Lasse Scherffig
Feedbackmaschinen. Experimente zur strukturellen Kopplung
1977 erscheint das erste tragbare Computerspiel: Football von Mattel. Über sechs Knöpfe steuert der Spielende ein Geschehen, das sich auf wenigen LEDs abspielt. Der extreme Minimalismus dieser Darstellung wirft die Frage auf, wie das Spielgeschehen hier überhaupt vermittelt wird. Die verwendete Darstellung ist nicht ikonisch, sie erschließt sich nicht aus der Ähnlichkeit zwischen dem was gezeigt wird (ein Footballspiel) und dem wie es gezeigt wird (wenige LEDs). Auch ist davon auszugehen, dass zur Zeit der ersten tragbaren Spiele noch keine Konvention existiert, die die Symbolik der Darstellung eines Spielgeschehens in dieser Form regelt. Football spielen ist hier vielmehr ein Prozess, der auf zwei Arten vermittelt wird: Einerseits ist dies die Einbettung des Spiels in einen Kontext, wozu der Name „Football“ und das Design des Spielgeräts gehört. Andererseits ist das die technische Kopplung von Spieler und Spiel. Das Spielgeschehen wird also in erster Linie nicht gesehen, es wird erspielt.
Das Promotionsprojekt versucht das Funktionieren solcher Kopplungen und damit das Funktionieren von Mensch-Maschine-Interaktion zu verstehen. Dabei sollen die Begrifflichkeiten der frühen Kybernetik, insbesondere der Feedbackgedanke, genau so eine Rolle spielen, wie ein Rückgriff auf die Gestaltpsychologie und die experimentelle Psychologie der Gegenwart. Daneben wird versucht Interaktion als Kulturtechnik zu begreifen, also die Praktiken, in die Interaktion eingebunden ist, und ihre historische Konstitution zu berücksichtigen. Hintergrund dieser Auseinandersetzung bildet dabei insbesondere die Informatikforschung zu Interaktion seit den 1950er Jahren.
Zur Person
Lasse Scherffig ist künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lab3 der KHM.
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