras arbeitete ein Jahrzehnt mit dem audiovisuellen Künstler Robin
Fox zusammen, zudem spielte er im renommierten Free Music Trio
Pateras/Baxter/Brown. Seine Vielseitigkeit zeigt sich in seinen
weiteren Kooperationen, so arbeitete er mit Han Bennink, Brett Dean,
Valerio Tricoli, Oren Ambarchi, MC Vulk Makedonski, Jim Denley, Paul
Lovens, erikM, Christian Fennesz, Richard Tognetti, Slave Pianos,
Thomas Lehn und The Necks.

Anthony ist regelmäßig auf internationalen Bühen zu Gast. Seine Musik
ist auf den Labels Tzadik (NYC), Editions Mego (Vienna) and Lexicon
Devil (Melbourne) veröffentlicht.

http://anthonypateras.com

Valerio Tricoli

Valerio Tricoli arbeitet als Komponist konkreter Musik, Improvisator,
Klangkünstler, Produzent, Tonmeister und Kurator.

In seinen Kompositionen verbindet er musique concrète und konzeptuelle
klangliche Formen. Dabei leitet ihn das radikale Interesse an der
Beziehung von Realität, Virtualität und Gedächtnis während des
akustischen Geschehens: Musik, als aufgenommener oder synthetisch
modellierter Klang, oszilliert immer zwischen dem “Hier und Jetzt” und
einer schwer fassbaren Art von Gedächtnis — weit voneinander
entfernt, aber gleichzeitig präsent, wie das Erlebnis eines Déjà-Vu.

Tricoli spielt live mit elektronischen, meist analogen Instrumenten
(Bandmaschinen, Synthesizern, Mikrophonen), wobei ihn die sich immer
verändernde Struktur der Geräte interessiert. Dabei spürt er den
verschiedenen Beziehungen zwischen Musizierenden, Geräten und Raum
nach.

Tricoli ist Mitbegründer des Bowindo-Labels und -Kollektivs und von
3/4HadBeenEliminated, einer kühnen Synthese von Improvisation,
elektroakustischer Komposition und der Sensibilität des Avant-Rock.

Nocturne 34: Das Violoncello in der Auseinandersetzung mit Elektronischen Medien

Das Violoncello in der Auseinandersetzung mit Elektronischen Medien

Donnerstag, 20. Januar 2011, 20 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln-Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Karlheinz Stockhausen: “Violoncello aus Orchester-Finalisten” (1995)
Johannes S.Sistermanns: “inter vue” for Violoncello, CD, Piezo-Membrane und Klangregie (2004/7)
Kaija Saariaho: “Près” für Violoncello and Electronics (1992)
Brian Ferneyhough: “Time and Motion Study No. II” for vocalizing cellist and live electronics (1974-76)

Friedrich Gauwerky, Violoncello
Martin Rumori, Elektronik
Dirk Specht, Elektronik
Franziska Windisch, Klangregie

Friedrich Gauwerky zum Programm der Nocturne 34:

“Die Auseinandersetzung mit anderen Medien ist ein Teil meiner
permanenten Arbeit. In einer von der Elektronischen Revolution der
letzten Jahrzehnte entscheidend geprägten Zeit ist die
Auseinandersetzung mit elektronischen Medien grundsätzlich von
wesentlichem Interesse. Das gilt auch für meine Arbeit als
Musiker. Der Einsatz von solchen Medien in diesem Programm ist von
außerordentlich unterschiedlicher Art.

Während bei dem Werk von Stockhausen die einfachste Form der
Elektronik vorliegt, nämlich vorkomponierte Zuspielmusik, ist das bei
dem Werk von Sistermanns schon anders. Zwar ist auch bei diesem Werk
zu dem Spiel des Cellisten eine Zuspielmusik komponiert, die wird
allerdings nicht über Lautsprecher im Aufführungsraum abgespielt,
sondern mittels eines sogenannten Transducers auf den Korpus des
Instrumentes übertragen, womit dieser quasi als Lautsprecher
fungiert. Somit kommmen Instrumentalspiel und Zuspielmuisk aus
derselben Schallquelle.

Bei dem Werk von Kaija Saariaho gibt es zu dem Spiel des Cellisten
eine Fülle von live-elektronischen Ereignissen: Neben mikrotonaler
Klangverschärfung (Harmonizer) und künstlichem Nachhall (Reverb)
werden im Verlaufe des Werkes ca. 70 Soundfiles eingespielt. Den
Zeitpunkt des Einspielens bestimmt der Solist nach Angaben in der
Partitur mittels eines Fußpedals, das er neben seinem Spiel laufend
selbst zu bedienen hat.

