Grundidee
Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), 1990 eröffnet, fördert die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den medialen Künsten. Sie bietet ein Ausbildungskonzept an, das die Bereiche Film, Kunst und Wissenschaft in einem Studiengang mit dem Abschluss Audiovisuelle Medien vernetzt und integriert – im Gegensatz zum traditionellen akademischen Klassen- und Meisterschülerprinzip.
Der Fokus des Studiums liegt auf der künstlerischen Praxis: Videokunst, Experimentalfilm, Fotografie, Sound / Klang, Spiel- und Dokumentarfilm, Animationsfilm, experimentelle Informatik, Performance, Malerei, Skulptur, Szenographie, Gestaltung, Kunst im öffentlichen Raum. Die Auseinandersetzung mit Theorie, Ästhetik und Geschichte des Films, der Künste und der Medien ermöglicht die theoretische Vertiefung und Reflexion der künstlerischen Vorhaben. Unkonventionelle, experimentelle Arbeiten entstehen – jenseits fixierter Definitionen, Genres und Gattungen.
In den knapp zwanzig Jahren des Bestehens der KHM hat sich die Medienkunst nachhaltig verändert. Kunst artikuliert sich heute in einer »postmedialen« Situation, sie entsteht und wirkt unter Bedingungen einer völligen Sättigung des kulturellen Raums durch die Medien.
Die KHM trägt diesen Veränderungen Rechnung, indem sie durch den Terminus »mediale Künste« die Betonung auf die Auseinandersetzung mit einer medial geprägten Realität legt.
Die künstlerische Praxis wendet sich stärker den Bedingungen des Medialen und den Auswirkungen der Medien auf unseren Alltag zu: Daraus können prozessuale, installative, performative oder virtuelle Arbeiten ebenso resultieren wie fotografische und skulpturale Positionen oder Filme, die eine klassische Kinosituation erfordern. Wo es um das Überdenken der Funktion geht, die der Kunst und digitalen Kultur bei der Neudefinition von Medienstrategien zukommt, ist eine Emanzipierung vom Zwang der Verwendung neuer Medien und Technologien zu beobachten. Es werden Projekte herausgefordert, die, auf Grundlage theoretischer, medientechnischer und technologischer Kompetenzen, im Kontext gesellschaftlicher und ästhetischer Fragestellungen agieren – weit über technoutopische und affirmativ interaktive Positionen hinaus.
Das grundständige 8-semestrige Studium mit dem Diplom Audiovisuelle Medien formiert sich in den Bereichen Film – Kunst – Wissenschaft. Die Lehrveranstaltungen können nach individuellem Interesse interdisziplinär verknüpft werden. Das Studium umfasst ein 3-semestriges Grundstudium und ein 5-semestriges Hauptstudium. Während des Grundstudiums gilt die besondere Aufmerksamkeit der Vermittlung künstlerischer Grundlagen in so genannten Grundlagenseminaren mit angebundenen Technikkursen (z. B. Video/Bewegtbild, Fotografie, Material / Skulptur / Code usw.). Außerdem wird den Studierenden eine theoretische Basis der Kunst- und Medienwissenschaften, sowie künstlerischer Praktiken vermittelt (durch Theorieseminare in den Disziplinen Film, Kunst, Medien). Im Hauptstudium steht die Erarbeitung eigenständiger künstlerischer Projekte im Mittelpunkt.
Das postgraduale 4-semestrige Studium ist projektorientiert und kann in den Bereichen Kunst und Film studiert werden. Der Studiengang befindet sich gerade in einer Umstrukturierungsphase. Außerdem ist an der KHM eine Promotion zum »Dr. phil.« möglich.
Die KHM hat im Jahresdurchschnitt 330 Studierende. Sie arbeiten in Studios, Laboren und Ateliers und werden von einem international zusammengesetzten Professor/innen- und Mitarbeiter/innenteam intensiv betreut – in Vorlesungen, Seminaren, Workshops, Einzel- und Gruppengesprächen.
Öffentliche Veranstaltungsprogramme wie die Filmreihe »Best of KHM« mit den Debütfilmen von Absolvent/innen der KHM, die Konzertreihe »Nocturnes«, wöchentliche Vortragsreihen oder das Programm im neu eröffneten Ausstellungsraum glasmoog – einer Plattform zur Präsentation zeitgenössischer künstlerischer Diskurse – stellen die jeweils aktuellen Produktionen an der KHM in den Kontext internationaler künstlerischer Fragestellungen. Jährlich zum Ende des Sommersemesters öffnet die Kunsthochschule allen Interessierten ihre Türen und lädt ein, sich auf der Jahresausstellung mit den ganz jungen Entwicklungen der Gegenwartskunst auseinanderzusetzen. Jährlich im November veranstaltet die KHM zusammen mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) den internationalen Nachwuchswettbewerb "kurzundschön" mit den Kategorien: Werbefilm, MotionDesign, Kurzfilm, Mobile Miniaturen, WDR Sonderkategorie, Avid Sonderpreis für das beste Editing.
Die KHM ist ein aktiver Bestandteil der kulturellen Öffentlichkeit in NRW und trägt durch Kooperationen mit in- und ausländischen Hochschulen, kulturellen Institutionen, Festivals, Ausstellungsmachern und der Medien- und Filmwirtschaft zu aktuellen künstlerischen Entwicklungen bei, stößt Diskussionen an und treibt kulturelle Projekte voran.
Der Austausch mit Lehrenden und Studierenden sowie die Einladung internationaler Künstler/innen und Wissenschaftler/innen zu Gastvorträgen und Workshops bringt aktuelle Tendenzen, Kunst zu machen, Kunst zu lehren und Kunst zu erforschen, an der KHM zusammen.