Noch umfangreicher als bei Saariaho sind die elektronischen
Applikationen in dem Werk von Ferneyhough: neben zwei
Zeitverzögerungssystemem von 9 bzw. 14 Sekunden und einem Zuspielband
werden ein Ringmodulator sowie ein Verstärkungssystem eingesetzt, das
der Solist während seines Spiels mittels zweier Fußpedale zu bedienen
hat. Dazu werden von ihm auszuführende Vokalaktionen durch ein
Halsmikrofon verstärkt.

Während bei den drei erstgenannten Werken die musikalische Ästhetik
des Elektronik-Einsatzes eher affirmativ-positivistisch ist, und die
Möglichkeiten der Elektronik zur sinnlichen Klangerweiterung auslotet,
ist die Ästhetik des Ferneyhough-Werkes eher kritisch-negativ: der
Einsatz der Überfülle elektronischer Medien denunziert ästhetisch
jeglichen Fortschrittsoptimismus und demonstriert den Menschen als ein
in diesen Medien gefesseltes Wesen.”

Friedrich Gauwerky wurde in Hamburg geboren. Sein Debüt gab er bereits
im Alter von zwölf Jahren, mit siebzehn erhielt er den Preis des
Philharmonischen Orchesters Hamburg. Er besuchte die Celloklasse von
Siegfried Palm, dessen Assistent er später wurde, und unterrichtete ab
1978 an der Musikhochschule Köln, daneben regelmäßig bei den
Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Gauwerky war erster Cellist
des Frankfurter Ensemble Modern und des australischen Elision
Ensemble.

Weltweite Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker sowie als
Solist mit Sinfonieorchestern, Rundfunk- und Fernsehproduktionen in
Europa, den USA, in Asien und Australien. LP- und CD-Produktionen für
Firmen wie der Deutschen Grammophon Gesellschaft, Ricordi, Edition
M.F. Bauer, ABC Classics und andere. Lehrtätigkeit an verschiedenen
Musikhochschulen, u.a. an der Musikhochschule Köln, der Royal Academy
of Music London, der University of California und der University of
Adelaide.

Gauwerky ist keiner Schule oder Bewegung zuzurechnen. Als freier Geist
kennt er keine nationalen Vorlieben und fühlt sich ebenso heimisch in
England, China, Amerika oder Australien, wie in Köln, wo er lebt. Er
möchte keinesfalls nur in die Schublade “New Complexity” gesteckt
werden, obgleich er ein meisterhafter Interpret von Werken dieser
Richtung ist. Sein umfangreiches Repertoire umfasst Werke der neuen
und der neuesten Musik, aber auch des Barock, der klassischen und der
romantischen Epoche: Bach, Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy sowie
Brahms und Reger.

Nocturne 34 wird gefördert durch das NRW-Kultursekretariat Wuppertal.

Nocturne 33: The Choreography of Sound

The Choreography of Sound

Ramón González-Arroyo: De l’infinito universo et mondi
David Pirrò: Faltung
Ramón González-Arroyo: Toiles en l’air
Gerhard Eckel, Michael Schwab, David Pirrò: Rebody

Donnerstag, 9. Dezember 2010, 20 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln-Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei
 
 
 

Ramón González-Arroyo: De l’infinito universo et mondi
(8 channels; 1996)

The coexistence of different languages in one musical flow may prompt
a mode of listening that opens to the construction of varied
perspectives throughout the music. This idea, at the origin of the
conception of this piece, developed into the composition of a
plurality of »musical worlds« with different sound qualities, spaces
and developments in time, rich in themselves and yet allowing for a
certain transparency.

The title of the piece comes from a book of Giordano Bruno, and though
there is no direct relationship between the music and the contents of
the book, the indifference of the gods, the plurality of worlds and
the search for an infinity in the limits of perception, served me as a
pretext to choose this title.

The piece was commissioned by the spanish C.D.M.C., and produced and
realized at the Institute for Music and Acoustics of the Z.K.M.
Karlsruhe.

Ramón González-Arroyo: Toiles en l’Air
(15 channels; 2008)

A multi-channel speaker setup.

Atomic colour and weaving cohesive laws building up sound & texture.
Discontinuous streams, in different time domains, flowing in parallel
and suggesting a continuous flux of sound matter.

Space is revealed through sound, and sound becomes an object in space.

Fluids, masses, bodies; movement and lightness.
Coloured-matter knitted with varied textures and pigments.
A 3-dimensional canvas.

David Pirrò: Faltung
(15 channels tape; 2010)

Sound is an entity that belongs to space and to time. But also, it
defines space and time. By appearing, pulsating, moving, and
vanishing, sound deforms the texture of the space-time in which it
unfolds, transforming it as well as bringing it to light.

A sound scene is composed into a model, which is subject to a
continuous transformation, a »faltung«, of its space-time, raised by
the presences and the movements in it. The same scene appears from
different perspectives and in altered spaces, evolving coherently from
one to the next, letting sound itself compose space and time.

Gerhard Eckel, Michael Schwab, David Pirrò: Rebody
(2010)

Rebody is a video installation in which the captured motion of a
dancer is transformed into a dynamic drawing that informs a musical
composition. The installation shows sets of experimental variations
that explore the dance movements, the drawing algorithms and the
musical structures in an attempt to create aesthetic resonances and
convergences. The work investigates how structured creative processes
can transpose rather than represent the dancer’s movements. Currently
there exist two versions of Rebody – the installation and the
performance version. The version of Rebody presented tonight is a new
multi-channel edition of the performance version.

The artists

Ramón González-Arroyo was born in Madrid, city in which he started his
musical studies, subsequently followed at Utrecht, Den Haag and
Paris. Amongst his masters: L. de Pablo, C. Bernaola, W. Kaegi,
G. M. Koenig and H. Vaggione.

In parallel with his creative work he has kept a strong interest in
the domain of musical research, starting or collaborating in various
projects at different european institutions. FOO, a model of
environment for the composition of music with sound synthesis,
designed at the ZKM of Karlsruhe, or LISTEN, an european research
project aiming at the creation of a tool to design and compose
“immersive audio augented environments”, are some of his most beloved
projects. At the present moment he starts a new project, The
Choreography of Sound, in collaboration with G. Eckel at the Institut
für Elektronische Musik und Akustik of Graz, exploring the
relationships between the spatial and sound matter.

His music includes electroacoustic pieces (Streams Extremes & Dreams,
A Media Luna, Light Matters), mixed (De la Distance, Charybdis’ Muse &
Scylla’s Bloom, Philia-Neikos) and instrumental (Clockwork, Nocturno,
‘Twixt tinged twining threads). Attracted by the universe of
installations, he has lately produced purely sound pieces (L’isla des
Neumas) or, in collaboration with other artists, multi-disciplinary
pieces (Rain-Taps, Raumfaltung).

David Pirrò, born 1978 in Udine (Italy), began his musical education
at an early age studying piano at the Conservatory J. Tomadini and
then jazz piano with Mo. Glauco Venier. Studying at the University of
Triest he obtained the Master degree in Theoretical Physics. Advancing
in his musical education at the Conservatory G. Tartini he obtained a
Master degree in Computer Music audio-visual composition branch. He
worked also at the Center of Computational Sonology in Padua and
collaborated in various electroacoustic and audio-visual projects with
Prof. Paolo Pachini. Currently he is working at the IEM in Graz and he
is PhD student with tutor Prof. Gerhard Eckel.

Gerhard Eckel (* 1962) is a composer and sound artist who takes both
an artistic and scientific interest in matters of sound and music. His
work includes more traditional forms such as compositions and
improvisations as well as more interdisciplinary approaches including
sound and media installations using virtual and augmented environment
technologies. In his research work he creates and explores new means
of artistic expression such as Immersive Audio-Augmented Environments
or what he calls an Embodied Generative Music. His next project
(together with composer Ramón González-Arroyo) will deal with the
Choreography of Sound.

Michael Schwab is an artist and artistic researcher who interrogates
post-conceptual uses of technology in a variety of media including
photography, drawing, printmaking and installation art. He is tutor at
the Royal College of Art, London, research associate at the Berne
University of the Arts, Switzerland, and research fellow at the
Orpheus Institute, Ghent. He received his PhD in Photography (‘Image
Automation: Post-Conceptual Post-Photography and the Deconstruction of
the Photographic Image’) from the Royal College of Art in London in
2008, his MA in Photography from the London College of Printing in
2000 and his M.A. in Philosophy (‘Nietzsche and Heidegger: Metaphysics
as Problem’) from the University of Hamburg in 1996. Since 2003 his
exhibitions and associated events have increasingly focused on
artistic research. He lives and works in London (UK) and Ketsch
(D). He is co-initiator of JAR, the Journal for Artistic Research.

Nocturne 32: Hamlet

Hamlet

Stummfilm mit Asta Nielsen
Filmmusik Michael Riessler
Ars Acustica – Ars Intermedia

Donnerstag, 28. Oktober 2010, 20 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln-Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

Asta Nielsen (1881–1972 in Kopenhagen), die große, legendäre
Schauspielerin des europäischen Stummfilms, war der erste weibliche
Star in der Geschichte des Kinos. Die meisten ihrer Filme entstanden
bis 1932 in Deutschland. In der überaus differenzierten,
ausdrucksstarken Darstellung ihrer Rollen unabhängig und emanzipiert,
ungewöhnlich auch in der damaligen Zeit als Produzentin, die
künstlerischen und technischen Details ihrer Filme mitbestimmend, die
Entwicklung einer noch jungen Filmästhetik belebend. Im Stummfilm
Hamlet, 1920/21, der erste Film ihrer eigenen Produktionsfirma,
übernahm sie, unvergleichlich dezent gespielt, die männliche
Titelrolle des Dänenprinzen (Regie: Sven Gade und Heinz Schall). Er
wurde zu einem vieldiskutierten Kassenschlager dieser Jahre. Weniger
eine Shakespeare-Adaption, eher die Interpretation eines
Hamlet-Stoffes, nach der die Königin, um die Thronfolge zu erhalten,
ihre Tochter bei deren Geburt als männlichen Erben ausgibt.

Viele der Stummfilme mit Asta Nielsen sind nur in fragmentarischen
Kopien erhalten. Das Deutsche Filminstitut (DIF) hat eine verschollen
geglaubte Kopie des Hamlet-Films 2005 erworben, fehlende Teile ergänzt
und restauriert, dann bei den Filmfestspielen in Berlin 2007
uraufgeführt. Da die originale Komposition nicht auffindbar war, hat
Michael Riessler eine eigene Filmmusik dazu realisiert: “Michael
Riessler, der seine musikalische Finesse in unterschiedlichsten
Projekten bewiesen hatte, gelang es, einen Soundtrack zu komponieren,
der vor dem Stummfilm-Klassiker nicht in musealer Ehrfurcht erstarrt,
sondern einen zeitgemäßen Zugang zu Hamlet findet.” / “Auch die von
Arte in Auftrag gegebene Musik von Michael Riessler hat zum Erlebnis
Hamlet entschieden beigetragen, die oft elektronischen Klänge haben
die im Bild nur angedeuteten aggressiven oder unheimlichen Stimmungen
erst richtig ausformuliert.” (epd)

Michael Riessler, international bekannter Jazzmusiker, Professur
(Jazz), virtuoser Klarinettist und Saxophonist in den verschiedensten
Genres, Regisseur, Grenzgänger und vielseitiger Komponist der
Intermedia stellt die restaurierte Fassung des legendären Werkes und
die von ihm realisierte Filmmusik im Gespräch mit Prof. Klaus Schöning
vor.

Nocturne 31: Saw, Cell, Trace and Space

Mark Trayle by Tom Leeser

Photo: Tom Leeser

Saw, Cell, Trace and Space

Mark Trayle

Donnerstag, 24. Juni 2010, 20 Uhr
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2
Köln-Altstadt
Nähe Heumarkt
Eintritt frei

In this Nocturne, Mark Traye will present recent work with a focus on
the sonic exploration of resonant objects and spaces, along with
pieces made from feedback networks.

Mark Trayle is a California based musician and sound artist working in
a variety of media including live electronic music, improvisation,
installations, and compositions for chamber ensembles. Recent venues
for performances and exhibitions include the San Francisco Electronic
Music Festival, t-u-b-e, DEAF ‘04, Resistance Fluctuations,
net_condition, Pro Musica Nova, Format5, and Inventionen 2004. His
music has been performed by Champs D’Action, Ensemble Zwischentoene,
Kammerensemble Neue Musik Berlin, and Ensemble Mosaik. Trayle’s many
collaborators include Koji Asano, David Behrman, Nels Cline, Vinny
Golia, Jason Kahn, Ulrich Krieger, Toshimaru Nakamura, Andrea Parkins,
Wadada Leo Smith, and as a member of The Hub, Alvin Curran and the
Rova Saxophone Quartet. He has recorded for the Artifact, Atavistic,
CRI, Inial, Los Angeles River, Elektra/Nonesuch, and Tzadik labels.

http://music.calarts.edu/~met

    • Soundarchaeology VIII – Noise continued

      Anthony Moore, Dirk Specht Sound Archaeology VIII Theorieseminar (Grund- und Hauptstudium) Mittwochs 14-tägig 18:00 – 20:00 h Filzengraben 8-10, Klanglabor, 0.21 Beginn 17. April NOISE CONTINUED “My ears have grown so sharp that I can hear my hair and my nails growing. My skin is soft dough-white and I absorb everything. I eavesdrop, I intercept. [...]

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    • Nocturne 49: Anna Lindal – Bach deconstructed

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